Mit Hochdruck gegen Eichenprozessionsspinner in Weyhausen

Weyhausen.  Denis Ekarius aus Brechtorf gilt als Fachmann bei der EPS-Bekämpfung – Er ist bundesweit als Berater für Kommunen unterwegs.

Denis Ekarius sprühte am Dienstag ausgewählte Eichen in Weyhausen, Boekensdorf, Barwedel, Jembke und Tappenbeck mit einem Biozid ein, um die Larven des Eichenprozessionsspinners zu töten. 

Denis Ekarius sprühte am Dienstag ausgewählte Eichen in Weyhausen, Boekensdorf, Barwedel, Jembke und Tappenbeck mit einem Biozid ein, um die Larven des Eichenprozessionsspinners zu töten. 

Foto: Dirk Kühn

Perfektes Timing: 11 Grad gegen 7 Uhr morgens, nur ein leichter Wind und kein Betrieb im Kindergarten. Denis Ekarius ist zufrieden. Endlich das richtige Wetter, um die Eichenprozessionsspinner (EPS) in der Samtgemeinde Boldecker Land zu bekämpfen. Am Dienstag steht er gegen 7.15 Uhr am Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Weyhausen, neben ihm ein Trecker mit einem 1000-Liter-Tank und einer Sprühkanone.

Ekarius richtet sie in das Grün der frischen Eichen. Ein feiner Sprühnebel legt sich über das Blattwerk. „Heute sprühen wir ein umweltverträgliches Biozid“, erläutert der Brechtorfer. Der Wirkstoff stammt aus den Samen des Niembaumes, ein immergrüner Baum aus der Familie der Mahagonigewächse, der vor allem im asiatischen Raum wächst. Er ist bekannt für seine Vielzahl von Wirkstoffen, die sowohl in der Medizin als auch in der Landwirtschaft genutzt werden. Diesmal soll der Sprühnebel dafür sorgen, dass die Raupen des Eichenprozessionsspinners aufhören zu fressen und zu wachsen. Nach einigen Tagen sterben sie dann. Die Erfolgsquote liege bei 70 bis 80 Prozent, erläutert Ekarius.

Der 38-Jährige hat sich zum EPS-Experten weitergebildet. Zusammen mit seiner Frau gründete er den Baumdienst Ekarius, mit einem weiteren Geschäftspartner die Firma EPS-Solve. Er kennt sich aus mit den verschiedenen Möglichkeiten, den Giftraupen, die Allergien oder andere Krankheiten auslösen können, zu Leibe zu rücken. Als Fach- und Forschungsbetrieb arbeitet Ekarius mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst zusammen. Mit dem Biologen Professor Wolfgang Rohe untersucht Ekarius umweltschonende Möglichkeiten, um die Eichenprozessionsspinner unschädlich zu machen. Beispielsweise seien im Sommer Feldversuche mit Schlupfwespen geplant. Im Idealfall beseitigen sie die Giftraupen schon in einem ganz frühen Stadium.

Anfang Juni erscheint ein Fachbuch, an dem Ekarius zusammen mit dem Göttinger Biologen gearbeitet hat. Und er klärt auf, wo sich die gefährlichen Brennhaare an den Raupen befinden. Es sind nicht die gut sichtbaren weißlichen Härchen, sondern die gut sichtbaren schwarzen Spiegel, die Aussehen wie Punkte, auf der Oberfläche der Tiere. Sie enthalten die 0,025 bis 0,001 Millimeter großen Brennhaare – für den Menschen nicht mehr sichtbar, aber wer sie einatmet, muss mit heftigen Beschwerden rechnen.

Außerdem berät der Brechtorfer deutschlandweit Kommunen bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Für ihn steht fest: Der Landkreis Gifhorn hat in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle übernommen. Keine andere Kommune kümmere sich so vorbildlich, um die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners in den Griff zu bekommen. Apropos: Am Freitag startet der Landkreis mit den Einsätzen vom Helikopter aus. Basis für die Flüge ist Rühen. Neben Parsau und Brome sind auch Eichen in den Orten der Stadt Wittingen das Ziel.

In der Samtgemeinde Boldecker Land war Ekarius am Dienstag in Weyhausen, Bokensdorf, Barwedel, Jembke und Tappenbeck unterwegs. Osloß war schon Anfang Mai dran, dort wurden die Eichen mit Nematoden, Fadenwürmern, behandelt.

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