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Corona-News vom 11. August – RKI: Sommerwelle überschritten

| Lesedauer: 26 Minuten
Diese Corona-Regeln gelten ab Herbst

Diese Corona-Regeln gelten ab Herbst

Die Bundesregierung hat die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes vorgelegt. Diese Maßnahmen sollen sich demnach ab Herbst ändern.

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Das RKI sieht den Gipfel der Sommerwelle überschritten. Die Infektionen gingen deutlich zurück. Entwarnung gibt es nicht. Der Blog.

  • Gesundheitsminister Lauterbach stellt sich am Vormittag Fragen von Journalistinnen und Journalisten zur Corona-Lage
  • Das RKI meldet am Freitag 49.839 Corona-Neuinfektionen – die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt
  • Ministerpräsident Daniel Günther hat eine deutliche Lockerung der Quarantäneregeln für Corona-Infizierte geforder
  • Nordkorea behauptet, das Coronavirus ausgerottet zu haben
  • Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten ist ein Grundsatzurteil gefallen
  • Unser Corona-Blog schließt an dieser Stelle. Aktuelle News zur Pandemie lesen hier.

Berlin. In der Corona-Sommerwelle sieht das Robert Koch-Institut (RKI) den Zenit überschritten. Das RKI schreibt im aktuellen Wochenbericht, das Infektionsgeschehen flache weiter ab.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will heute in Berlin Fragen zur Corona-Lage beantworten. Seit Lauterbach und Justizminister Marco Buschmann (FDP) einen Katalog mit Schutzmaßnahmen für Herbst und Winter vorgelegt haben, gibt es an den Plänen Kritik aus den Bundesländern.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI bis Freitagmorgen 49.839 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 59.506) und 167 Todesfälle (Vorwoche: 165) innerhalb eines Tages.

Das RKI gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz von Infektionen mit dem Coronavirus am Donnerstagmorgen mit 345,9 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 354,5 gelegen (Vorwoche: 432,2; Vormonat: 702,4). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen.

Corona-News von Freitag, 12. August: Unser Corona-Blog schließt hier

10 Uhr: Wir danken für Ihr Interesse. Aktuelle News zur Pandemie lesen hier.

Günther will Quarantäne nur noch für Corona-Infizierte mit Symptomen

1.10 Uhr: Ministerpräsident Daniel Günther hat eine deutliche Lockerung der Quarantäneregeln für Corona-Infizierte gefordert. "Aktuell müssen Infizierte fünf Tage in Isolation, auch ohne Symptome. Mein Vorschlag: Nur noch wer Symptome hat, bleibt zu Hause", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Es brauche derzeit "keine Regeln, die die Menschen verunsichern, sondern solche, die vulnerable Gruppen schützen." Bei einer Verschlechterung der Lage müsse die Möglichkeit zum schnellen Eingreifen bestehen. "Dazu reichen die aktuellen Gesetze", meinte Günther.

Corona-News von Donnerstag, 11. August – RKI zu Corona-Situation: Gipfel aktueller Welle scheint überschritten

22.07 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet zuletzt ein Abflachen des Corona-Infektionsgeschehens und sieht deshalb den Zenit der Sommerwelle überschritten. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei in der vergangenen Woche nach dem bereits deutlichen Rückgang in der Vorwoche erneut um insgesamt 27 Prozent gesunken und in allen Bundesländern und Altersgruppen rückläufig, geht aus dem RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend hervor.

Zudem seien die Anzahl Sars-CoV-2-Infizierter mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion in Deutschland und die Zahl der Arztbesuche Infizierter gesunken, "so dass der aktuelle Wellengipfel überschritten zu sein scheint".

Neu Delhi führt Corona-Maskenpflicht wieder ein

18.20 Uhr: Angesichts steigender Corona-Zahlen gilt in Indiens Hauptstadt Neu Delhi wieder eine Maskenpflicht. Wer an öffentlichen Orten ohne Maske erwischt wird, muss 500 Rupien (6 Euro) Bußgeld zahlen. Dies teilte die Regierung am Donnerstag mit. In der Millionenmetropole wurden in den vergangenen Tagen oft rund 2000 Fälle pro Tag registriert. Der Anteil der positiv ausgefallenen Corona-Tests sei auf knapp 18 Prozent gestiegen, berichtete "India Today".

In ganz Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern wurden zuletzt mehr als 16 000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet, wie offizielle Zahlen am Donnerstag zeigten. Das sind weniger als derzeit in ganz Deutschland. Experten haben bislang aber mehrfach Zweifel an der Aussagefähigkeit der indischen Corona-Zahlen geäußert und gesagt, dass sie zu niedrig seien.

Arbeiten im Heim ohne Impfung? - Gericht weist Klagen ab

16.20 Uhr: Zwei Mitarbeiter eines mittelhessischen Seniorenheims ohne Corona-Impfnachweis sind vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht mit ihren Eilanträgen auf Weiterbeschäftigung gescheitert. Diese hätten darauf keinen Anspruch, teilte das Gericht am Donnerstag in Frankfurt mit. Der erforderliche Impfnachweis wirke wie eine berufliche Tätigkeitsvoraussetzung. In erster Instanz hatte bereits das Arbeitsgericht Gießen im April die Eilanträge abgewiesen. Daraufhin legten die Männer Berufung beim Landesarbeitsgericht ein.

Die Entscheidung der Frankfurter Richter, die Anträge ebenfalls abzuweisen und die Gießener Urteile zu bestätigen, ist rechtskräftig. Die Entscheidungen betrafen aber nur das Eilverfahren. Das Hauptverfahren läuft noch am Arbeitsgericht Gießen, ein Urteil steht noch aus.

Seit Mitte März greift die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht für Beschäftigte in Kliniken, Praxen oder Pflegeheimen. Diese mussten bis zum 15. März ihren Impfschutz oder den Genesenenstatus nachweisen - oder ein Attest vorlegen, dass sie die Spritze aus medizinischen Gründen nicht bekommen können.

Geldstrafe für renitente Masken-Verweigerin im Flugzeug

15.29 Uhr: Nachdem sie das Tragen einer Maske in einem Flugzeug verweigert hat, muss eine Frau eine Geldstrafe von 2350 Euro (90 Tagessätze) zahlen. Ein entsprechender Strafbefehl des Amtsgerichts Frankfurt gegen die 41-Jährige wurde am Donnerstag wirksam, nachdem die Beschuldigte nicht zum Prozess gekommen war. Verurteilt wurde sie wegen Körperverletzung und Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.

Die Passagierin hatte bereits während des Fluges von Mexiko nach Deutschland im April vergangenen Jahres keinen Mund-Nasen-Schutz angelegt. Dies nahm der Kapitän zum Anlass, sie während einer Zwischenlandung in Frankfurt aus der Maschine zu weisen. Als sie sich weigerte, den Flieger zu verlassen, wurden Polizeibeamte verständigt, denen sich die Frau mit Gewalt widersetzte. Die Polizisten trugen leichtere Verletzungen davon. Erst mit Verspätung konnte der Flug Richtung München fortgesetzt werden.

Scholz sichert Ländern weiter Handlungsmöglichkeiten gegen Corona zu

14.11 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Bundesländern zugesichert, dass sie auch im Herbst und Winter Schutzmaßnahmen im Fall einer verschlechterten Corona-Lage ergreifen können. Scholz verwies am Donnerstag in Berlin darauf, dass die Bundesregierung einen Vorschlag für "gesetzliche Rahmenbedingungen für Handlungsmöglichkeiten der Länder" vorgestellt habe. Er verwies damit auf ein Anfang August vorgelegtes Schutzkonzept von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP).

Scholz sagte weiter: "Unser Programm ist, dass wir, wenn der Bundestag im September zusammenkommt, diese Gesetze gleich beschließen, so dass es einen unmittelbaren Anschluss für Handlungsmöglichkeiten für den ganzen Winter gibt, wenn die Gesetze, die heute gelten, am 23. September auslaufen." Er versicherte: "Das wird klappen."

Brandenburg verlängert Corona-Auflagen: Testpflicht nach Schulstart

13.03 Uhr: Brandenburg hat die Corona-Auflagen um weitere vier Wochen bis zum 12. September verlängert. Neu in die Corona-Schutzverordnung aufgenommen ist eine dreimalige Testpflicht an Schulen in der ersten Woche nach den Sommerferien.

Wie die Staatskanzlei am Donnerstag nach einem Kabinettsbeschluss mitteilte, gilt in Brandenburg bis 12. September weiterhin die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens. Auch eine Testpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen bleibt bestehen.

In einer sogenannten Schutzwoche in Schulen müssen in allen Schulen Schüler und Lehrkräfte, die nicht immunisiert sind, einen Corona-Selbsttest machen. Dies ist in der ersten Woche nach den Sommerferien an drei Tagen vorgeschrieben (22., 24. und 26. August). Die Testpflicht gilt auch für anderes Schulpersonal, das direkten Kontakt zu Lehrern und Schülern haben kann. Geimpfte und genesene Schüler sowie in der Schule Tätige können sich freiwillig selbst testen, hieß es in der Mitteilung der Staatskanzlei.

Experte: Günstiger Corona-Trend in Österreich vor Ende

6.00 Uhr: Die aktuell günstige Corona-Prognose in Österreich wird sich nach Ansicht von Experten langfristig nicht fortsetzen. Ende August oder Anfang September sei wieder mit einer schrittweisen Verschärfung zu rechnen, sagte der Simulationsforscher Niki Popper der Deutschen Presse-Agentur. Dies werde sich bei der Belegung der Krankenhäuser mit Covid-Patienten zeigen. Die Fallzahlen selbst sagten auch in Österreich immer weniger aus, speziell seit der Abschaffung der Quarantäne-Pflicht für Infizierte am 1. August.

Der Schritt habe den Anreiz, sich testen zu lassen, weiter verringert, sagte Popper. "Dadurch ist den Fallzahlen derzeit nicht zu vertrauen." Einen Überblick könne man sich mit dem Monitoring des Abwassers verschaffen. Das Ende der Quarantänepflicht erhöhe im Modell die Ausbreitungsdynamik. "Es rennen mehr Leute herum, die sich gegenseitig anstecken." Allerdings sorgten aktuell die Saisonalität - im Sommer grassiert das Virus weniger - und eine partielle Immunität der Bevölkerung für einen dämpfenden Einfluss.

Nordkorea will Coronavirus ausgerottet haben

5.40 Uhr: Drei Monate nach der erstmaligen Bestätigung eines Corona-Ausbruchs im Land hat Nordkorea eigenen Angaben zufolge das Virus besiegt. Machthaber Kim Jong Un habe feierlich den Sieg im Kampf um die Ausrottung des "neuen Coronavirus" erklärt, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Donnerstag. Kim habe die Erklärung am Mittwoch in Pjöngjang bei einem nationalen Treffen zu den Maßnahmen gegen die Epidemie gemacht. Die Kampagne gegen das Virus sei nun abgeschlossen, doch müsse Nordkorea weiter wachsam sein und die Grenzgebiete wirksam überwachen, wurde er zitiert.

Seit fast zwei Wochen meldete das Land keine neuen Krankheits- oder Verdachtsfälle, die im Zusammenhang mit dem Ausbruch stehen. Es war nach wie vor unklar, wie viele Corona-Infektionen es tatsächlich gegeben hat.

Corona-News von Mittwoch, 10. August – Lindner verspricht "liberalere Bekämpfung der Corona-Pandemie"

20.16 Uhr: Im Streit um die Corona-Maßnahmen für Herbst und Winter macht sich FDP-Chef Christian Lindner für weniger Einschränkungen als in den vergangenen Pandemie-Wintern stark. "Es wird eine liberalere, eine verhältnismäßigere Bekämpfung der Corona-Pandemie geben", sagte Lindner dem Fernsehsender Welt. Das vergangene Woche nach langen Verhandlungen vorgelegte Schutzkonzept von Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bezeichnete Lindner als "erste Vorschläge".

"An denen wird jetzt weitergearbeitet", sagte der Finanzminister. "Ich nehme auch wahr, wie die öffentliche Reaktion auf dieses und jenes Detail war, das werten wir aus und die Menschen können sicher sein: Mit den wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs lassen wir sie nicht allein, und wir werden auch nicht wieder in Deutschland zu flächendeckenden pauschalen Freiheitseinschränkungen zur Pandemiebekämpfung kommen."

Krankenhausgesellschaft will Korrekturen an Corona-Schutzplänen

16.54 Uhr: Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, fordert in der Corona-Pandemie Nachbesserungen am geplanten Infektionsschutzgesetz. "Wir begrüßen, dass eine Maskenpflicht in Innenräumen weiter möglich sein soll", sagte Gaß der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Die Ausnahmen für Geimpfte sind aber völlig unpraktikabel und widersprechen deshalb dem Ziel eines guten Infektionsschutzes." Auch die für Kliniken geplanten Regeln seien nicht umsetzbar: Den Krankenhäusern werde mit den neuen Regeln ein so nicht umsetzbarer, zusätzlicher Aufwand aufgebürdet.

"Vorgesehen ist, dass zukünftig alle in den Krankenhäusern Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher nur mit einem aktuellen Test oder einem höchstens drei Monate alten Impfnachweis (nach dreifacher Impfung) und in beiden Fällen einer FFP2-Maske ein Krankenhaus betreten dürfen", erklärte Gaß.

Grundsatzurteil für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gefällt

15.52 Uhr: Arbeitgeber müssen Beschäftigte grundsätzlich weiter bezahlen, wenn sie härtere Quarantäneregeln als behördlich vorgeschrieben für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten erlassen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch (5 AZR 154/22) in Erfurt.

Den Präzedenzfall für ein weiteres Corona-Urteil des höchsten deutschen Arbeitsgerichts lieferte ein Lebensmittelhersteller aus Berlin. Der Kläger, ein Urlaubsrückkehrer aus der Türkei, hatte ein Betretungsverbot für seinen Betrieb trotz negativem Corona-Test erhalten. Er wehrte sich erfolgreich gegen die betriebliche Regelung, die während der verordneten vierzehntägigen Quarantäne keine Bezahlung vorsah.

EMA strebt Zulassung von Biontech-Impfstoff gegen Omikron-Variante für Herbst an

14.45 Uhr: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) strebt die Zulassung eines an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs von Biontech für Herbst an. Die EMA "erwartet einen Antrag für den von Pfizer/Biontech entwickelten an BA.4/5 angepassten Impfstoff, der für eine mögliche rasche Zulassung im Herbst bewertet werden wird", erklärte die Behörde am Mittwoch.

BA.4 und BA.5 sind die aktuell dominanten Subtypen der Omikron-Variante des Coronavirus. Die EMA hat nach eigenen Angaben am Montag eine Prüfung der an die beiden Subtypen angepassten Version des Biontech-Impfstoffs gestartet. Ende Juni hatten das Mainzer Pharmaunternehmen und sein US-Partner Pfizer bekannt gegeben, einen wirksamen Impfstoff gegen die Varianten BA.4 und BA.5 des Coronavirus entwickelt zu haben.

Estlands Regierungschefin positiv auf Corona getestet

13.58 Uhr: Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallas ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Der Morgen fing positiv an – leider Covid-positiv", teilte die Regierungschefin des baltischen EU- und Nato-Landes am Mittwoch auf Facebook mit. Auf Anraten des Arztes werde sie die kommende Tage von zu Hause aus weiterarbeiten, mehrere geplante physische Termine müsse sie absagen. Die 45-Jährige rief zugleich ihre Landsleute dazu auf, vorsichtig zu sein, auf ihre Gesundheit zu achten und sich impfen zu lassen. "Es ist gerade viel Covid unterwegs", schrieb Kallas. In Estland wurden zuletzt wie in vielen anderen Länder wieder steigende Neuinfektionen registriert.

Anwälte beantragen Haftprüfung für "Querdenken"-Gründer Ballweg

13.39 Uhr: Die Anwälte des inhaftierten "Querdenken"-Gründers Michael Ballweg wollen erreichen, dass der 47-Jährige schon bald auf freien Fuß kommt. Am kommenden Montagnachmittag werde es einen von ihnen beantragten Haftprüfungstermin geben, sagte der Anwalt Alexander Christ der Deutschen Presse-Agentur. Ein Sprecher des Amtsgerichts Stuttgart bestätigte den Termin.

Dabei solle geprüft werden, ob der dringende Tatverdacht und die Fluchtgefahr weiterhin bestehen, sagte Christ, der innerhalb eines Teams aus Anwälten die Medienarbeit übernommen hat. Sie seien zuversichtlich, dass Ballweg nach der Haftprüfung auf freien Fuß komme. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen Betrugs und Geldwäsche gegen Ballweg. Dieser sitzt seit dem 29. Juni wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Nach Angaben aus Justizkreisen besteht der Verdacht des Betruges in Höhe von rund 640.000 Euro sowie der Geldwäsche in Höhe von rund 430 000 Euro. Nach Angaben von Christ konnte das Team der Verteidiger mittlerweile Akteneinsicht nehmen.

Faeser: Nur kleine Minderheit ist "sehr radikal unterwegs"

5.45 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) rechnet bei Protesten infolge der aktuellen Preissteigerungen und der Energiekrise mit keiner Eskalation. "Nein, ich glaube nicht, dass es zu Volksaufständen oder ähnlichem kommen wird", sagte Faeser am Dienstagabend bei der Talk-Reihe "RND vor Ort" des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (RND) in Potsdam.

Sicher würden Menschen auf die Straße gehen und protestieren, wie es bei den Corona-Maßnahmen Anfang des Jahres bereits der Fall war, sagte Faeser. Es sei aber lediglich "eine kleine Minderheit, die sehr radikal unterwegs ist".

Weiter Kritik an Corona-Schutzplänen des Bundes für den Herbst

4.59 Uhr: Die Kritik an den Corona-Schutzplänen des Bundes für die kalte Jahreszeit dauert an. Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, forderte Nachbesserungen am geplanten Infektionsschutzgesetz. "Wir begrüßen, dass eine Maskenpflicht in Innenräumen weiter möglich sein soll", sagte er der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Die Ausnahmen für Geimpfte sind aber völlig unpraktikabel und widersprechen deshalb dem Ziel eines guten Infektionsschutzes."

Auch die für Kliniken geplanten Regeln seien nicht umsetzbar. "Vorgesehen ist, dass zukünftig alle in den Krankenhäusern Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher nur mit einem aktuellen Test oder einem höchstens drei Monate alten Impfnachweis (nach dreifacher Impfung) und in beiden Fällen einer FFP2-Maske ein Krankenhaus betreten dürfen", erklärte Gaß.

Corona-News von Dienstag, 9. August: Länder sehen Nachbesserungsbedarf bei Infektionsschutzgesetz

  • Die Gesundheitsminister der Länder sehen Nachbesserungsbedarf beim Entwurf des Bundes für das künftige Infektionsschutzgesetz.
  • Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Fall einer deutlich verschlechterten Corona-Lage im Herbst und Winter auf eine Maskenpflicht in Innenräumen einstellen.
  • Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zieht mit seinen Äußerungen zur vierten Corona-Impfung erneut Kritik auf sich.
  • Die Zahl der PCR-Tests auf Sars-CoV-2 und der Anteil der positiven Ergebnisse sind einem Laborverband zufolge in der vergangenen Woche weiter zurückgegangen.
  • Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen waren im Jahr 2020 die häufigste Ursache für stationäre Krankenhausbehandlungen von jungen Menschen in Deutschland.
  • Viele Tierheime in Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes zurzeit überlastet. So nehmen unter anderem das Tierheim in Berlin und das in Nürnberg keine neuen Tiere mehr auf, weil sie schon zu viele Hunde, Katzen und Kleintiere betreuen.
  • Vor Beratungen der Gesundheitsminister reißt die Debatte über den Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz nicht ab.

Corona-News von Montag, 8. August: Gesundheitsminister beraten über neues Infektionsschutzgesetz

  • Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Dienstag in einer virtuellen Sondersitzung über das neue Infektionsschutzgesetz beraten. Es sei mit Blick auf den Herbst ein allgemeiner Austausch angedacht, um ein Länderbild zu bekommen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums von Sachsen-Anhalt vorab.
  • Das Mainzer Unternehmen Biontech profitiert auch weiterhin kräftig von der großen Nachfrage nach seinem Corona-Impfstoff. Im ersten Halbjahr machte Biontech einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro und einen Gewinn von 5,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.
  • Der neue Corona-Impfstoff sollte nach Überzeugung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf dem aktuell dominanten Omikron-Subtyp BA.4/5 basieren – und nicht wie bislang vorgesehen auf der ursprünglichen Variante BA.1.
  • Das Corona-Schutzkonzept der Bundesregierung für den Herbst und Winter stößt bei einigen FDP-Abgeordneten im Bundestag auf Widerstand. So sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki der "Welt", der Vorschlag von Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bedürfe noch einiger Überarbeitungen.

Corona-News von Sonntag, 7. August: US-Präsident Biden beendet Isolation

  • US-Präsident Joe Biden hat am Sonntag seine Corona-Isolation beendet, nachdem er den zweiten Tag in Folge ein negatives Testergebnis erhalten hatte. "Ich fühle mich gut", sagte der Präsident lächelnd vor Reportern, als er vor dem Weißen Haus in einen Hubschrauber stieg, der ihn zu seinem Ferienhaus in Delaware fliegen sollte. Biden verließ erstmals seit dem 20. Juli wieder das Weiße Haus.
  • Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat nach der Einigung auf das neue Infektionsschutzgesetz die darin vorgesehene Option zu einer Rückkehr zur Maskenpflicht an mehr Orten als zuletzt verteidigt. Die Maske habe das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aller Maßnahmen, sagte Buschmann der "Bild am Sonntag". Er habe auch nie an deren Wirksamkeit gezweifelt, das sei ihm angedichtet worden.
  • Zehntausende Touristen sind wegen eines Corona-Ausbruchs im chinesischen Urlaubsparadies Sanya auf der Insel Hainan gestrandet, die als "Chinas Hawaii" bekannt ist. Flüge und Bahnverbindungen wurden gestoppt, nachdem einige hundert Infektionen auf der Insel entdeckt worden waren und sich das Virus offenbar weiter ausbreitet, wie Staatsmedien am Sonntag berichteten.

Corona-News von Samstag, 6. August: Vierte Impfung: Lauterbach verlangt Impfempfehlungen für alle Altersgruppen

  • Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verlangt mit Blick auf die vierte Impfung klare Empfehlungen für sämtliche Altersgruppen: "Wir sollten nicht nur sagen, was die über 70-Jährigen machen sollen. Wir müssen auch eine Antwort für den 40-Jährigen haben", sagte der SPD-Politiker unserer Redaktion. Auch die Jüngeren wollten wissen, was sie machen sollen. "Wir brauchen jetzt klare Empfehlungen für alle Altersgruppen."
  • US-Präsident Joe Biden ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Er bleibe aber vorerst in Isolation, bis es einen zweiten negativen Antigentest gebe, teilte sein Arzt Kevin O'Connor am Samstag laut einer Erklärung des Weißen Hauses mit.
  • Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hat vor dem nächsten Corona-Herbst gefordert, dass die Offenhaltung von Schulen und Kitas diesmal "wirklich Priorität" hat. "Wir müssen in diesem Herbst das Versprechen einhalten, dass es keine Kita- und Schulschließungen mehr gibt", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Das muss wirklich Priorität haben."
  • Deutschlands Amtsärztinnen und Amtsärzte gehen davon aus, dass die Zahl der Corona-Infektionen weitaus höher ist als offiziell angegeben. Er schätze die Corona-Dunkelziffer auf etwa zwei- bis dreimal so hoch wie die offiziellen Zahlen, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖDG), Johannes Nießen, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag.
  • Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich auf Twitter zu seiner Corona-Infektion geäußert. Der SPD-Politiker teilte mit, dass seine Symptome noch leicht seien. "Zur Vermeidung von Komplikationen nehme ich Paxlovid", so Lauterbach. Das Medikament soll einen schweren Krankheitsverlauf verhinden.
  • Wegen Todesdrohungen gegen den US-Virologen und Corona-Regierungsberater Anthony Fauci sowie andere Regierungsvertreter ist ein 57-Jähriger aus dem US-Bundesstaat West Virginia zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Mann hatte sich schuldig bekannt, zwischen Dezember 2020 und Juli 2021 Droh-Mails verschickt zu haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Corona-News von Freitag, 5. August – Corona-Experte Watzl: Mit der vierten Corona-Impfung jetzt noch warten

  • Der Corona-Experte und Immunologe Carsten Watzl rät älteren Menschen und Risikopatienten mit einer vierten Impfung noch zu warten, bis die an die Omikron-Variante angepassten Vakzine zugelassen sind: "Da die angepassten Impfstoffe hoffentlich nächsten Monat kommen, kann man jetzt auch warten, wenn man die vierte Impfung bisher noch nicht gemacht hat", sagte Watzl unserer Redaktion.
  • Nach dem Tod der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr ist am Freitag in Oberbayern die Wohnung eines Mannes durchsucht worden. Dem 59-Jährigen aus dem Landkreis Starnberg werde Bedrohung und Nachstellung Kellermayrs vorgeworfen, berichtete die Generalstaatsanwaltschaft München anschließend.
  • Wegen der Ausstellung von Hunderten falschen Masken-Attesten ist eine Ärztin aus Oberbayern zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Aufgrund der mangelnden Schuldeinsicht der Angeklagten sei die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt worden, erläuterte Amtsgerichts-Direktorin Christine Schäfer am Freitag.
  • Jeder achte Corona-Infizierte leidet Wochen oder Monate nach der Infektion an mindestens einem Symptom von Long Covid. Das geht aus einer großangelegten Studie aus den Niederlanden hervor, die am Donnerstag in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde.
  • Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat die geplanten neuen Corona-Regelungen scharf kritisiert. "Ich finde nicht, dass das Infektionsschutzgesetz in dieser Form für mich zustimmungsfähig ist", sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Freitag) und stellte sich damit auch gegen seinen Parteifreund Marco Buschmann.
  • Nach dem Tod der von Corona-Impfgegnern bedrohten Ärztin Lisa-Maria Kellermayr haben auch die österreichischen Behörden die Ermittlungen wieder aufgenommen. Die "inländische Gerichtsbarkeit" sei nach dem Suizid der 36-jährigen Hausärztin wieder gegeben, sagte der leitende Staatsanwalt Christian Hubmer am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten".
  • Der Städte- und Gemeindebund hält die im neuen Infektionsschutzgesetz geplanten Ausnahmen von der Maskenpflicht für nicht kontrollierbar. "Die Befreiung von der Maskenpflicht für Geimpfte oder Genesene ist im Alltag kaum wirksam zu kontrollieren und nur sehr schwer umzusetzen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den RND-Zeitungen vom Freitag.
  • In Nordkorea haben sich nach offiziellen Angaben alle Patienten erholt, die seit der Bestätigung der ersten Covid-19-Infektionen im Mai erkrankt waren. Am Freitag habe es am siebten Tag in Folge keine "Fieberfälle" gegeben, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag mit. Nordkorea spricht in Fallberichten von "Fieber-Patienten", nicht von "Covid-Patienten", wohl aufgrund mangelnder Testkapazitäten.
  • Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 59-Jährige sei am Donnerstagabend positiv getestet worden, teilte sein Ministerium am frühen Freitagmorgen mit.

In Corona-News von Donnerstag, 4. August: RKI gibt keine Entwarnung in der Sommerwelle

  • In der Corona-Sommerwelle erkennt das Robert Koch-Institut einen sinkenden Trend, gibt aber weiter keine Entwarnung.
  • Noch immer sieht das Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Corona-Pandemie bei Millionen Menschen weiteren Impfbedarf – obwohl im Juli wieder etwas mehr Impfungen als im Vormonat verabreicht worden sind.
  • Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen sind Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden ab sofort wieder rein telefonisch und ohne Praxisbesuch möglich.
  • Trotz der für den Herbst erwarteten Zuspitzung der Coronalage soll das Münchner Oktoberfest wie geplant stattfinden.
  • Vertreterinnen und Vertreter von Ärzteverbänden sowie Patientenschützer haben Lob und Kritik an den Regierungsplänen zur Corona-Bekämpfung ab Herbst geäußert.
  • Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fördert die Bundesregierung erstmals die Entwicklung eines nasalen Impfstoffs.
  • In der Debatte um ein mögliches Ende der Isolationspflicht für Corona-Infizierte will die Bundesregierung nach Angaben Bayerns keine Neubewertung der Lage durch das Robert Koch-Institut (RKI).
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 451,3 angegeben.

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(fmg/dpa/afp/epd)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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