Erster Corona-Fall im Altkreis Osterode bestätigt – Mann erkrankt

Osterode.  Der Mann hat sich bei einer Urlaubsreise angesteckt. Er befindet sich in häuslicher Quarantäne. Auch im Kreis Northeim ist das Virus angekommen.

Der Betroffene meldete sich in der UMG.

Der Betroffene meldete sich in der UMG.

Foto: Peter Heller

Im Altkreis Osterode im Südharz gibt es den ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem Coronavirus. Darauf macht das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen in einer Pressemitteilung aufmerksam.

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Demnach handelt es sich nach Angaben von Sprecher Dominik Kimyon um einen Mann mittleren Alters. Er sei am vergangenen Wochenende von einer Urlaubsreise zurückgekehrt, wo er – wie sich rückwirkend herausgestellt habe – Kontakt zu einer Person gehabt, die nachweislich an Covid-19 erkrankt gewesen sei. Der Mann habe sich, so Kimyon weiter, am Dienstag bei der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gemeldet. Der dortige Test sei positiv ausgefallen.

Am Donnerstag bestätigte Kaufland, dass es sich bei dem Mann um einen Mitarbeiter der Osteroder Filiale handele. Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Quarantäne. Der Supermarkt wurde desinfiziert und ist geöffnet.

„Der Mann ist in einem guten gesundheitlichen Zustand und wurde von der UMG direkt in die häusliche Quarantäne entlassen“, heißt es vonseiten der Stadt Göttingen, wo sich das gemeinsame Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis befindet. Inzwischen sei der Mann vom Gesundheitsamt kontaktiert worden. Etwaige Kontaktpersonen seien ermittelt und bei Vorliegen entsprechender Parameter zur häuslichen Quarantäne angehalten.

Er habe keinerlei Krankheitssymptome, trage das Virus jedoch in sich. Angaben zum Wohnort würden aus Rücksicht auf den Patienten nicht gemacht, sagte Kimyon auf Nachfrage unserer Zeitung.

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Besonnen handeln

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler: „Das ist für uns ein Grund für erhöhte Aufmerksamkeit. Wir bewerten die Lage täglich aktuell und leiten daraus etwaig notwendige Maßnahmen ab. Es gilt, besonnen, konsequent und zielorientiert zu handeln.“ Die sofort eingeleiteten Maßnahmen des Gesundheitsamts trügen dazu bei, dass sich das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus‘ vermindere. Die Stadt und der Landkreis seien außerdem im engen Austausch mit allen maßgeblichen Akteuren und Institutionen wie der Universitätsmedizin.

Kommentar dazu: Coronavirus- Gerüchte sind tabu

Der bei der Stadt eigens gegründete Stab für außerordentliche Ereignisse unter Leitung der Sozial- und Gesundheitsdezernentin Petra Broistedt ist mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Gesundheitsamt, Feuerwehr und Ordnung sowie des Landkreises, der UMG und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen besetzt. Zusätzliche Fachleute werden bei Bedarf zu Rate gezogen.

„Dass das Virus auch unsere Region erreicht, war letztlich eine Frage der Zeit“, teilte Petra Broistedt mit. „In der Region sind wir dank der guten medizinischen Infrastruktur in der glücklichen Lage, der Situation kompetent zu begegnen.“ Parallel hat der Landkreis einen Stab unter Leitung von Kreisrätin Marlies Dornieden eingerichtet, der vorbereitende Maßnahmen für das Kreisgebiet koordiniert und je nach Lageentwicklung umgehend die Arbeit des Stabes der Stadt Göttingen ergänzt.

Drei Fälle in Northeim

Auch im Kreis Northeim ist das Virus angekommen. Am Mittwoch seien fast zeitgleich drei bestätigte Fälle gemeldet worden, informiert der Landkreis auf seiner Homepage.

Eine ältere Frau sowie zwei jüngere Männer seien positiv getestet worden. Die Frau habe sich vermutlich im Urlaub in Südtirol angesteckt und befinde sich mit leichten Erkältungszeichen derzeit zu Hause. Die beiden Männer haben sich – unabhängig voneinander – vermutlich im Skiurlaub in Ischgl (Österreich) angesteckt. Sie befinden sich mit leichten Erkältungssymptomen bzw. grippeartigen Symptomen, die sich schon wieder gebessert haben sollen, ebenfalls zu Hause.

Wichtige Telefonnummern

Für Stadt und Landkreis Göttingen gibt es ein Infotelefon für allgemeine Informationen und Fragen zum Coronavirus (keine medizinische Beratung). Unter Telefon 0551/7075100 ist das Bürgertelefon täglich, auch am Wochenende, von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr erreichbar.

Außerhalb dieser Zeiten wird empfohlen, sich insbesondere bei Verdacht auf eine Infektion zuerst telefonisch an den Hausarzt zu wenden, bevor eine Praxis aufgesucht wird. Außerhalb der ärztlichen Sprechstundenzeiten ist der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung bundesweit unter 116117 erreichbar und gibt Auskunft über den nächstgelegenen Bereitschaftsdienst und das weitere Vorgehen.

Am Bürgertelefon kann keine medizinische Beratung erfolgen. Der Landkreis appelliert an alle Bürger: „Nutzen Sie den Notruf (112) bitte nur bei medizinischen Notfällen.“

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