50 neue Schwülperaner Grundstücksbesitzer dank Losglück

Groß Schwülper.  Die Gemeinde vergibt die Bauplätze im Baugebiet In der Dösse II per Zufallsprinzip. Die Bewerber beurteilen das Verfahren als fair.

Ina Steinhof (Zweite von rechts) von der Gemeinde Schwülper fungierte bei der Grundstücksverlosung für das Neubaugebiet In der Dösse II als Glücksfee im Bürgerhaus.

Ina Steinhof (Zweite von rechts) von der Gemeinde Schwülper fungierte bei der Grundstücksverlosung für das Neubaugebiet In der Dösse II als Glücksfee im Bürgerhaus.

Foto: Stefan Lohmann

Das Bürgerhaus ist bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt, es herrscht angespannte Stimmung unter den Besuchern. Bürgermeister Uwe-Peter Lestin begrüßt sie mit einem aufmunternden Lächeln: „Sollten Sie das Glück mit dem richtigen Los haben, werden wir uns hier noch öfter sehen“.

Für ihn und die Verwaltung seiner Gemeinde ist es das erste Mal, dass für zahlreiche Bewerber um ein Grundstück im Neubaugebiet In der Dösse II das Glück über den Erwerb entscheidet. 50 Bauplätze stehen dort zur Verfügung, 255 Interessenten zählt die Bewerberliste, wie Verwaltungsleiter Sascha Kühne noch einmal erklärt. „Wir werden sämtliche 255 Lose ziehen, um eine transparente Rangliste zu bekommen“, fügt Kühne hinzu. Dann ist es soweit und „Glücksfee“ Ina Steinhof aus dem Gemeindebüro greift in eine große Kiste voller zusammengefalteter Zettel. „Nr. 50220“, verkündet sie die erste gezogene Losnummer, die es den Gewinnern ermöglicht, als Allererste die freie Grundstückswahl auf dem Bauplan zu treffen. Doch es bleibt ungewöhnlich ruhig im Saal. Kein begeisterter Aufschrei, wenig Regung im großen Publikum. Vielleicht, weil nicht alle Losbesitzer anwesend sind. Und doch merkt man den meisten die Anspannung an, zu erfahren, ob man zu den Glücklichen gehören wird. „50230, 50040, 50208“, fährt Steinhof mit der Prozedur fort, während Kühne die Reihenfolge im Computer festhält. Hier und da leuchten in den Sitzreihen begeisterte Gesichter auf, freudige Küsse werden unter Paaren ausgetauscht. Wer unter den ersten 50 Gewinnern ist, verlässt zwischenzeitlich das Bürgerhaus. Das tun auch viele derjenigen, deren Losnummern später gezogen werden, einige bleiben bis zum Schluss sitzen.

Vor der Tür stehen auch schon Karo Schwandt und ihre Stieftochter Dana. „Leider hat es nicht geklappt, wir sind irgendwo zwischen Platz 70 und 80 gelandet“, sagt Schwandt leicht geknickt, um schnell mit offenem Lachen hinzuzufügen: „Aber das ist ja kein Beinbruch, wir wohnen auch so schon gut in Schwülper“. Sie hätte gerne mit ihrer Familie ein eigenes Heim gebaut. „Das Losverfahren finde ich sehr fair, so wird niemand bevorteilt“, lobt Schwandt das Vorgehen der Gemeinde. Freuen können sich Maren Dannheim und Harald Schlenzig, die einen sicheren 19. Platz erreicht haben. Einziger Wermutstropfen für sie: „Leider haben es meine Schwester und Freunde nicht geschafft“, erzählt die gebürtige Schwülperanerin Dannheim. Freund Benedickt Kleinert beruhigt derweil ihr Gewissen: „Ich gönne es allen!“. Schließlich habe der Zufall entschieden, und nicht „falsche Kriterien“ wie Anzahl von Kindern oder die Bevorzugung von Einheimischen, so Kleinert. „Alles andere als dieses Verfahren wäre rechtlich angreifbar gewesen“, lautet Bürgermeister Lestins positive Bilanz der Premiere. „Und vielleicht haben einige noch das Glück, durch Abspringer auf der Rangliste doch noch ein Grundstück zu bekommen“, so Kühne. Ihm zufolge verzögert sich die Umsetzung des Baugebietes um etwa einen Monat, da die Gemeinde noch auf den vom Landkreis abgesegneten Flächennutzungsplan wartet.

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