Kommentar

Teilmobilmachung in Russland: Putin ist gescheitert

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Putin lässt mit Teilmobilmachung Konflikt in der Ukraine weiter eskalieren

Putin lässt mit Teilmobilmachung Konflikt in der Ukraine weiter eskalieren

Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine Teilmobilmachung der Russen im wehrfähigen Alter angekündigt und dem Westen gedroht. 300.000 Reservisten sollen die russischen und separatistischen Kräfte im Süden und Osten der Ukraine verstärken.

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Berlin.  Die Mobilisierung ist ein Akt der Verzweiflung. Die Entscheidung wird die Haltung der russischen Bevölkerung zum Krieg deutlich ändern.

Nur extrem naive Zeitgenossen haben geglaubt, dass die erfolgreichen ukrainischen Gegenoffensiven ohne Antwort Moskaus bleiben werden. Jetzt hat Wladimir Putin reagiert: Er zwingt seinem Volk eine Teilmobilmachung auf. Sie ist das Eingeständnis des militärischen Scheiterns auf ganzer Linie.

Die angeblich so überlegene russische Armee hat es in einer gigantischen „Spezialoperation“ nicht geschafft, die viel schlechter bewaffneten Ukrainer zu überrollen und zu besiegen. Hohe Motivation und dosierte Waffenhilfen haben gereicht, um die militärische Weltmacht Russland zu stoppen. Jetzt muss Wladimir Putin offiziell auf „Krieg“ umschalten, um nicht in wenigen Wochen zum Rückzug gezwungen zu sein. Der Präsident hofft, dass 300.000 Männer, die er zusätzlich in die Schlacht werfen kann, am Ende den Unterschied machen. Lesen Sie auch: Atomdrohung und Mobilmachung: Wie weit geht Putin?

Putins Teilmobilmachung: Der Westen muss solidarisch mit der Ukraine bleiben

Für Wladimir Putin ist dabei das Risiko größer als für die Ukraine oder den Westen. Das Einziehen von Reservisten aus ihren Familien ist maximal unpopulär und wird die Haltung der russischen Bevölkerung zum Krieg drastisch ändern.

Das ist extrem gefährlich für den Präsidenten, der überraschend lange auf breite Zustimmung bauen konnte. Berichte über ausgebuchte Flüge und Staus an den Grenzen sind erste Hinweise darauf, dass Russlands Bevölkerung kriegsmüde ist und keine weiteren Opfer will.

Um Putins Dilemma zu nutzen, müssen Europäer und Amerikaner jetzt kühlen Kopf bewahren und solidarisch an der Seite der Ukraine bleiben. Sie dürfen sich keine Angst machen lassen. Je entschlossener und größer die Allianz wird, umso schlechter sind Putins Chancen mit seinem aggressiven Imperialismus durchzukommen.

Name Wladimir Wladimirowitsch Putin
Geburtsdatum 7. Oktober 1952
Geburtsort Sankt Petersburg
Sternzeichen Waage
Amt Präsident der Russischen Föderation
Im Amt seit 2000 (Unterbrechung von 2008 bis 2012)
Familienstand Geschieden, mindestens zwei Kinder
Größe ca. 1,70 Meter

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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