Was singt und trommelt da im Höfener Mais?

Päse.  Ein Dutzend Frauen treffen sich zum Heilsamen Singen. Hören wir doch mal genau hin.

Ein Dutzend Frauen genossen heilsames Singen in der Abendsonne umgeben von Mais.

Ein Dutzend Frauen genossen heilsames Singen in der Abendsonne umgeben von Mais.

Foto: Christian Franz

Heilsames Singen. Draußen im Maisfeld. Theoretisch ließe sich viel erklären zu dem Angebot der beiden Heilpraktikerinnen, der Schwestern Elisabeth Dirksmeyer und Martina Lingnau-Kracht. Praktisch reicht es, in der Arenafläche des Höfener Mais-Labyrinths zuzuhören. Oder mit Kirsten Goerland zu sprechen, die eigens ihren Ostseeaufenthalt beendet hat, um in der Abendsonne auf jeden Fall pünktlich auf der Wiese zu stehen. Vor dieser neuen Erfahrung des Heilsamen Singens hat sie nie gesungen.

Was ist anders, was ist speziell? Die Sängerinnen – Sänger wären aber auch willkommen – stehen im weiten Kreis unter hohem Himmel umgeben von Maiswänden, die sich als echter Akustik-Hit erwiesen haben. Himmel weit, Herz auf, Stimme laut! Dirksmeyer und Lingnau-Kracht stimmen Lieder an, die sich ohne viel Firlefanz mitsingen lassen. Die Melodie erfühlt sich, die Textzeilen sind überwiegend einzelne Wörter. Der Choral „Gloria in Excelsis Deo“ geht da schon fast als Roman durch. Das afrikanisch inspirierte „Bele Mama“ als Hommage an Mütter und der Friedensgruß „Ukutula“ variieren die Wörter einfach rhythmisch. Dazu schlägt Lingnau-Kracht die Trommel. Komplizierter als zweistimmig wird es nicht. Die Leiterinnen sprechen von „Come together Songs“.

Die Notlösung im Mais-Labyrinth hat sich als Geschenk erwiesen.

Seit zehn Jahren bereits setzen die Heilpraktikerinnen auf das heilsame Singen. Es ist keine Musiktherapie, eher eine Meditation mit Tönen: gemeinschaftsbildend, herzergreifend. In Räumen bewährt, hat die ursprünglich coronabedingte Notlösung draußen im Mais dem Ansatz neue Impulse beschert. Dirksmeyer „Es hat sich als Geschenk erwiesen.“ Ein Spätsommerabend wie am Sonntag hat ja für sich allein schon etwas Ergreifendes. Deswegen ist für alle Teilnehmerinnen längst beschlossene Sache: „Nächstes Jahr sind wir auch ohne Corona wieder hier.“

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