Virus

Forscher entdecken neues Virus in China: Was bekannt ist

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: Arterra / GettyImages

Berlin  In China ist ein neues Henipavirus aufgetreten. 35 Menschen wurden mit dem Erreger infiziert. Überträger ist offenbar die Spitzmaus.

Seit dem Ausbruch des Coronavirus wird das Auftreten neuer Krankheitserreger mit besonders großer Sorge verfolgt. Nun ist in China ein Virus neu bei Menschen aufgetreten: Nach Angaben der Taiwan‘s Centers for Disease Control (CDC) sind 35 Infektionen mit dem Langya-Henipavirus bei Menschen aufgetreten. Der aggressive Krankheitserreger wurde bisher nur vom Tier auf den Mensch übertragen und kann im schlimmsten Fall zu Organversagen führen.

26 der Infizierten klagen nach Angaben der "Taipeh Times" über Fieber, Schlappheit, Appetitlosigkeit, Husten, Glieder- und Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Die taiwanesische Zeitung berief sich auf eine Studie, die im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde.

Die Infektionen wurden demnach im Zeitraum zwischen Ende 2018 und Anfang 2021 entdeckt. Der Untersuchung zufolge leiden Patienten des neuartigen Virus teils unter der Abnahme weißer Blutkörperchen sowie weißer Blutplättchen. Die schlimmsten Fälle zogen sogar Leber- beziehungsweise Nierenversagen nach sich.

Zoonose: Langya-Henipavirus in einer Reihe mir Corona und Affenpocken

Vonseiten der taiwanesischen Gesundheitsbehörde heißt es, dass es bisher zu keiner Übertragung von Mensch zu Menschen kam. Bei der erstmals dokumentierten Krankheit handelt es sich wie beim Coronavirus und den Affenpocken um eine Zoonose, also eine aus dem Tierreich eingeschleppte Erkrankung. Die Infizierten seien demnach nicht miteinander in Kontakt gekommen. Betroffen sind die Provinzen Shandong und Henan.

Nachdem 25 Wildtierarten auf das Langya-Henipavirus untersucht wurden, ist die Spitzmaus der wahrscheinlichste Überträger der Zoonose. Mehr als ein Viertel der Nager ist selbst vom Virus befallen. Obwohl das Virus auch bei Hunden und Ziegen gefunden wurde, sei die Spitzmaus das "natürliche Reservoir" für den Krankheitserreger. (sk mit dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de