Korruption in Malaysia: Steckt die Deutsche Bank mit drin?

Bangalore.  Ist die Deutsche Bank Teil eines Korruptionsskandals in Malaysia? Dort wurden Milliarden US-Dollar aus einem Staatsfonds veruntreut.

Seit Wochen war klar, dass die Deutsche Bank nach der abgeblasenen Fusion mit der Commerzbank angesichts geringer Gewinne ihre Strategie noch einmal überdenken und auch tiefe Einschnitte nicht scheuen werde.

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Der malaysische Staatsfonds 1MDB wurde aufgelegt, um die Wirtschaft des Staates in Südostasien anzukurbeln – ein Teil des Geldes landete am Ende aber wohl auf den Konten von Kriminellen. Nun überprüft die US-Justiz, was die Deutsche Bank damit zu tun hat, berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ).

Das US-Justizministerium prüfe, ob sich die größte deutsche Bank der Korruption und Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Skandal um den Staatsfonds aus Malaysia schuldig gemacht hat. Es gehe dabei um 1,2 Milliarden US-Dollar (ca. 1 Milliarde Euro) Schaden, die 1MDB entstanden sein könnten.

Der inzwischen abgewählte malaysische Ministerpräsident Najib Razak hatte 1MDB 2009 zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung aufgelegt. Wie die US-amerikanische Justizbehörde vermutet, sollen jedoch hochrangige Fonds-Manager und einige Partner 4,5 Milliarden US-Dollar (ca. 3,99 Milliarden Euro) veruntreut haben.

Deutsche Bank will bis zu 18.000 Stellen streichen

Die Bank Goldman Sachs hatte drei Anleiheemissionen von 1MDB im Gesamtvolumen von 6,5 Milliarden Dollar (5,77 Milliarden Euro) begleitet und kassierte dafür 600 Millionen Dollar an Gebühren.

Gegen die Deutsche Bank wurde in den vergangenen Jahren mehrfach wegen Geldwäsche ermittelt. So gab es auch eine Razzia in der Chefetage. Beobachter glauben, dass die Deutsche Bank damit auch viel Vertrauen verspielt hat. In den vergangenen Tagen hatte das Geldhaus angekündigt, bei einem Konzernumbau 18.000 Stellen zu streichen: Was sich die Deutsche Bank vom Radikalen Umbau erhofft. Anleger hatten die Ankündigung begrüßt – direkt danach stiegen die Aktien der Deutschen Bank im Wert. Dennoch wirft die Aktion die Frage auf: Steht die deutsche Wirtschaft vor einer neuen Krise? (rtr/ac)

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