Pandemie

Digitaler Impfpass: Das unterscheidet die Nachweis-Apps

Lesedauer: 5 Minuten
Mehr als 22 Millionen digitale Impfpässe in Deutschland ausgestellt

Mehr als 22 Millionen digitale Impfpässe in Deutschland ausgestellt

In Deutschland wurden bereits mehr als 22 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mitteilt. Geimpfte können ihr Zertifikat, etwa bei einer Reise, in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone vorzeigen. Bis Ende Juni soll es allen, die es wollen, zur Verfügung stehen.

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Berlin.  Wer gegen Corona geimpft ist, kann das derzeit mit zwei Apps nachweisen. Das ist der Unterschied zwischen CovPass und Corona-Warn-App.

  • Die Corona-Impfung kann nun auch digital nachgewiesen werden
  • Für den digitalen Impfpass können mittlerweile drei Apps benutzt werden
  • Das RKI entwickelte für den Nachweis eine neue Version der Corona-Warn-App und den neuen "CovPass"
  • Doch was sind die Unterschiede zwischen den Apps?

Wer schon jetzt zwei Sticker im Impfpass kleben hat, die eine Corona-Impfung bescheinigen, dem steht ab sofort eine weitere Nachweismöglichkeit zur Verfügung. Mithilfe von Apps lässt sich das europaweit gültige Covid-19-Impfzertifikat in Zukunft ganz leicht auf dem Smartphone anzeigen – ohne Impfbescheinigung oder gelbes Heft.

Dieser einfache digitale Nachweis kann zum Beispiel praktisch sein, wenn es um die Befreiung von eventuellen Kontaktbeschränkungen, Testpflichten oder Quarantänevorgaben geht. Auf Reisen oder beim Bummeln und Veranstaltungen kann man dann auf den Impfausweis in Papierform verzichten.

Corona-Impfung: Zwei Möglichkeiten zum digitalen Nachweis

Ausgestellt werden die Zertifikate mit QR-Code zum Einscannen derzeit vor allem von Apotheken. Arztpraxen und Impfzentren sollen zwar so schnell wie möglich an die Technik angeschlossen werden. Flächendeckend sind die Impfzertifikate, sowohl nachträglich als auch direkt bei der Zweitimpfung ausgestellt, aber noch nicht verfügbar.

Geimpfte mit Zertifikat haben allerdings von nun an die Wahl: Sowohl die Corona-Warn-App als auch die neue App CovPass des Robert Koch-Instituts (RKI) können in der jeweils aktuellen Version per Scan des QR- oder Barcodes auf dem Impfnachweis die Zertifikate speichern. Die Apps speichern den Nachweis nur lokal auf dem Telefon – dieser enthält auch nur die wichtigsten Daten: den Impfstatus, den vollständigen Namen und das Geburtsdatum.

Die Codes zum Impfnachweis lassen sich laut der Dokumentation beliebig oft vom Blatt in die App scannen. Man kann sie also auch auf mehreren Telefonen nutzen. Das ist auch praktisch, wenn man ein neues Telefon kauft.

So unterscheiden sich CovPass und Corona-Warn-App

Beide Apps, mit denen Scan und dann der Nachweis der Impfung möglich sind, laufen auf allen aktuellen Android- und iOS-Smartphones (Betriebssysteme ab iOS12 oder Android 6). Wer sie nicht installiert hat, erhält sie kostenlos im jeweiligen App Store. Die CovPass-App ist zudem auch in der App-Gallery des Anbieters Huawei erhältlich.

Bei der Funktion für den Impfnachweis gibt es eigentlich, bis auf die Aufmachung in den Apps selbst, keine Unterschiede. CovPass hat aber nicht die von manchen abgelehnte Kontaktnachverfolgungs-Funktion der Corona-Warn-App. Wer also lediglich den digitalen Impfnachweis nutzen möchte, aber auf das Tracing verzichten möchte, ist besser damit beraten, den CovPass zu nutzen.

Lesen Sie auch: Impfpass in der App: Ist die digitale Version kostenlos?

Auch Luca-App hat Impfnachweis integriert

Allerdings macht auch die Corona-Warn-App die Nutzer und Nutzerinnen nicht zum gläsernen Menschen: Die App läuft zwar stets im Hintergrund und erkennt andere Smartphones in der Nähe, auf denen die Anwendung ebenfalls aktiviert ist. Die App speichert dann aber nur deren zufällige Bluetooth-Identifikationscodes für begrenzte Zeit. Diese verschlüsselten Zufallscodes erlauben keine Rückschlüsse auf den Nutzer oder seinen Standort.

In Zukunft sollen auch Genesenen-Nachweise und Testergebnisse im CovPass angezeigt werden können. Wer Letzteres jetzt schon machen möchte, muss auf die Corona-Warn-App zurückgreifen, über die man sich auch per QR-Code bei Veranstaltungen oder an Orten registrieren kann.

Der digitale Corona-Impfnachweis kann zudem in der Luca-App hochgeladen werden. Damit stehen mit der App CovPass, der Corona-Warn-App des Bundes und der Luca-App nun drei unterschiedliche Lösungen zur Verfügung, um einen Impfnachweis auf dem Smartphone präsentieren zu können. Allerdings gab es bei der Luca-App zuletzt immer wieder Beschwerden wegen Sicherheitslücken.

Digitaler Impfpass: 2022 könnte Weiterentwicklung kommen

Für das Reisen dürfte das Eintragen des Impfzertifikats in die Luca-App allerdings wohl nur wenig bringen. Da die jeweils nationalen Lösungen für das Zertifikat am Ende über eine EU-Plattform zusammengeschaltet werden sollen, dürfte hier vor allem auf die von der Bundesregierung und dem RKI entwickelten App-Lösungen gesetzt werden.

Für die Gegenseite wird es auch eine App-Lösung geben: Dienstleister sollen mit einer Überprüfungs-Anwendung mittels der Smartphone-Kamera die Nachweise vom jeweiligen Handy-Display scannen können. Die Kontrolle läuft dann analog zu Ticket-Prüfungen oder dem Boarding am Flughafen. Um Missbrauch zu vermeiden, werden die Daten eventuell mit einem amtlichen Lichtbildausweis abgeglichen.

Der digitale Nachweis ist weiterhin nur eine freiwillige Ergänzung zum gelben Impfpass aus Papier. Auch das nach der Zweitimpfung ausgestellte Zertifikat kann ohne Abscannen als Beleg genutzt werden, heißt es zudem vom Bundesgesundheitsministerium. Für den Anfang ist nur die Corona-Impfung digital nachweisbar – allerdings sollen ab dem kommenden Jahr auch andere Impfungen digital erfasst werden können.

(mit dpa)

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