Zentralasien

Kasachstan: Höhere Zahlen an Toten und Verletzten

| Lesedauer: 2 Minuten
Ein kasachischer Soldat patrouilliert in Almaty nahe einer Polizeistation. Hinter ihm versammeln sich Angehörige von Personen, die nach den Protesten gegen die Regierung verhaftet wurden.

Ein kasachischer Soldat patrouilliert in Almaty nahe einer Polizeistation. Hinter ihm versammeln sich Angehörige von Personen, die nach den Protesten gegen die Regierung verhaftet wurden.

Foto: dpa

Nach den blutigen Unruhen in der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien haben die Behörden ihre Angaben zur Zahl der Toten und Verletzten deutlich erhöht.

Es seien insgesamt 225 Menschen bei den Ausschreitungen in der Millionenstadt Almaty und in anderen Landesteilen getötet worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Samstag in der Hauptstadt Nur-Sultan mit. Unter den Getöteten seien 206 Bürger und 19 Sicherheitskräfte gewesen.

Am 9. Januar war zunächst von mehr als 160 Toten die Rede gewesen. Die Zahl der Verletzten wurde nun mit knapp 4600 angegeben - mehr als doppelt so viele wie noch am Sonntag vor einer Woche. Zuvor hatte Präsident Kassym-Schomart Tokajew die Behörden angewiesen, die genaue Zahl der Toten und Verletzten zu ermitteln. Die Lage in dem öl- und gasreichen Land hatte sich in den vergangenen Tagen durch einen von Russland geführten Militäreinsatz der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) stabilisiert.

Die Truppen auch aus Belarus, Armenien und den zentralasiatischen Ländern Tadschikistan und Kirgistan werden seit Donnerstag in ihre Länder zurückverlegt. Die Operation soll bis kommenden Mittwoch abgeschlossen werden.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko dankte am Samstag bei einem Auftritt vor den "Friedenssoldaten" für einen erfolgreichen Einsatz in Kasachstan. Er teilte auch mit, dass er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Entscheidung über die OVKS-Mission in der ersten Januarwoche innerhalb einer Stunde getroffen habe.

In dem über viele Jahre international wegen seiner Stabilität gelobten Land an der Grenze zu China hatte es Anfang des Monats zunächst Proteste gegen eine Verdopplung der Preise für Gas, das als Kraftstoff für Autos genutzt wird, gegeben. Die Demonstrationen schlugen nach wenigen Tagen in rohe Gewalt um. Staatschef Tokajew sprach von einem Angriff "terroristischer Banden". Er hatte einen Schießbefehl erteilt. Mehr als 20.000 Menschen sollen an den Protesten beteiligt gewesen sein, es gab mehr als 10.000 Festnahmen. Das neuntgrößte Land der Erde hat rund 18 Millionen Einwohner.

© dpa-infocom, dpa:220115-99-722173/2

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder