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Christstollen im Test: Stollen von Aldi & Edeka enttäuschen

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Elektronik, Haushalt & Gesundheit: Stiftung Warentest nimmt alles unter die Lupe

Elektronik, Haushalt & Gesundheit: Stiftung Warentest nimmt alles unter die Lupe

Die Stiftung Warentest ist seit Jahren das Zeichen für Qualität in Deutschland. Wofür sie steht und was genau sie macht, zeigt das Video.

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Berlin.  Stiftung Warentest hat mehrere Christstollen unter die Lupe genommen. Die Produkte von Aldi und Edeka haben im Test nicht überzeugt.

Der 1. Advent am 27. November 2022 steht kurz bevor. Passend zur Jahreszeit hat die Stiftung Warentest einen Christstollen-Test veröffentlicht.

Christstollen: Stiftung Warentest testet 18 Produkte – vier bekommen Bestnote

Grundsätzlich haben viele der insgesamt 18 Christstollen (mit Rosinen) im Test die Tester überzeugt – und gleich vier Produkte haben sogar die Bestnote bei der Verkostung erreicht.

Leider gibt es auch Christstollen von zwei bekannten Einzelhändlern, die im Test der Stiftung Warentest nicht gepunktet haben. Grund genug, einen ersten Blick auf die Testergebnisse – die ausführlich in der Ausgabe 12/2022 veröffentlicht werden – zu werfen. Immerhin kommt der Christstollen auch in der Vorweihnachtszeit in vielen Haushalten gerne schon auf den Tisch. Wer dabei auf einen intensiven Geschmack setzt, sollte auf die Markenprodukte zurückgreifen.

Name Stiftung Warentest 
Gründung Dezember 1964 in Berlin
Gründer Bundesrepublik Deutschland (BRD)
CEO Hubertus Primus
Hauptsitz Berlin
Mitarbeiterzahl 374 (2021)
Umsatz 63,7 Mio. Euro (2021)

Christstollen 2022 im Test: Der Testsieger aus Dresden kostet unter 10 Euro

Wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) berichtet, lautet das Fazit im großen Stollen-Vergleich der Stiftung Warentest: "Die Dresdner haben es drauf." Alle fünf getesteten Dresdner Christstollen haben im Test ein gutes bis sehr gutes Urteil im Teilbereich Sensorik (Geschmack) erzielt. Allerdings gehören nicht alle Testsieger zum günstigen Preissegment. Die gute Nachricht zuerst: Der Stollen-Testsieger (Note "sehr gut") ist der Dresdner Christstollen Dr. Quendt für neun Euro pro Kilo.

Ungefähr das Doppelte müssen Stollenfans für die Dresdner Christstollen von Emil Reimann (17 Euro pro Kilo) und der Stollenbäckerei Krause (19 Euro pro Kilo) aufbringen. Auch diese beiden Markenprodukte haben die Tester der Stiftung Warentest geschmacklich überzeugt und haben in der Kategorie ebenfalls die Bestnote ("sehr gut") erzielt. Die folgenden Christstollen zählen ebenfalls zu den Gewinnern:

  • Dresdner Christstollen der Bäckerei Café Eckert (15,50 Euro pro Kilo) mit der Note "gut"
  • Dresdner Christstollen Spiegelhauer Bio mit Rum (30 Euro pro Kilo) mit der Note "gut"
  • Christstollen von Kreutzkamm (27 Euro pro Kilo, sensorisches Urteil: Note 1,5) aus München.

Stiftung Warentest testet Christstollen: Stollen von Aldi und Edeka enttäuschen

Der Christstollen von Kreutzkamm kommt im Unterschied zu den anderen Top-Stollen nicht aus der Stollen-Hauptstadt Dresden – wird aber nach einem traditionellen Dresdner Familienrezept gebacken. Und auch der Christstollen einer sehr bekannten Marke schafft es auf die Siegerliste: der Marzipanstollen von Bahlsen für 10,80 Euro pro Kilo. Weniger gut kommen die Produkte von Edeka und Aldi im Stollen-Test der Stiftung Warentest weg.

Der "Wintertraum Butter-Mandel-Stollen" von Aldi (5,35 Euro pro Kilo) scheitert am Geschmack. Und beim "Butter Stollen Thüringer Art" von Edeka (4,80 pro Kilo) ist das sensorische Testergebnis sogar noch schlechter: Schulnote vier ("ausreichend"). Im Test heißt es, dass der Christstollen von Edeka nach alter Butter gerochen habe, berichtet das Nachrichtenportal "t-online". Beide Christstollen werden von der Stiftung Warentest insgesamt mit der Note drei ("befriedigend") bewertet.

Günstige Christstollen im Test: Nicht nur der Geschmack ist ein Problem

Bei fast allen günstigeren Christstollen im Test haben die Tester ähnliche Punkte bemängelt: Die günstigen Produkte seien meist leicht elastisch und erinnerten eher an Brot und brächten keine Aromafülle mit, so das Fazit der Stiftung Warentest. Punktabzüge hat es im Test unter anderem für fehlende Nährwertkennzeichnung oder die Verwendung von Emulgatoren, die nichts mit einer traditionellen Rezeptur zu tun haben, gegeben.

Aber immerhin: In keinem der getesteten Stollen sind hohe Schadstoffgehalte nachgewiesen worden. Das, was im Test nachgewiesen wurde, sei "sehr gering bis gering und damit unauffäl­lig", heißt es im ausführlichen Testbericht der Stiftung Warentest zu den Christstollen. Die Verbraucherorganisation macht auf "test.de" zudem darauf aufmerksam, dass trotz der guten Testergebnisse der Christstollen nicht zu den gesunden Lebensmitteln zählt.

Viel Fett und Zucker – auch die Testsieger-Stollen sind nicht gerade gesund

Schon eine Scheibe Christstollen (100 Gramm) könne bis zu 32 Prozent des täglichen Fett­kontos eines Erwachsenen ausschöpfen – und bis zu 78 Prozent der tolerierten Zuckermenge. Insofern kann es sinnvoll sein, auf einen teureren Stollen zu setzen – und diesen in Maßen zu verzehren. Die Stiftung Warentest nimmt übrigens nicht nur Lebensmittel unter die Lupe. Auch Dienstleistungen, Software oder technische Geräte gehören zum Portfolio.

Erst vor mehreren Wochen hat die Stiftung Warentest FFP2-Masken geprüft – und ein vernichtendes Urteil gefällt. Bei grundsätzlich allen Tests prüft die Verbraucherorganisation die Produkte nach verschiedenen Kriterien. Bei Lebensmitteln wie dem Christstollen sind das etwa Geschmack oder Inhaltsstoffe. Je nach Produktart variieren diese Kriterien. Bewertet wird in allen Tests der Stiftung Warentest nach dem Schulnotenprinzip.

Der Artikel "Stiftung Warentest: Christstollen von Aldi und Edeka schmieren ab" erschien zuerst auf morgenpost.de.

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