Flugchaos

Flughäfen erhalten viel weniger Personal aus der Türkei

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So klappt die Flugreise trotz Chaos an Flughäfen

So klappt die Flugreise trotz Chaos an Flughäfen

Das Chaos an deutschen Flughäfen sorgt derzeit für Frust bei den Urlaubern. Mit diesen Tipps klappt die Flugreise trotzdem.

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Berlin.  Die Flughäfen kämpfen mit einem massiven Personalmangel. Hilfsarbeiter aus der Türkei sollten Entlastung bringen.

Es klang einfach und praktikabel: Deutschlands Flughäfen und Flugzeugabfertiger stellen für drei Monate Beschäftigte aus der Türkei ein und verhindern so in der Ferienzeit, was sich an einigen Flughäfen Ende Juni andeutete: Kofferstapel, lange Schlangen, verspätete Flüge. Jetzt enden die Ferien in einigen Bundesländern bereits, von den Arbeitskräften hat bisher aber keiner angefangen.

„Aus der Türkei werden 145, vielleicht 150 Mitarbeiter kommen, um zu helfen“, sagt Thomas Richter, Präsident des Arbeitgeberverbands der Bodenabfertigungsdienstleister. „Sie werden an den Flughäfen Nürnberg und München eingesetzt.“

Das sei deutlich weniger als ursprünglich gedacht. Von einem Flop will Richter nicht sprechen. „Es war immerhin eine Idee, um die akuten Probleme zu lösen.“ Der erste Mitarbeiter packt offenbar kommende Woche in Nürnberg mit an.

Im Juni steuerte die Luftverkehrsbranche auf einen chaotischen Sommer zu. Fluggesellschaften fehlte ebenso Personal wie Flughäfen und Bodendienstleistern, deren Mitarbeiter etwa Koffer ein- und ausladen oder Flugzeuge aus der Parkposition manövrieren. Während der Corona-Krise hatten viele Unternehmen ihre Belegschaften verringert.

Flughafenchaos: Bis zu 2000 Helfer aus der Türkei hätten eingesetzt werden können

Eine Idee, um den Engpass beim Bodenpersonal auszugleichen: Beschäftigte aus der Türkei, die am Flughafen in Istanbul arbeiten oder gearbeitet haben, befristet nach Deutschland zu holen. Die Bundesregierung genehmigte den Plan pauschal am 6. Juli. Zunächst war von bis zu 2000 Helfern die Rede. „Die Zahl hat der türkische Dienstleister, der bei der Rekrutierung hilft, als maximal möglich angegeben“, sagt Richter. „Der erste Bedarf in Deutschland waren rund 1300.“

Im Lauf der Zeit schrumpfte der Bedarf auf 450 bis 500, weil es den Unternehmen gelang, in Deutschland mehr Personal zu finden. Geholfen haben offenbar Tarifabschlüsse, die vor allem für die unteren Lohngruppen mehr Geld vorsehen. Vergangene Woche war noch von 250 türkischen Arbeitskräften die Rede. Vor einigen Tagen sprang, wie zu hören ist, der Flughafen Frankfurt ab – kein Bedarf mehr.

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„Die Lage an vielen Flughäfen hat sich auch entspannt, weil die Zulassungsprozesse unter anderem wegen der türkischen Helfer beschleunigt wurden. So dauert die nötige Zuverlässigkeitsprüfung nicht mehr bis zu zwölf Wochen, sondern ist teils nach zwei Wochen beschieden“, sagt Richter. Deshalb konnten Mitarbeiter, die noch in der Überprüfung steckten, zügiger eingesetzt werden.

Ob es jetzt ruhiger wird, ist unklar. Der Flughafen Düsseldorf verkündete bereits, die Probleme würden sich noch hinziehen. Dafür gibt es eine positive Nachricht aus der Hauptstadt: Am Pannenflughafen BER lief der Betrieb bisher recht gut.

Dieser Text erschien zuerst auf morgenpost.de

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