Ärztehaus und zweiter Sportplatz Rühen – Umsetzung erst in 2021

Brechtorf.  Aus finanziellen Gründen hat die Gemeinde die Projekte auf nächstes Jahr verschoben. Der Rat verabschiedet den Haushalt einstimmig.

Der Sportplatz in Rühen an der Giebelstraße. Der SV Blau-Weiß Rühen wünscht sich schon lange einen zweiten Sportplatz, da die Mitgliederzahl in der Fußballsparte wächst und wächst.

Der Sportplatz in Rühen an der Giebelstraße. Der SV Blau-Weiß Rühen wünscht sich schon lange einen zweiten Sportplatz, da die Mitgliederzahl in der Fußballsparte wächst und wächst.

Foto: Daniela König

So schnell wird das nichts: Weder der zweite Sportplatz für den SV Blau-Weiß Rühen noch der Grundstückserwerb für das Ärztehaus wird in diesem Jahr zustande kommen. Angesichts der angespannten Haushaltslage, die sich durch coronabedingte Steuergeld-Einbußen weiter verschärfen könnte, legt die Gemeinde Rühen diese beiden kostspieligen Projekte auf Eis und wird sich ihnen erst ab 2021 wieder widmen. „Wir müssen einen ausgeglichenen Haushalt für dieses Jahr erreichen“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Hermann Jordan (PUL). „Ob die Einnahmen reichen, steht in den Sternen. Wir müssen Gewerbe vorantreiben, um Einnahmen zu generieren“, nannte Jordan eines der drängendsten Ziele.

Klar ist: Der gewünschte zweite Sportplatz wird kommen. Das bisher von einer Firma vorgelegte Konzept sieht Kosten in Höhe von 565.000 Euro vor. Weil das von den Vorstellungen der Gemeinde weit weg ist, will sie weitere Angebote von ortsansässigen Firmen einholen. Da aber schon jetzt klar ist, dass es mit dem Platz in diesem Jahr definitiv nichts wird, entbrannte vor diesem Hintergrund eine längere Diskussion innerhalb des Gemeinderates Rühen, der am Mittwoch im Sportheim Brechtorf unter Hygiene- und Abstandsauflagen tagte. Es ging um die Frage: macht es Sinn, trotzdem jetzt 100.000 Euro für das Vorhaben in den Haushalt 2020 einzustellen, obwohl es erst nächstes Jahr umgesetzt wird? In den vergangenen zwei Jahren waren bereits je 50.000 Euro eingestellt worden, weitere 100.000 Euro sollten 2020 folgen, so der Plan der Verwaltung. „Es geht nicht darum, dass wir dieses Jahr bauen, sondern dass wir das Geld jetzt einstellen. Das wäre ein Bekenntnis für den Sportverein, dass wir dran sind“, begründete der zweite stellvertretende Bürgermeister Henning Hoppe (CDU) die Intention dahinter.

Karl-Peter Ludwig (SPD) sah das ganz anders: „Das Bekenntnis haben wir gemacht, indem wir schon zweimal 50.000 Euro eingestellt und damit angespart haben!“ Weil niemand wisse, wie die Steuer-Entwicklung durch Corona ausfällt, sei seine Fraktion strikt dagegen, sich jetzt schon auf die Ausgaben festzulegen. „Nur das, was wir dieses Jahr ausgeben, kommt in den Haushalt 2020!“ Man müsse nächstes Jahr neu entscheiden. „Ich betone: Wir sind für den Sportplatz – nur nicht zu dieser Zeit!“ Der Rat entschied mit leichter Mehrheit dagegen, die 100.000 Euro einzustellen.

Diese Einsparung sorgte dann auch für ein einstimmiges Votum für den Haushalt. Im Ergebnishaushalt stehen fast 5,2 Millionen Euro an Erträgen fast 5,18 Millionen Euro an Aufwendungen gegenüber. Investieren wird die Gemeinde vor allem in die Fertigstellung des Kreisels, den Anbau und die Sanierung des Sportheims Eischott, die Erneuerung von Spielplatzgeräten, die Sanierung von Gehwegen (zum Beispiel entlang der Hauptstraße) und die Fertigstellung der Bauhofhalle. Auch für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nimmt die Gemeinde wieder Geld in die Hand. Die Kreisumlage liegt bei 1,8 Millionen, die Samtgemeindeumlage bei 2,08 Millionen.

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