Mehrere Festnahmen: Spezialeinheiten heben Cyberbunker aus

Koblenz.  Kinderpornografie, Drogenverkauf, Datendiebstahl: In Rheinland-Pfalz ist Ermittlern ein großer Schlag gegen Cyberkriminelle geglückt.

Ermittler haben sieben Tatverdächtige festgenommen. Es geht um Cyberkriminalität.

Ermittler haben sieben Tatverdächtige festgenommen. Es geht um Cyberkriminalität.

Foto: Oliver Berg / dpa

Großer Schlag gegen Cyberkriminelle: Deutsche Ermittler haben erstmals einen großen Server-Anbieter für illegale Geschäfte im Darknet ausgehoben. Mehreren Hundert Einsatzkräften haben in Rheinland-Pfalz sieben Tatverdächtige, darunter auch die Betreiber eines kriminell betriebenen Rechenzentrums in einem ehemaligen Nato-Bunker, festgenommen.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft am Freitag in Koblenz mitteilte, stehen insgesamt 13 Täter im Verdacht, über den Cyberbunker in Traben-Trarbach an der Mosel zahlreiche Webseiten betrieben zu haben, über die Kriminelle aus aller Welt ihre Machenschaften abwickelten. Dazu gehörten den Angaben zufolge der Vertrieb von Drogen, gefälschten Dokumenten und gestohlenen Daten.

Zudem wurde kinderpornografisches Material verbreitet und großangelegte Cyberangriffe durchgeführt. „Alles, was man sich im Darknet vorstellen kann“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier.

Zugriff das Ergebnis von fünf Jahre langen Ermittlungen

Kunden der Tatverdächtigen sollen unter anderem die Betreiber des weltweit zweitgrößte Darknetmarktplatz für Drogen, „Wall Street Market“, gewesen sein – diesen hatten Ermittler erst im April 2019 zerschlagen. Auch der Angriff auf rund 1,25 Millionen Telekom-Router Ende November 2016 wurde laut der Generalstaatsanwaltschaft über einen Server im Cyberbunker gesteuert.

Ein derartiger Hoster sei erstmals in Deutschland ausgehoben worden, hieß es am Freitag. Ein Webhoster stellt die Infrastruktur für eine Internetpräsenz zur Verfügung. Der Zugriff sei unter anderem mithilfe der Spezialeinheit GSG9 erfolgt. Es habe Durchsuchungen in Deutschland und im benachbarten Ausland gegeben. Dem Einsatz seien über fünf Jahre Ermittlungsarbeit vorausgegangen.

(dpa/yah)

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