Weltweite Reisewarnung: Fällt Urlaub 2020 nun komplett aus?

Berlin.  Unzählige Urlaube und Reisen fallen aus. Wie bekomme ich mein Geld zurück? Fällt Urlaub 2020 ganz aus? Das müssen Urlauber wissen.

Urlaub 2020: Was kann ich in der Corona-Krise überhaupt noch planen?

Einreisesperren und abgesagte Flüge machen Urlaub momentan unmöglich. Aber was kommt nach dem Coronavirus? Kann ich nun schon Sommerurlaub planen?

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  • Die Ausbreitung des Coronavirus legt weltweit den Reiseverkehr lahm
  • Zahlreiche Länder haben ihre Grenzen geschlossen
  • Das Auswärtige Amt hat eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen, die bis mindestens Ende April gilt
  • Einige Deutsche sitzen noch immer wegen Reisebeschränkungen im Ausland fest
  • Die Reisebranche fürchtet sich vor einer riesigen Pleitewelle
  • Was bedeutet die Corona-Pandemie für den Urlaub in diesem Jahr? Die wichtigsten Antworten

Das Coronavirus hat die Welt im Griff – und macht Reisen (fast) unmöglich. Die Reisebranche ist einer der am härtesten von der Krise getroffenen Wirtschaftszweige.

Veranstalter und Hotelbetreiber sorgen sich um ihre Existenz. Wer für dieses Jahr Urlaub geplant hatte, ist im Ungewissen, ob Reisen überhaupt möglich sein wird. Wer schon unterwegs war, ist womöglich sogar gestrandet. Ein Überblick, was man jetzt zu Reisen in der Corona-Krise wissen muss.

Coronavirus: Wie komme ich zurück nach Deutschland, wenn ich im Ausland festsitze?

Die Bundesregierung hat gemeinsam mit Reiseveranstaltern und der Lufthansa inzwischen mehr als 200.000 wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandete Deutsche zurückgeholt. Etwa 40 000 warten immer noch auf die Rückreise, die meisten in Neuseeland, Südafrika und Peru. Die Rückholaktion der Bundesregierung wurde Mitte März gestartet. Die Rückholung deutscher Urlauber wurde immer schwieriger. Touristen werden im Ausland zudem immer häufiger zum Ziel von Anfeindungen.

Die Lufthansa-Gruppe hat rund 360 Flüge weitere weltweit geplant, um gestrandete Deutsche zurück nach Hause zu bringen. Die Reisebeschränkungen der einzelnen Länder zur Eindämmung der Corona-Pandemie stellen die Fluggesellschaften vor große Herausforderungen, sagte ein Sprecher der Lufthansa.

Neben dem Wetter und begrenzten Flugzeiten kämen unterschiedliche Beschränkungen der Zielflughäfen hinzu, die in der Planung berücksichtigt werden müssten. Teilweise habe die Lufthansa Flughäfen außerhalb der regulären Ziele angeflogen, was zusätzliche Planung erfordere. Wie viele Rückholflüge nach den bereits geplanten noch kommen, könne derzeit nicht eingeschätzt werden.

Unter www.rueckholprogramm.de können festsitzende Deutsche sich für die Rückholaktion registrieren lassen. Maas betonte, dass auch EU-Bürger anderer Staaten mitgenommen würden, falls es noch freie Plätze gebe. Wie Urlauber, die im Ausland festsitzen, diese Zeit erleben, lesen Sie hier.

Sollte ich überhaupt noch versuchen zu verreisen?

Aktuell nein, da es eine weltweite Reisewarnung der Bundesregierung bis mindestens Ende April gibt. Bundesbürger sollen auf Reisen ins Ausland verzichten – auch in den Osterferien. Ostern zu Corona-Zeiten – Was Sie dürfen und was nicht

Die Regierung weist zudem darauf hin, dass die Gefahren durch das Coronavirus in manchen Ländern höher sein kann.

Dutzende Länder lassen derzeit ohnehin keine Deutschen mehr einreisen. Auch mehrere Nachbarländer haben ihre Grenzen für Ausländer geschlossen. Große Reiseveranstalter wie Tui und FTI haben ihren Reisebetrieb im März weitgehend eingestellt, Fluggesellschaften ihre Flugpläne drastisch zusammengestrichen. „Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch“, schrieb Maas auf Twitter.

Was ist mit Urlaub in Deutschland?

Auch im eigenen Land gelten Reisebeschränkungen für die Deutschen: Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben Urlaubern und Ausflüglern die Einreise verboten. In Niedersachsen dürfen Hotels, Campingplätze und private Vermieter keine Gäste mehr aufnehmen. Zuvor waren bereits alle deutschen Inseln in Nord- und Ostsee für Touristen gesperrt worden. In Bayern wurde der Katastrophenfall ausgerufen.

Ein Kurztrip am Osterwochenende wird auch innerdeutsch fast unmöglich – politisch erwünscht ist er ohnehin nicht. Hotels, Campingplätze und Mietwohnungen sind bundesweit für Touristen gesperrt. Zweitwohnsitze dürfen zwar in Bayern ebenso wie in vielen anderen Bundesländern eigentlich noch aufgesucht werden. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) appelliert aber auch da an die „Vernunft“.

Wie sieht es mit Urlaub in einigen Wochen aus?

Reiserechtsexpertin Sabine Fischer-Volk sagt: „Wenn eine Buchung für einen Zeitraum nach der Einreisesperre besteht, rate ich: Bitte jetzt nicht stornieren! Sonst riskiere ich Stornogebühren.“ Am besten warten Urlauber schlicht ab. „Dann wird es rechtlich leichter.“

Pandemie: Kann ich überhaupt für dieses Jahr einen Urlaub planen?

Sichere Aussagen sind nur schwer möglich. Der Ärztepräsident Klaus Reinhardt rechnet mit massiven Einschränkungen beim Sommerurlaub: „Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer unserer Redaktion.

Selbst wenn Deutschland jetzt anfange, schrittweise wieder in den Alltag zurückzukehren, werde die Pandemie das Land noch bis zum Sommer beschäftigen. „Darum glaube ich, dieser Sommer wird anders. Wir werden wohl nicht wie gewohnt ins Auto, in den Zug oder ins Flugzeug steigen und in die Ferien fahren.“ Umgekehrt würden auch Urlaubsländer wie Italien oder Spanien die Lage noch nicht soweit gelöst haben, dass Tourismus wieder möglich sei, so Reinhardt. „Ich hoffe aber sehr, dass wir das in Teilen in den Herbstferien machen können – und erst recht im kommenden Jahr.“

Wer eine Pauschalreise bucht, hat in der Regel die Möglichkeit, die Reise noch 14 Tage bis vor Reisebeginn umzubuchen oder zu stornieren – oft kostenlos. Dies bieten derzeit viele der 2300 deutschen Reiseveranstalter an, berichtet der Deutsche Reiseverband (DRV).

Wer Flug und Unterkunft individuell bucht, muss sich selbst um Rückerstattung und Umbuchung kümmern. Reiseveranstalter schicken ihre Kunden grundsätzlich nicht in Hochrisikogebiete, versichert der DRV-Sprecher. Reisen würden in dem Fall entsprechend umgebucht.

Kann ich bereits genehmigten Urlaub jetzt stornieren?

Einen Anspruch darauf gibt es für Arbeitnehmer nicht, sagte Asma Hussain-Hämäläinen, Fachanwältin für Arbeitsrecht, der „Süddeutschen Zeitung“. „Es liegt im Ermessen des Arbeitgebers, ob er dem Arbeitnehmer hier entgegen kommt.“ Der Erholungsurlaub könne schließlich auch zu Hause stattfinden.

Müssen Rückkehrer in Quarantäne?

Ja. Wer aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehrt, kann sich künftig auf zwei kontaktarme Wochen in den eigenen vier Wänden gefasst machen. Diese Regelung empfiehlt die Bundesregierung nach einem Beschluss des Krisenkabinetts den Ländern. Sie soll ab 10. April für Reisende gelten, die mehrere Tage im Ausland waren. Ausnahmen gibt es etwa für Lkw-Fahrer oder Pendler. Mehr dazu hier: Zwei Wochen Quarantäne für Rückkehrer nach Auslandsreise.

Bleibe ich auf den Kosten sitzen, wenn mir die Einreise verboten wurde?

Wenn Länder wegen des Coronavirus ihre Grenzen schließen, platzen die Reisepläne vieler deutscher Urlauber. Doch bei einem behördlichen Einreiseverbot bleiben diese in den meisten Fällen zumindest nicht auf ihren Kosten sitzen.

Elementar bei Erstattungs- und Entschädigungsfragen im Reiserecht ist der Grund für eine Absage. Genauer: Liegen im Zusammenhang mit dem Coronavirus sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vor?

Zwar gibt es hierzu „wegen der Einzigartigkeit der aktuellen Virus-Epidemie“ noch keine klare Rechtsprechung, wie der ADAC erklärt, doch Verbraucherschützer und Juristen sehen insbesondere Einreiseverbote oder eben offizielle Reisewarnungen des Auswärtigen Amts als ausreichende Begründung für solche Umstände – zumindest, wenn sie erst nach der Buchung ausgesprochen wurden.

Bekomme ich das Geld für meinen gebuchten Urlaub zurück?

Für gebuchte Pauschalreisen bedeutet die Reisewarnung des Auswärtigen Amts: Reisende können nun grundsätzlich unter Berufung auf außergewöhnliche Umstände kostenlos stornieren.

Pauschalreisende sind ohnehin gut abgesichert, es gilt das deutsche Pauschalreiserecht. „Wenn ich nicht einreisen kann, bekomme ich vom Veranstalter mein Geld zurück“, erklärt die Reiserechtsexpertin Sabine Fischer-Volk von der Kanzlei Karimi in Berlin. „Ein zusätzlicher Schadenersatz steht mir aber nicht zu, weil es sich um außergewöhnliche Umstände handelt.“

Sollte dem Reiseveranstalter die Reisewarnung als Begründung trotzdem nicht ausreichen, gibt es übrigens genügend weitere Argumente. Denn wenn beispielsweise wesentliche Sehenswürdigkeiten oder Routen vor Ort gesperrt sind oder die Urlaubsreise anderweitig beeinträchtigt ist, dürfte auch das in den meisten Fällen vor der Buchung nicht absehbar gewesen sein und Betroffene können kostenlos zurücktreten. Zahlreiche Reiseanbieter zeigten sich im Zuge der Corona-Pandemie bereits kulant.

Wenn ich meine Reise storniere, muss ich einen Gutschein akzeptieren?

Der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Thüringens, Ralph Walther, sagt, zu beobachten sei, dass Reiseveranstalter den Kunden statt der bei einer Stornierung fälligen Rückerstattung geleisteter Zahlungen – was geltendem Recht entspreche – häufig Gutscheine anbieten würden. Walther rät Verbrauchern davon ab. Im Falle einer Insolvenz sei das Geld weg.

Allerdings will die Bundesregierung eine solche Gutscheinlösung jetzt ermöglichen. Das „Corona-Kabinett“ hatte einer solchen Lösung zugestimmt. Bevor sie umgesetzt werden kann, muss sie allerdings noch von der EU-Kommission abgesegnet werden.

Wie sieht es bei Individualreisen aus?

Individualreisende müssen bei ihren gebuchten Einzelleistungen im Reiseland trotz genereller Reisewarnung genau in die Verträge schauen. Können Hotels oder Transportmittel nicht genutzt werden, weil sie beispielsweise in einem Sperrgebiet liegen, ist eine Erstattung möglich. Allerdings nur nach deutschem Recht, warnen Verbraucherschützer.

So gilt auch bei individuellen Buchungen von Hotels oder Ferienhäusern nach Einschätzung von Sabine Fischer-Volk: „Kann ich das Ziel überhaupt nicht erreichen, bekomme ich das Geld zurück.“ In aller Regel streichen Fluggesellschaften ihre Flüge, sobald ein Land eine Einreisesperre verhängt. „Sobald die Fluggesellschaft den Flug einstellt, erstattet sie den Ticketpreis“, sagt die Juristin.

Urlauber sollten sich klarmachen, dass die Situation absolut außergewöhnlich ist: „In diesen Zeiten, wo alle von der Coronakrise betroffen sind, sollte man keine unrealistischen Vorstellungen haben, was die Durchsetzung von Reiserechten betrifft“, sagt Fischer-Volk. „Alle Seiten müssen mit Verlusten rechnen. Kaum jemand wird von Einbußen verschont bleiben.“

Wurden Leistungen direkt im Reiseland gebucht, hilft im Zweifel nur die Nachfrage beim jeweiligen Vertragspartner. „Falls man nicht reisen will, obwohl eine kostenfreie Stornierung nicht möglich ist, sollte man eine einvernehmliche Kulanz-Lösung suchen“, rät der ADAC. Auch Verbraucherschützer setzen auf den direkten Kontakt zum Vertragspartner und sehen für solche einvernehmlichen Lösungen gute Chancen.

Auf eine Versicherung zu hoffen, ist indes wenig aussichtsreich: Eine Reiserücktrittsversicherung gilt in der Regel nur bei Unfall oder Erkrankung samt entsprechendem Attest. Bei höherer Gewalt greift sie nicht. Auch „individuelle Ängste oder Sorgen vor Ansteckung sind keine Gründe, bei denen eine Versicherung einspringt“, erklärt der ADAC.

Wie gehe ich mit meiner individuellen Hotelbuchung in Deutschland um?

Juristin Fischer-Volk rät dazu, eine Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt oder einen Gutschein auszuhandeln. „Ein Gutschein ist besser, weil man sich dann nicht schon wieder auf einen festen Termin festlegen muss.“ Aber: „Wenn das Hotel irgendwann in finanzielle Schwierigkeiten käme, geht der Gutschein in der Insolvenzmasse auf. Das Geld ist dann zumeist weg.“

Dazu sagte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes: „Verbraucher müssen frei entscheiden können, ob der Reisepreis erstattet werden soll oder sie das Angebot eines mindestens ein Jahr lang gültigen Gutscheins annehmen, den sie flexibel einsetzen können.“ Und weiter: „Wer dazu in der Lage ist, sollte die Möglichkeit des Gutscheins nutzen, um den Reiseunternehmen Liquidität zu erhalten. Die Unternehmen müssen im Gegenzug transparent informieren und Kulanzregelungen bei Bedarf ausweiten.“

Wie sieht es mit Anbietern wie Airbnb aus?

Der Apartment-Vermittler Airbnb kommt betroffenen Reisenden entgegen und lässt für die kommenden Wochen gebuchte Aufenthalte kostenlos stornieren. ​

Welche Länder verbieten aktuell die Einreise für Deutsche?

  • Die USA hat ein Einreiseverbot für Reisende aus Europa wegen des Coronavirus verhängt. Konkret betrifft es Nicht-US-Bürger, die sich in den vergangenen zwei Wochen im Schengenraum aufgehalten haben. Es gilt seit dem 14. März.
  • Wer in Australien einreist, muss sich 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Allen Ankommenden wird eine umfassende Selbstisolierung auferlegt. Zudem dürfen Kreuzfahrtschiffe für 30 Tage australische Häfen nicht anlaufen. Den Menschen riet die Regierung, einen Abstand von 1,50 Meter zu anderen Personen einzuhalten.
  • Wer in Neuseeland einreist, muss sich 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Nur Reisende, die von den Pazifischen Inseln kommen, sind davon ausgenommen.
  • Auch Griechenland ordnete eine obligatorische 14-tägige Quarantäne für alle ins Land einreisenden Menschen an.
  • Die Schweiz kontrolliert die Grenzen nach Deutschland, Österreich und Frankreich. Die Einreise soll nur noch Schweizer Staatsbürgern, Menschen mit Aufenthaltsbewilligung sowie für Reisen aus beruflichen Gründen erlaubt sein. Auch der Transit- und der Warenverkehr sollen erlaubt bleiben.
  • Nach Spanien einreisen kann man nur noch, wenn dies als „unvermeidlich“ begründet wird. Sollte die derzeit bis Ende März geltende Ausgangssperre verlängert werden, dürfte der Osterurlaub auf Mallorca, auf den Kanarischen Inseln oder an der spanischen Festlandküste ins Wasser fallen. Eine Ferienreise nach Spanien ist unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich.
  • Polen hat seine Grenzen zu Deutschland und anderen EU-Nachbarländern für Ausländer geschlossen. An insgesamt 58 Grenzübergängen zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen wurden Kontrollen eingeführt. Polen können in ihre Heimat zurückkehren, müssen aber für 14 Tage in Quarantäne. Ausländer dagegen dürfen nur in Ausnahmefällen ins Land. Diese gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und für Diplomaten.
  • Thailand hat einen Stopp für internationale Passagierflüge verhängt. Der bislang kurzfristige Bann wird bis zum 18. April verlängert. Ausnahmen gelten für Fracht-, Hilfs- und Militärflüge, aber auch für Rückholaktionen. Inlandsflüge sind weiter gestattet, aber viele Fluggesellschaften haben ihren Betrieb eingestellt.
  • Die Ukraine hat ausländischen Staatsbürgern die Einreise untersagt. Die internationalen Flugverbindungen sind gekappt.
  • Der Libanon hat sämtliche Grenzen, den landesweit einzigen Flughafen sowie Häfen des Mittelmeerlandes vorerst bis zum 29. März geschlossen.
  • Ausländer werden derzeit nicht mehr nach Chile gelassen. Chilenische Staatsbürger müssen nach der Einreise für zwei Wochen in Quarantäne.
  • Zuvor hatten in der Region bereits Argentinien, Peru, Panama, Honduras und El Salvador ihre Grenzen geschlossen. Auch Guatemala verkündete diese Maßnahme. Haiti schloss seine Grenze zur Dominikanischen Republik, Kolumbien die Übergänge nach Venezuela.
  • Indien lässt seit dem 18. März keine Reisenden aus Europa mehr ins Land.
  • Kolumbien hat seine Grenze zu Venezuela geschlossen.
  • Als erstes Land in Mittelamerika hatte El Salvador seine Grenzen geschlossen.
  • Allen Ausländern und Touristen, die keinen „stichhaltigen Grund“ für ihre Reise nach Dänemark haben, wird die Einreise verweigert. Die Maßnahme gilt vorerst bis zum 13. April.
  • Die Türkei hat Reisenden aus neun europäischen Ländern die Einreise verboten. Die Grenze ist für Menschen aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Spanien, Belgien, Dänemark, Norwegen, den Niederlanden und Schweden geschlossen. Auch Menschen aus Drittländern, die sich in den vergangenen 14 Tagen in diesen neun Ländern aufgehalten haben, dürften nicht mehr einreisen. Türkische Staatsbürger dürften „vorübergehend“ nicht in die genannten Länder reisen, hieß es weiter. Die Türkei setzt Flüge in diese Länder bis zum 17. April aus.
  • Tschechien hat einen kompletten Reisebann verhängt. Ausländer dürfen nicht mehr einreisen, Tschechen nicht mehr ausreisen.
  • Auch die Slowakei hat ihre Grenzen geschlossen und den Flugverkehr auf allen drei internationalen Flughäfen komplett eingestellt.
  • Estland hat seine Grenze für fast alle Ausländer bis auf Weiteres geschlossen, es werden Grenzkontrollen eingeführt. Nur Esten und Ausländer mit einer Aufenthaltsgenehmigung oder Angehörigen in Estland dürfen noch einreisen. Sie müssen allerdings für zwei Wochen in Quarantäne.
  • Litauen hat seine Grenze für Ausländer geschlossen. Nur Menschen mit einer Aufenthaltsgenehmigung, Diplomaten und Nato-Soldaten dürfen dann noch einreisen.
  • Lettland setzt alle internationalen Flug-, Zug-, Bus- und Fährverbindungen aus. Für Privatautos soll die Grenze aber geöffnet bleiben, wie Verkehrsminister Talis Linkaits ankündigte.
  • Singapur verbietet allen Ausländern die Einreise, wenn sie zuvor in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien waren. Das gilt auch für Transit-Aufenthalte in dem südostasiatischen Stadtstaat.
  • Vietnam verbietet allen europäischen Reisenden die Einreise bis zum 15. April.
  • Ein Einreiseverbot für deutsche Reisende haben Kiribati, die Marshallinseln, Samoa und Bhutan verhängt. Auch Saudi-Arabien hat einen Einreisestopp aus allen 27 Ländern der Europäischen Union sowie aus weiteren Staaten in Asien und Afrika verhängt.
  • Deutsche, die nach Israel, Uganda und Liberia und in die russische Hauptstadt Moskau (im Gegensatz zum Rest des Landes) reisen, sollen sich zwei Wochen lang in Selbstquarantäne begeben.
  • Touristen, die sich derzeit in Israel aufhalten, müssen das Land binnen weniger Tage verlassen. Wer nach Israel einreist, muss sich zwei Wochen lang in häusliche Quarantäne begeben.
  • Kambodscha untersagt Bürgern aus Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und den USA ab 24. März für 30 Tage die Einreise.
  • Uruguay hat einen Einreisestopp für Reisende aus China, Südkorea, Japan, Singapur, Iran, Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland verhängt.
  • Marokko hat entschieden, alle Flugverbindungen nach Deutschland, Belgien Portugal und in die Niederlande zu stoppen.

Wie kann man sich gegen Reiseausfälle durch die Coronavirus-Pandemie versichern?

Grundsätzlich können zwei Versicherungen greifen, rät der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): die Reiserücktrittsversicherung und die private Auslandskrankenversicherung.

Die Auslandskrankenversicherung übernimmt Kosten für medizinische Behandlungen in Ländern außerhalb des Schengen-Raums. Die gesetzliche Krankenversicherung kommt unterdessen in den meisten EU-Ländern auf. Allerdings sind auch hier die Kosten für einen Rücktransport nach Deutschland nicht immer enthalten. Dann kann eine Auslandsreise-Krankenversicherung sinnvoll sein.

Bei einer Reiserücktrittsversicherung kommt es laut GDV auf die individuellen Vertrags­bedingungen an. Ob eine Infektion mit dem Coronavirus einen Rücktritt rechtfertigt, müssen Kunden mit ihrem Reiseversicherer klären. „Angst vor einem Virus“ sei jedenfalls kein Grund, eine Reise zu stornieren.

Wie reagiert die Deutsche Bahn auf die Coronavirus-Pandemie?

Kunden der Deutschen Bahn, die eine Reise im Zeitraum bis Ende April gebucht haben, können diese in Gutscheine umtauschen oder flexibel bis Ende Juni nutzen. Die Deutsche Bahn erstattet sogar Sparpreis-Tickets: Alle Informationen dazu, lesen Sie hier.

Wer eine private Reise mit der Bahn plane, soll darauf achten, dass es keine zeitliche Überschneidung in den Stoßzeiten mit dem dienstlichen Reiseverkehr gebe.

Wer zahlt bei ausfallenden Flugreisen?

Fluggesellschaften haben Tausende Flüge wegen des neuartigen Coronavirus gestrichen. Die Lufthansa beispielsweise streicht einen Großteil der geplanten Flüge. Betroffen sind vor allem Strecken innerhalb Europas, aber auch Langstreckenflüge nach Übersee.

„Die deutschen Fluggesellschaften haben flexiblere Umbuchungsmöglichkeiten für die Passagiere geschaffen und bieten den Passagieren kostenlose Umbuchungen und Erstattungen an“, sagte ein Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft unserer Redaktion.

Betroffene Kunden erhalten nach der EU-Fluggastrechteverordnung in jedem Fall ihr Geld zurück – unabhängig davon, ob die Airline den Ausfall selbst zu verantworten hat oder nicht.

Lediglich ein genereller Anspruch auf zusätzliche Entschädigung besteht nicht, wenn sich Fluggesellschaften auf außergewöhnliche Umstände wegen des Virus berufen.

Das könnte noch zu juristischem Streit führen: Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr geht davon aus, dass Inhaber von Tickets sich auf Entschädigungsansprüche der EU-Fluggastrichtlinie 261 berufen werden. Die besagt, dass Passagiere ein Anrecht auf Betreuungsleistungen und Entschädigungen haben, wenn ihr Flug ausfällt.

Die Airlines berufen sich dagegen auf höhere Gewalt – und wollen nicht zahlen. Pauline Stabenow, Juristin bei der Europäischen Verbraucherzen­trale Kehl, ist überzeugt: „Wenn ein behördliches Einreiseverbot ausgesprochen wird, können unserer Ansicht nach Verbraucher den Flug stornieren und den Preis erstattet bekommen. Das gilt auch, wenn Fluggesellschaften ihre Reisen nicht anbieten.“ Juristisch ungeklärt sei die Frage, wie es sich mit Reisen in Gebiete verhalte, in denen die Fluggäste direkt unter Quarantäne gestellt werden würden.

Was passiert mit Kreuzfahrten?

Viele Reedereien haben ihre Fahrten eingestellt. Auf den Websites informieren Reiseveranstalter über die eigenen Regelungen. Aida Cruises etwa hat die Fahrten ihrer 14 Schiffe umfassenden Flotte wegen der Ausbreitung des Coronavirus bis voraussichtlich Mitte April ausgesetzt. Auch die zu Carnival gehörende Reederei Princess Cruises kündigte an, alle ihre Kreuzfahrten für 60 Tage auszusetzen. Betroffen sind alle Schiffe, die zwischen dem 12. März und dem 10. Mai ablegen sollten.

Zuvor hatten Kreuzfahrtunternehmen bereits deutliche Umsatzeinbrüche verzeichnet, da weniger Reisen gebucht wurden. Das US-Außenministerium hatte vor allem Menschen mit Gesundheitsproblemen vor Kreuzfahrten gewarnt – schließlich saßen jüngst Tausende auf einem Kreuzfahrtschiff wegen des Virus fest.

Droht den Reiseveranstaltern nun die Pleite?

Zumindest herrscht in der Branche eine große Angst vor einer Pleitewelle, wenn die Kunden bei annullierten Reisen auf die Rückerstattung ihrer Zahlungen pochen. Diese EU-rechtliche Vorgabe hänge den Unternehmen „wie ein Mühlstein um den Hals“, heißt es in einem Brief der drei großen deutschen Reiseverbände an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der unserer Redaktion vorliegt. Darin dringen sie darauf, den geltenden Verbraucherschutz wegen der Corona-Krise auszusetzen.

Die Unternehmen wollen die Zahlungen den Kunden lediglich gutschreiben. Eine Option für die Kunden, zwischen Rückzahlung oder Gutschein zu wählen, „löst das Problem nicht“. Zudem sollen die EU-Staaten die Gutschriften absichern, „um ihre Werthaltigkeit zu garantieren und das Vertrauen der Kunden damit zu gewährleisten“.

Im Normalbetrieb sei die Rückzahlungspflicht stets eingehalten worden. Aber in der Corona-Krise führe sie, „zu einem massiven Liquiditätsabfluss und bedroht unsere Unternehmen mit der Zahlungsunfähigkeit“, heißt es in dem Brief, der vom „Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft“, vom „Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft“ und von „der „Reisewirtschaft“ unterzeichnet ist.

In einem weiteren Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnt die Branche an, dass insbesondere der touristische Mittelstand mit zwischen elf und 249 Mitarbeitern von keiner der Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung ausgenommen werden dürfe. Denn gerade diese Unternehmen würden im Nachgang der Krise gebraucht und maßgeblich helfen, schnellstmöglich wieder zum Normalzustand zurückzukehren. Diese „Regelungslücke“ im Nothilfepaket für Unternehmen mit elf bis 249 Arbeitnehmern müsse dringend geschlossen werden.

Auswärtiges Amt informiert über Reisehinweise und- Warnungen

Auf der Seite des Auswärtigen Amtes wird über offizielle Reisewarnungen wegen des Coronavirus informiert.

(fmg/dpa/AFP)

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