Aldi, Lidl und Co.

Insekten in Lebensmitteln: Diese Kennzeichen verraten es

| Lesedauer: 4 Minuten
Videografik: Essbare Insekten

Videografik: Essbare Insekten

Insekten sind eine gesunde und nährstoffreiche Alternative zu Fleisch oder Fisch, und es gibt sie im Überfluss. In Zukunft dürften sie auch die europäische Küche bereichern.

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Berlin.  In Deutschland dürfen inzwischen Insekten in Lebensmitteln verarbeitet werden. An diesen Bezeichnungen kann man den "Zusatz" erkennen.

  • Insekten in Lebensmitteln? Was sich nach Dschungelcamp anhört, ist längst Realität in der EU
  • Denn seit Anfang des Jahres dürfen mehr Insekten als bislang in Lebensmitteln verarbeitet werden
  • Welche Kennzeichen von Aldi, Lidl und Co. weisen daraufhin, dass Insekten verarbeitet wurden?

Ende Januar hat die Europäischen Union die Liste der Insekten, die hierzulande als Lebensmittel verkauft oder in Lebensmitteln verarbeitet werden dürfen, erweitert. Bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern löste das Argwohn aus: Versucht die Lebensmittelindustrie nun, uns Insekten ins Essen zu mischen? Tatsächlich ist das grundsätzlich möglich – allerdings müssen entsprechende Bestandteile klar gekennzeichnet werden. Lesen Sie hier: In diesen Lebensmitteln von Aldi, Lidl und Co. stecken bereits Insekten.

Woran Sie erkennen können, ob in bestimmten Produkten Insekten enthalten sind, lesen Sie hier.

Insekten im Essen bei Aldi, Lidl und Co.? Das ist in der EU erlaubt

Auch wenn viele Menschen hierzulande sich davor ekeln: Insekten zu essen ist in vielen Teilen der Welt keine Besonderheit. Und das nicht ohne Grund: Die kleinen Tierchen können ressourcenschonend gezüchtet werden und sind sehr proteinreich. Manche Expertinnen und Experten sehen sie gar als Wunderwaffe im Kampf gegen den Hunger.

Das hat auch die EU erkannt und bestimmte Insekten als Lebensmittel zugelassen. Konkret geht es um:

  • Hausgrillen
  • Buffalowürmer
  • Wanderheuschrecken
  • gelbe Mehlwürmer

Die Auswahl an Insekten, die in der EU auf dem Teller landen dürfen, ist also sehr beschränkt – und niemand muss Angst haben, unbemerkt Kakerlaken aufgetischt zu bekommen. Verwendet werden dürfen die Insekten laut EU-Zulassung gefroren, getrocknet oder als Pulver. Lesen Sie dazu: Insekten als Lebensmittel – Neues EU-Gesetz empört Italien

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Kaufland, Lidl und Co.: Woran erkennt man, dass Insekten in Lebensmitteln enthalten sind?

Ob in Lebensmitteln Insekten enthalten sind, muss klar gekennzeichnet werden. Es wird also niemand dazu gezwungen, Insekten zu essen, und die Tierchen werden auch nicht heimlich in Lebensmittel gemischt. Vielmehr ist genau festgelegt, was auf Produkten mit Insekten stehen muss, die bei Discountern wie Aldi und Lidl oder in Supermärkten wie Rewe und Edeka verkauft werden.

Unternehmen Aldi
Gründung 1961 in Essen
Gründer Karl Albrecht und Theo Albrecht
Umsatz 121,1 Milliarden USD (2021)
Hauptsitz Essen
Mitarbeiterzahl 77.661 (Aldi Nord) 181.334 (Aldi Süd)

Bei einem Blick auf die Zutatenliste wird im Zweifel sofort klar, ob Insekten enthalten sind. Das sind die Vorgaben für die Kennzeichnung:

  • Der Name des Insekts (deutsch oder lateinisch) muss aufgeführt werden.
  • Angaben darüber, in welcher Form (zum Beispiel getrocknet) die Insekten beigemischt oder angeboten werden, sind Pflicht.
  • Zudem muss vor möglichen allergischen Reaktionen gewarnt werden.

Ob diese Vorgaben umgesetzt werden, kontrollieren die zuständigen Behörden in den jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten.

Bei Kaufland und Co.: Welche Insekten dürfen im Supermarkt in Lebensmittel verkauft werden?

Jedes neuartige Lebensmittel muss von der EU zugelassen werden. Per Durchführungsverordnung darf allein das vietnamesische Unternehmen Cricket One teilweise entfettetes Pulver aus der Hausgrille (Acheta domesticus) in der EU vertreiben. Das auch als Heimchen bekannte Tier war zuvor nach der Analyse wissenschaftlicher Studien in die Liste der neuartigen Lebensmittel aufgenommen worden. Von Donnerstag an dürfen dann auch Larven des Getreideschimmelkäfers (Alphitobius diaperinus) verarbeitet werden. Ähnliche Regeln gibt es schon länger für Wanderheuschrecken und Larven des Mehlkäfers (Tenebrio molitor, gelber Mehlwurm).

In welchen Lebensmitteln kann etwa die Hausgrille vorkommen?

In allen möglichen. Ihr Pulver darf nun unter anderem in

  • Brot und Brötchen,
  • Keksen und Crackern,
  • Backmischungen und Teigwaren,
  • Soßen und Suppen,
  • Fleisch- und Milchersatz,
  • Kartoffelerzeugnissen oder Schokolade vorkommen.

Die Produkte dürfen dann nicht als vegan oder vegetarisch ausgezeichnet werden.

Auch interessant: Darum sind Insekten das Nahrungsmittel der Zukunft

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