Hunde erobern die Bodemann-Ranch

Verwaiste Villa des bekannten Dompteurs wieder von Tieren bevölkert: Pfötchenpension mit Familienanschluss

Frank (links) und Michael Holland wollen die Bodemann-Ranch (hinten) zum Hundeparadies machen.   

Frank (links) und Michael Holland wollen die Bodemann-Ranch (hinten) zum Hundeparadies machen.   

Foto: Walther

MEINHOLZ. Einst lockten die Tiershows Joe Bodemanns Menschen aus ganz Norddeutschland in den Südkreis, bis der Dompteur vor Jahren Koffer und Käfige packte. Jetzt ziehen erneut Tiere ins herrschaftliche Meinholzer Anwesen. Löwen bekommen in der Pfötchenpension aber kein Zimmer mehr.

"Mit Löwen fangen wir nichts an, da haben wir viel zu viel Schiss", sagt der Grasseler Frank Holland (40) grinsend – dafür will er mit seinem Bruder Michael (42) zusammen ein kleines Paradies für Hunde schaffen.

Mit Friseur und Badewanne

Die beiden haben die 1550 Quadratmeter große Ranch vor den Toren Braunschweigs gekauft, um dort Vierbeinern gutes Benehmen beizubringen oder ihnen während des Urlaubs von Frauchen und Herrchen ein Zuhause mit viel Auslauf zu bieten. Bis zur Eröffnung in einem Monat müssen die Hollands sich noch richtig ins Zeug legen: Das 1870 erbaute Haus ist in die Jahre gekommen, Bodemann tat zuletzt wenig für den Erhalt der Immobilie.

Und so sind Bautrupps dieser Tage damit beschäftigt, neue Zwinger zu schaffen, Auslaufflächen herzurichten, Käfige zu modernisieren. Im Inneren steht bereits ein neuer Tresen, die künftige Rezeption des Tierhotels. Was in welchen Raum kommt, haben sich die Brüder schon überlegt: In einem können sich die Hunde frisieren lassen, im nächsten in eine Badewanne springen, auch an einen kleinen Supermarkt ist gedacht. Draußen lädt ein kleiner Park zum Laufen ein, ein ideales Areal für Michael Hollands Ausbildung: "Wenn der Hund zum Beispiel zuhause trotz Aufforderung einfach nicht vom Sofa runtergeht, dann kann ich helfen." Auch "Problemfälle" traut er sich zu.

Das Kuriose: Wie in einem echten Hotel können Zimmer unterschiedlicher Kategorie gebucht werden. "Es wird eben eine echte Pfötchen-Pension: Es gibt ganz normale Boxen und es gibt beheizte; oder manche Hunde brauchen auch eine Unterbringung im Haus mit Familienanschluss", erläutert Frank Holland, dessen Bruder mit seiner Familie in Meinholz einziehen wird.

Mit Schnauzern zur WM

Auch wenn das gerade gestartete Großprojekt für die beiden Brüder Neuland ist, beide verstehen viel von der Materie: Michael Holland ist zertifizierter Ausbilder, nimmt mit seinen schwarzen Riesenschnauzern gar an Weltmeisterschaften für Schutzhunde teil. Und Frank Holland ist Markenmanager bei der Volkswagenbank und somit bestens präpariert dafür, die Finanzierung des Projekts zu organisieren.

Das einzige, was jetzt noch fehlt, sind die ersten Hotelgäste. Frank Holland hat Anfang der 90er Jahre einmal bei einer Tiershow Joe Bodemanns zugesehen. Jetzt freut er sich darauf, dass das Gebell nach Meinholz zurückkehrt: "Wir wollen das Anwesen wieder so repräsentativ machen, wie es einmal war."

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