Eklat: Brexit-Partei zeigt sich im EU-Parlament respektlos

Straßburg  Einige blieben bei der Hymne sitzen, die meisten drehten dem EU-Parlament den Rücken zu: Die Brexit-Partei sorgte für einen Eklat.

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Eklat im EU-Parlament: Als vor der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Parlaments am Dienstag die Europahymne gespielt wurde, drehten Abgeordnete der britischen Brexit-Partei dem Plenum den Rücken zu.

Die Europaabgeordneten um Partei-Chef Nigel Farage drehten sich um, als Beethovens „Ode an die Freude“ gespielt wurde. Die Partei setzt sich für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Abkommen ein. Sie bekam bei der Europawahl im Mai 31,6 Prozent der Stimmen und damit 29 Sitze im Straßburger Parlament. Sie war die stärkste Kraft in Großbritannien.

Nigel Farage: „Brexit-Partei hat bereits Präsenz gezeigt“

Eigentlich hätte die Nation die EU bereits am 29. März verlassen sollen; weil das britische Parlament sich nicht auf eine Vorgehensweise einigen konnte, verschob die EU den Termin für den Brexit auf den 31. Oktober 2019.

„Die Brexit-Partei hat bereits Präsenz gezeigt“, schrieb Farage anschließend zu einem Foto der Aktion auf Twitter. Und bekam dafür beißende Kommentare: „Ein Kleinkind, nachdem es mit Absicht aufs Bett geschissen hat“, schrieb Comedian James Felton. „Sie sind solche A****löcher“, kommentierte Lisa B., „ich wette, die anderen Europaabgeordneten konnten ihre Vorder- und Rückseite nur schwer unterscheiden.“

Brexit-Partei bekommt viel Kritik für Geste – aber auch Zuspruch

Nigel Farage bekam allerdings auch Zuspruch: „Gut, die Europahymne ist nicht unsere“, schrieb eine Frau auf Twitter, ein anderer Nutzer schrieb: „Brillant – nicht unsere Hymne. Ich liebe Großbritannien, ich liebe Europa, ich verabscheue die EU.“

„Eine kindische Geste“, schrieb ein weiterer Nutzer; „wenn die Brexit-Partei sinnvoll protestieren und damit Respekt einflößen wollte, warum spenden sie nicht 50 Prozent ihrer Diäten an wohltätige Organisationen?“ Die Abgeordneten der Brexit-Partei bekommen – wie alle anderen Abgeordneten – Dienstbezüge in Höhe von 8757,70 Euro brutto im Monat. Dazu kommen Reisekosten, die Ausgaben für ein Hotel und 160 Euro Tagegeld für jeden Sitzungstag, dazu eine allgemeine Kostenvergütung von monatlich 4513 Euro etwa für Büromiete, Telefonrechnungen und Computeranlagen für die parlamentarische Arbeit. (moi/dpa)

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