Kommentar

Die Katastrophe am Zaun von Melilla muss Folgen haben

USA: Putin verschärft Hungerkrise mit Ukraine-Krieg

USA- Putin verschärft Hungerkrise mit Ukraine-Krieg

Die US-Regierung wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, mit dem Krieg in der Ukraine zu einer "globalen Nahrungsmittelkrise" beizutragen.

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Berlin.  Die europäische Grenzsicherung ist ein Trauerspiel. Das Outsourcing der Verantwortung ist keine Lösung, es schafft nur neue Probleme.

Ist das Europa? Mindestens 23, vermutlich deutlich mehr Menschen sterben beim Versuch, von Marokko aus in die spanischen Exklave Melilla zu gelangen – sie sind erstickt, wurden zu Tode getrampelt oder verbluteten. Melilla hat eine mit bis zu zehn ­Meter hohen Zäunen gesicherte ­Grenze. Wie in der zweiten Exklave ­Ceuta verlaufen hier die einzigen Festlandgrenzen der EU zu Afrika.

Schockierend nannte die Bundesregierung die Katastrophe. Die Tragödie von Melilla muss jetzt von unabhängiger Seite gründlich untersucht werden. Wie konnte es so weit kommen?

Die Sicherung der EU-Außengrenze ist ein Trauerspiel europä­ischer Politik. Mit dem Outsourcing der Verantwortung an andere Staaten werden die Probleme nicht gelöst, sondern einfach nur abgeschoben.

Krieg in der Ukraine verschärft die Lage

Mit Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit hat das nichts zu tun, wenn Polizeiaktionen an der Grenze tödlich enden und Geflüchtete auf der spanischen Seite des Grenzzauns sofort wieder zurückgeschickt werden, ohne ihren Anspruch auf Asyl zu klären. Auch die Migrationspolitik muss im Einklang mit Menschenrechten stehen.

Europa darf sich vor dieser Verantwortung nicht länger wegducken. Der Klimawandel macht manche Regionen auf der Welt unbewohnbar. Und in Afrika und dem Nahen Osten wird in vielen Ländern jedes dritte Brot mit Weizen aus der Ukraine gebacken, der nun nicht mehr ankommt.

Es drohen Hungersnöte, die Millionen Menschen in die Flucht treiben. Es ist wichtig, dass sich nicht nur der G7-Gipfel damit befasst und nach Lösungen sucht. Für Europa aber sollte klar sein, dass der Schutz von Menschenleben wichtiger ist als ein verhinderter Asylantrag.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf waz.de.

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