Festnahme nach Schüssen in Lebenstedt

Salzgitter.  Nach den tödlichen Schüssen am Samstagabend auf einen 25-Jährigen hat die Polizei einen 33-jährigen Syrer festgenommen.

Tatort ist ein Parkplatz an der Berliner Straße.

Tatort ist ein Parkplatz an der Berliner Straße.

Foto: Erik Westermann / BZV

Die Polizei hat im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt in Salzgitter einen 33-jährigen Mann festgenommen.

Der Syrer gilt als dringend verdächtig, einen 25-Jährigen am Samstagabend mit mehreren Schüssen auf einem Parkplatz hinter einem Restaurant an der Berliner Straße getötet zu haben, sagt Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig,

Der Mann kam bereits am Sonntagabend gegen 18 Uhr zur Polizei in Lebenstedt, wo seine Familie zu diesem Zeitpunkt befragt wurde. Warum er dort auftauchte, ist unklar. Das Amtsgericht Braunschweig hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Haftbefehl erlassen. Der Vorwurf lautet auf Mord aus niedrigen Beweggründen. Eine Ermittlungsrichterin ordnete am Dienstagnachmittag die Fortdauer der Untersuchungshaft an. Zur Tat und seinen möglichen Motiven hat sich der aus Nordsyrien stammende Mann bisher nicht eingelassen.

Der dringende Tatverdacht gegen ihn speist sich „aus einer Fülle von Indizien“, erklärt Staatsanwalt Wolters. Auf Details wolle man zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingehen.

Der Tathintergrund ist nach Ansicht der Ermittler ein religiöser: Dem 33-jährigen Syrer war mit der Liebesbeziehung seiner Schwester mit dem aus dem Irak stammenden Opfer offenbar nicht einverstanden, teilte die Braunschweiger Staatsanwaltschaft am Montag mit. Die unterschiedlichen Religion dürften dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben, so Staatsanwalt Wolters. Der Verdächtige aus Nordsyrien ist muslimischen Glaubens, das Opfer aus dem Irak war Christ.

Die genauen Umstände des Mordes sind derweil unklar: Wie ein Zeuge unserer Zeitung berichtete, hörte er ungefähr fünf Schüsse. „Grob kann das stimmen. Es waren auf jeden Fall mehrere. Wir gehen von vier bis fünf aus“, bestätigt Wolters.

Opfer und mutmaßlicher Täter wohnten beide in der Nähe des Parkplatzes, auf dem die Schüsse fielen. Ob sie sich gegen 20.30 Uhr zufällig dort trafen oder nicht, müssen weitere Ermittlungen ergeben. „Bislang gibt es keine Erkenntnisse dazu, wie die beiden aufeinander trafen.“ Inwieweit die Familie des Verdächtigen an den Vorbereitungen der Tat beteiligt war oder davon wusste, ist noch offen.

Man gehe jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass weitere Personen am unmittelbaren Tatgeschehen beteiligt waren, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Tatwaffe wurde bislang nicht sichergestellt. Die Ermittler geht davon aus, dass es sich um eine Kurzwaffe, als eine Pistole oder einen Revolver handelt. Ein Zeuge hatte die Schussfolge als schnell geschildert, was auf eine halbautomatische Pistole hindeuten könnte.

Eine 20-köpfige Sonderkommission der Polizei hatte sich auf die Suche nach dem Täter gemacht. Der 33-Jährige rückte offenbar früh in den Fokus. Schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt drei Einsätze durch Spezialkräfte, die die Wohnung des Beschuldigten sowie seiner Angehörigen durchsuchten. Weil davon auszugehen war, dass der mutmaßliche Mörder bewaffnet ist, wurde das SEK dazu gerufen, schildert Wolters.

Das Amtsgericht Braunschweig hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Obduktion des Opfers angeordnet. Die Ergebnisse sollen am Dienstag vorliegen.

Zeugen, die Beobachtungen zur Tat am Samstagabend gegen 20.30 Uhr gemacht haben, oder zu Dingen, die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion in Salzgitter zu melden (Telefon 05341/ 1897-0).

Der Artikel wird laufend aktualisiert.