Am neuen Meiner Bahnsteig lässt der Stundentakt auf sich warten

Meine.  Der Regionalverband baut den Bahnhof für 1,2 Millionen Euro aus. Genutzt wird er zurzeit von 170 Fahrgästen am Tag.

Bauarbeiter setzen am Meiner Bahnhof massive Betonelemente für die neue erhöhte Bahnsteigkante.

Bauarbeiter setzen am Meiner Bahnhof massive Betonelemente für die neue erhöhte Bahnsteigkante.

Foto: Christian Franz

Die offizielle Runde war mit dem Auto zum Bahnhof gekommen. Die Spitze des Regionalverbands Braunschweig feierte den Baustart am Bahnhof Meine, dessen Bahnsteig verlängert und auf Einstiegshöhe gebracht wird. Die 1,2-Millionen-Euro-Investiton soll Bürgern den Umstieg in den Zug zwischen Gifhorn und Braunschweig schmackhaft machen.

Papenteichs Samtgemeindebürgermeisterin Ines Kielhorn sagte daher kurz und bündig: „Ich freue mich, dass es losgeht.“ Ende des Jahres soll die Plattform bei laufendem Zugbetrieb von 110 auf 140 Meter verlängert und von 22 auf 55 Zentimeter über Schienenniveau angehoben sein. Der Bahnsteig wird 2,75 bis 4,30 Meter breit, ist direkt via Bahnhofstraße erreichbar und bekommt mit neuem Wartehäuschen, LED-Laternen, Schildern und sauberen Mülleimern ein freundlicheres Gesicht.

Detlef Tanke als Vorsitzender des Regionalverbands sagte, das Projekt zähle zum Zukunfts-Investitions-Programm für 47 barrierefreie Bahnhöfe. Zeitgleich seit Ferienbeginn werde der Triangeler Haltepunkt für 600.000 Euro erneuert. Dort trägt der Verband 250.000 Euro. Dafür wird der Bahnsteig ein Stück verlegt, damit die Gemeinde Sassenburg parallel eine Busspur für komfortables Umsteigen anlegen könne. In Meine übernehmen Land und Bund den Löwenanteil der Kosten, der Regionalverband selbst steuert ein Achtel bei.

Tanke betonte, gut gestaltete Haltepunkte seien ein Beitrag, Menschen für die Bahn zu gewinnen. Weitere seien kurze Umsteigezeiten, höheres Tempo, um Zeit für mehr Haltepunkte herauszufahren, engere Taktzeiten und flexible Bedienformen in dünn besiedelten Gebieten. Verbandsdirektor Hennig Brandes sagte: „Wir wollen höhere Fahrgastzahlen.“ Das Meiner Projekt sei ein „kleiner, aber wichtiger Beitrag“. Doch sei klar, dass Züge im Zwei-Stunden-Abstand „nicht attraktiv“ seien. Die Folge: Ganze 170 Fahrgäste steigen zurzeit im Durchschnitt pro Tag in Meine ein oder aus.

Damit das deutlich mehr werden, müssten die Züge mindestens jede Stunde fahren. Voraussetzung dafür ist der immer wieder verschobene Ausbau des Bahnhofs im Nachbardorf Rötgesbüttel. Dort soll ein Begegnungsgleis entstehen, auf dem die Züge aneinander vorbeifahren können. Regionssprecherin Gisela Noske sagte, die Vergabe der ersten Arbeiten im Bahnhofsumfeld an Baufirmen plane die Bahn für diese Woche. Ziel ist es, den Bahnhof Rötgesbüttel mit Bahnsteig sowie moderner Signaltechnik rechtzeitig zur Fahrplanumstellung im Dezember 2020 fertigzustellen.

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