Papenteich fürchtet nahes „Zwischenlager“

Meine  Die Erweiterungspläne des Thuner Nukleardienstleisters Eckert und Ziegler haben in der Samtgemeinde Papenteich Fragen aufgeworfen und Ängste geweckt.

Carolyn Gelsomino richtete im Papenteicher Umweltausschuss Fragen an die Leitung des Gewerbeaufsichtsamts Braunschweig.

Carolyn Gelsomino richtete im Papenteicher Umweltausschuss Fragen an die Leitung des Gewerbeaufsichtsamts Braunschweig.

Foto: Masson

Im Umweltausschuss des Samtgemeinderats stand daher die Leitung des für den Strahlenschutz zuständigen Gewerbeaufsichtsamts Ratsmitgliedern und 20 interessierten Bürgern Rede und Antwort. Überwiegend sachlich verlief die Fragestunde, in der die Ratsmitglieder einen deutlich höheren Frageanteil als die Bürger hatten.

Westlich des vorhandenen Betriebsgebäudes plane Eckert und Ziegler den Neubau eines 60 mal 30 Meter großen und 13 Meter hohen Gebäudes, sagte der Leiter des Gewerbeaufsichtsamts Andreas Aplowski. In der Halle sollen schwach radioaktive Abfälle medizinischen, wissenschaftlichen und gewerblichen Ursprungs konditioniert werden. Das heißt, die kontaminierten Stoffe werden ausgemessen, aufbereitet und in Container zur Endlagerung verpackt. 30 Prozent der geplanten Fläche soll der Konditionierung dienen. Auf der verbleibenden Fläche sollen die Container zur Abholung bereitgestellt werden. „Bedeutet dieses Warten auf den Abtransport, dass ein Zwischenlager entsteht?“, wollte Hans-Peter Kerlin wissen. Radioaktive Stoffe müssen in eine Endlagerung, lautete die eindeutige Antwort. Noch sei aber keine Endlagerung in Sicht. Das geplante Erweiterungsgebäude habe aber ein begrenztes Volumen. Darüber hinaus sei keine Lagerung möglich.

Der Firma Eckert und Ziegler liege eine unbefristete Genehmigung zur Bearbeitung schwachradioaktiver Stoffe vor. Hoch radioaktiver Abfall, wie etwa Brennstäbe aus stillgelegten Kernkraftwerken, dürften dort nicht bearbeitet werden.

Viele Fragen befassten sich mit der Umgebungsüberwachung des Firmengeländes. „Unser Auftrag kann keine 100-prozentige Sicherheit beinhalten. Das ist nicht machbar“, reagierte Aplowski auf die Frage, was im schlimmsten Fall passieren könnte.

„Bislang gab es keine meldepflichtigen Ereignisse bezüglich der Emissionen“, erläuterte sein Mitarbeiter Uwe Hamann. An neun Messpunkten werde die Strahlungsbelastung überprüft und vierteljährlich ausgewertet. Die ausgewiesenen Mittelwerte, Spitzenwerte werden nicht erfasst, lagen bislang deutlich unter den Grenzwerten. Auf dem Dach des Lessinggymnasiums befänden sich zwei Messpunkte, wovon der der Firma abgewandte Punkt ein höheres Ergebnis auswies als der der Firma zugewandte.

Die Strahlenschutzbehörde überprüft stichprobenartig das Wasser, den Boden und die Luft auf Überschreitung der Grenzwerte.

Carolyn Gelsomino aus Bechtsbüttel fragte nach der Transportsicherheit und erfuhr, dass auch dieser genehmigungsrechtlichen Verfahren unterliegt. „Gegen kriminelle Machenschaften haben wir allerdings keine Chance“, entgegnete Hamann auf die Frage nach illegaler Entsorgung.

Ein Vorsorgeplan für Notfälle liegt vor und wird unter anderem durch den Dialog mit den Anwohnern ständig weiterentwickelt, versicherte Hamann. Absprachen mit Katastrophenschutz, Feuerwehr und Polizei fänden regelmäßig statt. Notfallpläne seien Bestandteil des Genehmigungsverfahrens. Auch das Szenario eines möglichen Flugzeugabsturzes sei bedacht worden.

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