Salzgitter AG will Wasserstoff aus Windstrom erzeugen

Salzgitter.  Die Salzgitter Flachstahl will als größte Tochter der Salzgitter AG gemeinsam mit Partnern in Salzgitter Wasserstoff mit Strom aus Windkraft erzeugen.

Aktuell wird Roheisen in Hochöfen erzeugt. Sie sollen langfristig durch Schachtöfen ersetzt werden, in denen Wasserstoff eingesetzt werden kann.

Aktuell wird Roheisen in Hochöfen erzeugt. Sie sollen langfristig durch Schachtöfen ersetzt werden, in denen Wasserstoff eingesetzt werden kann.

Foto: Bernward Comes

Dazu sollen auf dem Gelände des Unternehmens sieben Windkraftanlagen für die Stromerzeugung und eine Elektrolyse-Anlage für die Wasserstofferzeugung errichtet werden. Die Kosten für das Projekt mit dem Namen „Windwasserstoff Salzgitter“ bezifferte die Salzgitter AG auf rund 50 Millionen Euro.

Partner des Projekts sind Linde, Lieferant für Industriegase, sowie das Helmstedter Energieunternehmen Avacon Natur, das zur Avacon AG gehört. Die Elektrolyse-Anlage soll von der Salzgitter Flachstahl errichtet werden, die Windkraftanlagen von Avacon Natur. Die Wasserstofferzeugung könnte nach Angaben der Salzgitter AG 2020 beginnen. Eine Pilotanlage für die Wasserstofferzeugung befindet sich bereits auf dem Firmengelände in Salzgitter.

Eingebettet ist „Windwasserstoff Salzgitter“ in das Großprojekt Salcos der Salzgitter Flachstahl. Das Ziel: Der CO2-Ausstoß in der Stahlproduktion soll im Vergleich zu aktuellen Werten bis 2050 um 95 Prozent gesenkt werden. Das Salcos-Konzept: In der Roheisenerzeugung wird Kohlenstoff weitgehend durch Wasserstoff ersetzt. Dazu müssen die bisherigen Hochöfen weichen, stattdessen kommen Schachtöfen zum Einsatz. In ihnen kann der Wasserstoff eingesetzt werden. Parallel dazu müssen die bisherigen Konverter, in denen derzeit noch das Roheisen aus den Hochöfen zu Stahl veredelt wird, ebenfalls ersetzt werden. Zum Einsatz kämen dann Elektrolichtbogenöfen, die Stahlerzeugung würde also elektrifiziert.

Salcos kann aber nur funktionieren, wenn der Strom, der für die Wasserstofferzeugung und die Elektrolichtbogenöfen benötigt wird, sauber produziert wird. Er müsste also aus Windkraft-, Wasserkraft- oder Solaranlagen kommen. Der Umbau der Roheisengewinnung und Stahlproduktion würde nicht auf einen Schlag erfolgen, sondern schrittweise über viele Jahre.

Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandschef der Salzgitter AG, sagte: „Wie mit unserem Salcos-Projekt aufgezeigt, sind wir technologisch in der Lage, mittels Wasserstoff signifikante CO2-Reduzierungen zu erzielen und betrachten das Projekt ,Windwasserstoff Salzgitter’ als einen bedeutenden Baustein auf diesem Weg in eine klimafreundliche Stahlproduktion.“

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