Wo sind die Larven? Wohl kein Grottenolm-Nachwuchs im Harz

Oberharz am Brocken.  Die Hoffnungen, dass die seltenen Tiere endlich Nachwuchs bekommen, haben sich zerschlagen. Wie es dazu kam ist ein Rätsel.

Die Grottenolme aus der Hermannshöhle leben seit über 60 Jahren in ihrem Olmensee.

Die Grottenolme aus der Hermannshöhle leben seit über 60 Jahren in ihrem Olmensee.

Foto: Uwe Fricke / HK-Archiv

Die Hoffnungen, dass die einzigen freilebenden Grottenolme in Deutschland endlich Nachwuchs bekommen, haben sich zerschlagen. Ein Forscherteam suchte in der Hermannshöhle in Oberharz am Harz mit einem Endoskop vergeblich nach Larven, wie Höhlen-Betriebsleiter Markus Mende am Donnerstag mitteilte. „Das ist ärgerlich, weil wir noch nie so nah dran waren.“ Erstmals seien befruchtete Eier abgelegt worden und es sei gelungen, sie in ruhiger Umgebung zu isolieren. Das Ziel der Höhlen-Betreiber und der Forscher sei es, die schon deutlich gealterte Grottenolm-Familie langfristig zu erhalten, sagte Mende.

Erneutes Rätsel um die Grottenolme

Dabei stellen die seltenen Tiere ihre Beobachter erneut vor ein Rätsel. Denn die Forscher konnten bei ihren Untersuchungen weder die Eier finden noch die gut 0,5 Zentimeter großen und transparenten Larven. Hat sich der Nachwuchs in Luft aufgelöst? Es bestehe nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Larven lebten und nur nicht gefunden wurden. Es könne sein, dass sie gestorben und in den Boden gesunken seien, sagte Mende. Zudem sei es den erwachsenen Olmen einmal gelungen, in den trennenden Käfig einzudringen. Deswegen könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Nachwuchs gefressen wurde.

Forscher geben nicht auf

Doch das Team will nicht aufgeben. Neue Hoffnungen ruhen auf den Wintermonaten, denn bis April ist die Tropfsteinhöhle geschlossen und die scheuen und ruheliebenden Tiere werden nicht gestört. Zudem wurden Glasplatten auf den Steinhaufen montiert, in denen die Eier abgelegt werden. So könnten die Höhlen-Betreiber die Eiablagestellen leichter beobachten, ohne großen Wirbel zu machen. Ziel sei es, dass sich die heimischen Grottenolme doch noch fortpflanzen, sagte Mende. Zudem gebe es Überlegungen, mit den Slowenen zu verhandeln, um neue Tiere für die Harzer Höhle zu bekommen.

Tiere werden mindestens 85 Jahre alt

Derzeit leben sieben Grottenolme in der Höhle, vier Weibchen und drei Männchen. Sie sind alle mindestens 85 Jahre alt. Die Tiere können weit über 100 Jahre alt werden und sind eigentlich in Slowenien und Kroatien heimisch. Grottenolme sind weißliche Schwanzlurche, die bis zu 30 Zentimeter lang werden. In den vergangenen Jahren waren in der Harzer Höhle immer wieder Eier gefunden worden, die aber entweder nicht befruchtet waren oder aus denen nichts schlüpfte. dpa

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