Greta Thunberg vor New York: UN plant Begrüßungs-Spektakel

Berlin.  Greta Thunberg überquert mit der Malizia II den Atlantik. Auch auf See fordert sie mehr Engagement fürs Klima. Alle Infos im News-Blog.

Great Thunberg segelt klimaneutral nach New York. Reporterin Johanna Rüdiger war bei der Abfahrt in Plymouth dabei – und hat sich unter Deck umgesehen.

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Die Umweltaktivistin Greta Thunberg ist seit dem 14. August auf See. Für Mittwoch ist die Ankunft der Klimaaktivistin in einem New Yorker Hafen geplant. Die Vereinten Nationen wollen für ein besonderes Begrüßungskomitee sorgen.

Das Ziel des Trips ist die UN-Vollversammlung in New York am 20. und 27. September.

Greta Thunberg segelt über den Atlantik – Das Wichtigste in Kürze:

  • Greta Thunberg ist am 14. August mit der Rennjacht „Malizia II“ in See gestochen
  • Die 16-Jährige ist von Plymouth aus gestartet, Zielort ist New York
  • In New York besucht sie die UN-Vollversammlung am 20. und 27. September
  • Die Reise dorthin sollte gut zwei Wochen dauern
  • Aktuell wird mit einer Ankunft am 28. August gerechnet
  • Die UN wollen Greta spektakulär empfangen

Wir begleiten die Reise von Greta Thunberg im News-Blog:

Mittwoch, 28. August: UN will Greta Thunberg mit 17 Schiffen in New York begrüßen

8.13 Uhr: Aller Voraussicht müsste Greta Thunberg am heutigen Mittwoch in New York eintreffen. Das Team auf der Rennjacht „Malizia“ rechnete zuletzt mit einer Ankunft am späten Vormittag oder Nachmittag New Yorker Zeit – in Deutschland ist es dann zwischen 17.00 und 23.00 Uhr. Am frühen Mittwochmorgen befand sich das Boot nur noch 90 Seemeilen (167 Kilometer) Luftlinie von dem Hafen North Cove Marina in Manhattan entfernt.

Die Klimaaktivistin freut sich auf die Ankunft. „Home Sweet Home seit 14 Tagen. Bald letzten Abend an Bord der „Malizia II“. Morgen erreichen wir New York“, twitterte Greta Thunberg am Dienstagabend (Ortszeit) und postete ein Bild von sich selbst im Schiffsinneren.

Die Vereinten Nationen wollen Greta Thunberg bei ihrer Ankunft in New York mit 17 Segelbooten begrüßen. Jedes von ihnen stehe für eines der UN-Nachhaltigkeitsziele und sei mit einem entsprechenden Symbol auf dem Segel versehen, wie die Vereinten Nationen am Dienstag mitteilten.

Die Boote würden auf die „Malizia“ mit Thunberg an Bord vor Manhattan nahe der Verrazano-Brücke warten. Die Brücke überspannt die Meerenge zwischen Staten Island und Brooklyn.

Dienstag, 27. August: Ankunft doch später wegen ungünstiger Winde

7.24 Uhr:

Noch am Montag war Greta Thunberg guter Dinge, New York im Zeitplan zu erreichen. Nun allerdings muss die 16-Jährige wohl noch etwas länger auf dem Atlantik ausharren. Die Ankunft verzögert sich wegen ungünstiger Winde auf Mittwochabend oder Donnerstagmorgen (Ortszeit). Denn das Team erwartet abnehmende Winde.

Außerdem rauben drei weitere Faktoren Zeit: Zum einen muss die Rennjacht in New York noch den Hudson River bis zum Hafen hochfahren, was etwa zwei Stunden dauern dürfte. Zum anderen hat das Boot einen Tiefgang von knapp fünf Metern, weshalb es nur zwei Stunden vor und zwei Stunden nach Hochwasser einfahren kann. Außerdem hat der US-Zoll nachts ab 22.00 Uhr geschlossen.

Montag, 26. August: Greta plant mit Ankunft bereits am Dienstag

11.08 Uhr: Greta Thunberg rechnet damit, schon am Dienstag in New York anzukommen. Kräftiger Wind treibe sie auf dem Transatlantik-Törn voran, schrieb die 16-Jährige in der Nacht zum Montag auf Twitter. Ihre Mitreisenden und sie gingen deshalb davon aus, irgendwann am Dienstagnachmittag oder -abend im Hafen North Cove Marina in Manhattan einzutreffen.

In einem zuvor auf Twitter veröffentlichten Video sagte Thunberg, die Rennjacht komme derzeit mit einem hohen Tempo von 20 bis 25 Knoten voran. Die Bedingungen auf See seien ziemlich rau, die Wellen hoch. Das Team Malizia um den norddeutschen Segelprofi Boris Herrmann schrieb dazu auf Instagram: „Sturm bedeutet Tempo.“

Laut der Live-Ortung der Rennjacht „Malizia“ war das Spezialboot am Montagvormittag nur noch etwas mehr als 900 Kilometer Luftlinie vom Zielort entfernt.

Samstag, 24. August: „Malizia II“ vor Neufundland

22.04 Uhr: Greta Thunberg hat bei Instagram ein kleines Update von der „Malizia II“ gesendet. „Sehr unruhig und feucht“ sei es gerade an Bord der Jacht, die sich gerade südlich von Neufundland befinde. Wirklich zu stressen scheint das die Klimaaktivistin allerdings nicht, wenn man ihren Gesichtsausdruck sieht.

Freitag, 23. August: Greta Thunberg lenkt Fokus auf Feuer im Amazonas-Regenwald

23.12 Uhr: Auch an diesem Freitag hat Greta Thunberg nicht versäumt, zu weiteren „Fridys for Future“-Demonstrationen aufzurufen.

15.36 Uhr: In einer Videoschalte zur „Malizia II“ haben sich Fünftklässler einer Hamburger Schule mit Profi-Segler Boris Herrmann unterhalten. Greta Thunberg schlief noch, mailte aber. Unter anderem schrieb sie den Kindern im Hinblick auf die Kritik an ihrer Person: „Das ist mir eigentlich egal. Einige Leute mögen mich nicht. Und sie werden immer Gründe finden, mich nicht zu mögen. Deshalb gibt es nicht viel, was ich tun kann, außer es zu ignorieren.“

Das „Hamburger Abendblatt“ war bei der Videoschalte zur „Malizia II“ dabei. Lesen Sie hier, wie das außergewöhnliche Gespräch im Klassenzimmer ankam.

Donnerstag, 22. August: „Fridays for Future“ hat Einstellung der Deutschen kaum verändert

19:45 Uhr: Greta Thunberg und die „Fridays for Future“-Bewegung haben die persönliche Einstellung der Deutschen kaum verändert. Fast jeder dritte Befragte (31 Prozent) sagte, seine Meinung zu Klima- und Umweltfragen habe sich kaum verändert, wie aus einer am Donnerstagabend in Köln veröffentlichten ARD-Umfrage hervorgeht. 41 Prozent der Deutschen änderten ihre Einstellung gar nicht.

Jeder Vierte wurde dagegen stark (17 Prozent) oder sehr stark (sieben Prozent) von Greta Thunberg und den Schülerdemonstrationen beeinflusst. Vor allem Anhänger der Grünen zeigten sich beeindruckt von der Initiatorin der weltweiten Schülerproteste (43 Prozent). Einen geringeren Einfluss hatte die Klimabewegung auf Wähler von Union, AfD und FDP.

Für den ARD-„Deutschlandtrend“ wurden am Dienstag und Mittwoch dieser Woche insgesamt 1.063 Wahlberechtigte befragt.

Mittwoch, 21. August: Greta Thunberg mit Jacht-Reise im Zeitplan

16.25 Uhr: Das einjährige Jubiläum des ersten Schulstreiks von Thunberg wurde am Dienstag an Bord nicht gefeiert, erklärte Skipper Boris Herrmann der Deutschen Presse-Agentur. „Es gab ein paar gute Gespräche über ein verrücktes Jahr, in dem viel passiert ist, aber weder Sekt noch Kuchen“, berichtete Herrmann.

11.42 Uhr: Skipper Boris Herrmann postete nicht nur ein Bild auf Instagram vom Boot, sondern gab auch dem „Morgenmagazin“ im Ersten ein Interview – vom Atlantik zugeschaltet. „Sie macht sich hervorragend“, gab er zu Protokoll. Die Jacht komme gut voran, man habe fast die Hälfte geschafft, „noch sechs Tage bis zum Ziel“.

Dass es Debatten darum gibt, wie viel CO2 die ganze Aktion wirklich gibt, und ob Herrmann das alles nur zur Eigen-PR macht, ist der Besatzung weitestgehend egal. Davon bekomme man wenig mit, „wir sind hier wirklich abgeschnitten von der Welt.“ Man wolle Greta über den Atlantik helfen. Und Greta auch dem Meer mal abschalten, da sie mal „nicht permanent von Medien umgeben ist.“

7.27 Uhr: Die „Malizia“ ist knapp eine Woche nach ihrem Start im englischen Plymouth gut vorangekommen und befindet sich im Zeitplan auf der Fahrt nach New York. „Wir sind happy mit dem Wetter und den weiteren Aussichten“, sagte der Hamburger Skipper Boris Herrmann der Deutschen Presse-Agentur.

Rund 1500 Seemeilen hat die „Malizia“ geschafft, etwa 1700 Seemeilen sind es noch. Nach aktueller Prognose wird die „Malizia“ am 27. oder 28. August in New York eintreffen. „Wir segeln in angenehmen Winden um 13 Knoten, die Sonne scheint“, sagte der 38-Jährige am Dienstagabend am Telefon.

Dienstag, 20. August: Besitzer der Segeljacht sagt: Sie ist eigentlich zu klein

20.22 Uhr: Eigentlich sei die Segeljacht Malizia für eine Person gemacht, erzählt der Besitzer Gerhard Senft unserer Redaktion. Greta Thunberg ist nun zusammen mit 4 anderen Personen auf dem Weg nach New York ist.

Senft ist ist selbst begeisterter Segler und Fan von Gretas Botschaft. Er weiß aber auch: An Bord wird es unbequem. „Das Boot wurde entwickelt um alleine gesegelt zu werden, in Ausnahmen einmal zu zweit. Mit fünf Leuten an Bord ist es sehr eng. Das stelle ich mir auch psychisch nicht so leicht vor“, sagt Senft unserer Redaktion.

Gelegentlich ist er auch selbst an Bord der Malizia II. Deswegen hat er auch in Skipper Boris Herrmann vollstes Vertrauen. „Boris behält immer die Ruhe und das überträgt sich auf die Menschen an Bord. Außerdem achtet er sehr auf die Sicherheit“, erzählt Senft.

2016 lernten sich Herrmann und der Immobilieninvestor aus Stuttgart kennen. Beide teilen die Liebe zum Segeln. Zusammen haben sie den Rennsegler gekauft und an das Team Malizia vermietet.

Wie Skipper Boris Hermann und Greta Thunberg ist der Immobilieninvestor auch schon einmal mit einem kleineren Rennboot zu zweit über den Atlantik gesegelt. „Das war eine spannende Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Obwohl das Boot ein bisschen gemütlicher und langsamer war als die Malizia II, war ich froh nach 14 Tagen wieder an Land zu sein“, erinnert er sich.

Für den Besitzer Senft ist es ein großer Gewinn, dass Greta mit ihrer Reise Themen wie die emissionsfreie Schifffahrt in die Öffentlichkeit bringt. Es sei absolut notwendig, dass Schiffe künftig auch ohne fossile Brennstoffe angetrieben werden. Ansätze und Überlegungen für alternative Schiffsantriebe gibt es. Zum Beispiel könnten laut Senft auch bei Frachtschiffen wieder Segel eingesetzt werden als Zusatzantrieb und irgendwann werden auch elektrische Antreibe als Hauptantrieb möglich sein

„Wenn sich das öffentliche Bewusstsein verändert, können Politiker und Entscheider sich auch nicht mehr der Verantwortung entziehen. Das ist noch ein weiter Weg aber die Richtung stimmt“, sagt Senft unserer Redaktion.

13.52 Uhr: Greta Thunberg hat die erste Woche auf See gut überstanden. Auf ihrem Instagram-Account gibt die schwedische Klimaaktivistin immer wieder Einblicke in den Alltag an Bord. Von der Seekrankheit scheint die Schwedin weitestgehend verschont zu bleiben. Doch die Kritik an ihrer Person dürfte sie auch auf dem Boot erreicht haben.

Wie die „taz“ berichtete verursacht die Schiffsreise von Greta Thunberg viel mehr Co2 als wenn sie alleine in die USA geflogen wäre. Sechs Mitarbeiter kommen Ende August mit dem Flugzeug nach New York um die Segelyacht von Boris Herrmann wieder nach Europa zu bringen.

7.05 Uhr: Der Oscar-Preisträger Javier Bardem hält große Stücke auf Greta Thunberg. Sie sei für eine ganze Generation ein Vorbild und eine Inspiration. „Ihre Stimme ist so wichtig. Wegen ihres Alters, wegen ihres großartigen Wissens, wegen ihrer Verpflichtung, der Wandel zu sein, über den alle sprechen. Sie ist der Wandel“, sagte Bardem in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in New York.

Der spanische Schauspieler setzte sich im Auftrag von Greenpeace am Montag vor den Vereinten Nationen für den Schutz der Meere ein.

6.13 Uhr: Vor genau einem Jahr begann Greta Thunberg mit ihrem Schulstreik fürs Klima. Seit dem hat sich viel getan. Aus den Protesten wurde eine weltweite Bewegung. Aber auch persönlich änderte sich einiges für die Klimaaktivistin. Ein Jahr Klimastreik: Wie sich Greta Thunberg gewandelt hat.

Montag, 19. Augst: Wo Greta Thunberg und die „Malizia II“ unterwegs sind

20 Uhr: Die Laune auf der „Malizia II“ scheint gut zu sein: Skipper Herrmann hat ein Foto von den Menschen gemacht, die mit dem Boot auf dem Weg nach New York sind – und Greta zeigt es auf Instagram. „Sonnenschein, während wir nördlich der Azoren segeln“, schreibt sie dazu.

7.47 Uhr: Skipper Boris Herrmann zeigt auf seiner Webseite mit einem Tracker, wo sich die „Malizia II“ gerade befindet. Er zeigt Temperaturen und Winde – und wo das Boot war, als die Mitfahrer Nachrichten auf Instagram gepostet oder getwittert haben.

Am Montagmorgen sieht man östlich der „Malizia II“ noch die Küste Portugals – es ist Tag 6 der Reise von Plymouth nach New York.

Sonntag, 18. August: Greta Thunberg trotzt auf See dem Wind

23 Uhr: Gemütlich ist es sicher nicht auf der Rennjacht – aber malerisch kann die Reise mit der „Malizia II“ schon aussehen. Das beweist Skipper Boris Herrmann mit einem von einer Drohne aus gemachten Bild, das zeigt, wie das Boot in die Nacht hinein segelt.

14.21 Uhr: Ruhig und entspannt sieht Great Thunberg auf einem Foto aus, das am Sonntag auf ihrer Instagram-Seite erscheint: „Ein sonniger Tag mit gutem Wind“, schreibt sie zu dem Foto mit dem zurückhaltenden Lächeln. Es ist Tag 5 der vielbeachteten Reise über den Atlantik

Samstag, 17. August: „Wie Camping auf einer Achterbahn“

17.02 Uhr: Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sieht im Engagement der 16 Jahre alten schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg eine große Unterstützung für die Klimapolitik der Bundesregierung. Sie wünsche Thunberg bei ihrer Segelreise über den Atlantik zum UN-Klimagipfel viel Erfolg, sagte Schulze. Thunbergs Engagement sei bewundernswert und „sehr guter Rückenwind für all das, was wir in der Regierung tun müssen“.

15.01 Uhr: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer artikulierte im Interview mit unserer Redaktion ihren Respekt für Greta Thunberg: „Es ist ein Verdienst von Greta Thunberg, eine Bewegung etabliert und ein Thema öffentlichkeitswirksam gesetzt zu haben.“

Dass die 16-Jährige kürzlich mit einem Vermummten im Hambacher Forst fotografiert wurde, kritisiert sie aber. „Ob es dem Anliegen guttut, sich mit vermummten Besetzern zu zeigen, muss sie entscheiden. Ich finde es jedenfalls nicht in Ordnung“, sagte Annegret Kramp-Karrenbauer unserer Redaktion.

14.31 Uhr: Wer sich Sorgen um Greta macht: Es geht ihr gut. „Esse und schlafe gut und bin bisher nicht seekrank“, schreibt sie bei Instagram. Das Leben auf „Malizia II“ sei wie „Camping auf einer Achterbahn“.

10.59 Uhr: Nach einem stürmischen Tag auf See hat das Team auf der „Malizia II“ heute mit dem Kontrastprogramm zu kämpfen: Es herrscht Flaute, wie Skipper Boris Herrmann auf Twitter verkündet. Greta Thunberg und der Rest der Besatzung nutzt die Zeit für ein paar Spiele.

Freitag, 16. August: Schulstreik auch auf der Jacht

18.43 Uhr: Freitag ist es heute auch auf hoher See – und freitags ist eben Klimastreik. Deshalb hat Greta auch heute für mehr Klimaschutz demonstriert. Es ist die 52. Woche. So weit von Festland entfernt hielt Greta ihr „Skolstrejk för Klimatet“-Schild aber noch nicht in die Kamera. Zu sehen auf ihrem Instagram-Account.

11.37 Uhr: Greta ist auf dem Atlantik unterwegs – und das Klima muss weiter gerettet werden. Beim Umwelt- und Klimaschutz sehen junge Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge vor allem jeden und jede Einzelne in der Verantwortung.

Dieser Ansicht waren 61 Prozent der 14- bis 22-Jährigen in einer Jugendstudie des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will die Ergebnisse am Samstag beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung gemeinsam mit jungen Leuten vorstellen.

09.02 Uhr: Ist Gretas Seefahrt nach New York ökologisch wirklich eine so clevere Idee? Kritiker schimpfen: Der Segeltörn verursache einen enormen CO2-Ausstoß. Schon allein, weil das Team, das die Jacht zurücksegelt, nach New York fliegt.

Donnerstag, 15. August: Greta steuert Richtung Keltische See

19.22 Uhr: Die „Malizia II“ segelt weiter zwischen Frankreich und Großbritannien in Richtung Keltische See.

17.17 Uhr: Rund ein Tag liegt hinter der „Malizia II“, noch viele werden folgen, bis die Rennjacht in New York ankommt. Eine Zeit voller Entbehrungen für Greta Thunberg und ihre Mitstreiter. Wir haben bei Seglern und Experten nachgefragt: Wie viel Verzicht wird Greta und Co. abverlangt? Die klare Antwort: eine Menge – vor allem, was Ernährung und Schlaf angeht. Mehr Infos hier im Text: So ist das Leben an Bord der „Malizia II“

13.22 Uhr: Greta hat sich bei Instagram gemeldet – und ein Foto von sich auf der Jacht mit ihren Millionen Followern geteilt. „Tag 2, 100 Seemeilen westlich von Cape Finisterre.“ Die Nacht sei recht „bumpy“, also ruckelig gewesen, „aber ich habe überraschend gut geschlafen.“

Kleines, nettes Detail, nachdem die 16-Jährige bei der Pressekonferenz in England vor dem Start noch ihre Hoffnung artikuliert hatte, Meeresbewohner zu sehen: „Einige Delfine tauchten auf und schwammen neben unserem Boot.“

11.12 Uhr: „Die Crew der „Malizia II“ hat gestern Nachmittag ihre Reise nach New York angetreten. Online kann man stets den aktuellen Standort der Segeljacht einsehen. Wie Tobias Schaaf vom Deutschen Wetterdienst mitteilte, hat Skipper Boris Herrmann heute Morgen noch mit frischen Westwind zu kämpfen. Im Laufe des Tages wird der Wind vorübergehend nachlassen und auf Südwest drehen.

Auf See ist es heute wolkig aber meist trocken bei Höchsttemperaturen von 22 Grad. Die Wellen werden bis zu zwei Meter hoch. Am Freitag muss die Crew der „Malizia II“ dann mit stärkeren Südwest- bis Südwind rechnen. Die Wellen werden von zwei auf drei Meter ansteigen. In der zweiten Tageshälfte wird es zudem zeitweise regnen.“

7.13 Uhr: Das sieht fast romantisch aus: Skipper Boris Herrmann hat auf Twitter Fotos der ersten Nacht geteilt. Unter anderem ist ein hell erleuchtetes Schiff am Horizont zu sehen. Ein anderes Bild zeigt den Mond als kleinen Punkt am Nachthimmel.

4.58 Uhr: Greta hat ihre erste Nacht auf dem Atlantik überstanden. Die Hochseejacht „Malizia II“ hatte es bis zum frühen Donnerstagmorgen rund 65 Seemeilen weit Richtung Westen geschafft, wie die Live-Ortung des Spezialbootes zeigte.

Mittwoch, 14. August: Greta hat den Hafen von Plymouth verlassen

18.49 Uhr: Nun ist Greta auf dem Weg nach New York. Unsere Reporterin hat die Eindrücke vom Auslaufen der Jacht und Gretas Pressekonferenz zusammengefasst: Gretas größtes Abenteuer hat begonnen.

16.44 Uhr: Greta Thunberg hat einen ersten Tweet von ihre Reise abgesetzt. „Wir sind auf dem Weg!“, heißt es in dem Beitrag. Ein Foto zeigt die Umweltaktivistin an Bord der Segeljacht. Am Schiff angebracht wehen die Flaggen von Schweden und der Europäischen Union.

16.14 Uhr: Auf dem Instagram-Account des Segelteams von Greta Thunberg ist zu sehen, wie die „Malizia II“ fährt und offensichtlich die Reise Richtung USA angetreten hat.

15.12 Uhr: „Ich habe viele persönliche Dinge mitgenommen, nicht so viel Kleidung, aber Bücher, Brettspiele.“ Zudem habe sie ein kleines Plüsch-Häschen, „von jemandem, den sie kennt“.

15.10 Uhr: Greta berichtet noch einmal von den Vorbereitungen. Sie sei kurz seekrank geworden, aber das sei es auch gewesen. „Ich habe so etwas noch nicht gemacht, ich weiß nicht, was die größte Herausforderung wird.“ Die Tage der Vorbereitung, des Packens, seien gut gewesen. Und nun müsse man eben schauen.

14.58 Uhr: „Ich bin eine der wenigen Personen auf diesem Planeten, die die Chance haben, so zu reisen. Diese Chance wollte ich nutzen“, sagt Greta über ihre Atlantiküberquerung. Kritikern, die sagen, sie könnte auch ein Zeichen setzen, indem sie sich einfach per Video bei Klimakonferenzen zuschalten ließe, erwiderte sie, dass es einen Unterschied mache, ob es live dabei sei.

Greta segelt nach New York- So lebt sie an Bord der Malizia

Ihre Stärke und Energie für den Kampf gegen die Klimakrise ziehe sie aus dem Wissen, dass das Problem nicht von allein verschwinde.

Unsere Redakteurin Johanna Rüdiger streamt auf Twitter aus Plymouth.

14.46 Uhr: Um kurz nach 14.30 Uhr beginnt die kurze Pressekonferenz. Skipper Boris Herrmann spricht zuerst über zwei Wochen „Lärm, Nässe und fehlenden Komfort“ und wieso er dieses Unternehmen auf sich nimmt. Er habe Greta in seiner Heimat Hamburg vor dem Rathaus reden hören – und finde ihre Arbeit so wichtig, dass er sie unterstützen wolle.

Man begebe sich nun ins Ungewisse. Er habe selten jemanden getroffen, der in so jungem Alter so viel Courage zeige. „Die Solidarität mit Greta ist nicht beschränkt auf Klimaaktivisten.“ Jeder könne kleine Dinge ändern, auch, wenn nicht jeder eine Hightech-Jacht habe, könne man trotzdem sein Reiseverhalten hinterfragen. Es sei ein Rennen gegen die Zeit.

13.24 Uhr: Wissenschaftler Stefan Raimund von SubCtech prüfte an Bord der „Malizia II“ noch einmal alle technischen Instrumente, die später Daten über die CO2-Konzentration im Ozean sammeln sollen. Skipper Boris Herrmann postete den Check auf Instagram. Das Unternehmen „SubCtech“ hat sich auf Meeresmesstechnik und Unterwasser Energiesysteme spezialisiert.

12.54 Uhr: Die Abfahrt rückt näher. Mit an Bord sind übrigens:

  • Der deutsche Skipper Boris Herrmann
  • Gretas Vater Svante
  • Filmemacher Nathan Grossman, der eine Dokumentation über die rund 14 Tage dauernde Fahrt dreht
  • Herrmanns Co-Skipper und Förderer Pierre Casiraghi, jüngster Sohn der monegassischen Prinzessin Caroline

Herrmann und Casiraghi hatten Thunberg den Vorschlag unterbreitet, sie durch die Wellen zu den wichtigen Veranstaltungen in Amerika zu bringen.

11.51 Uhr: Greta bleibt kritisch: US-Präsident Donald Trump will sie in den USA nicht treffen. „Ich kann ihm nichts sagen, was er nicht schon gehört hat“, sagte Thunberg und rief zu weiteren Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung auf: „Wenn man sich das Gesamtbild anschaut, passiert nahezu nichts Positives.“

11.02 Uhr: „Ich denke, es wird ein ziemliches Abenteuer“, sagte die Schwedin der französischen Nachrichtenagentur AFP, bevor sie sich am Mittwoch an der Seite des deutschen Skippers Boris Herrmann von Plymouth aus auf den Weg nach New York zu einem UN-Klimagipfel machte.

Beim Probesegeln wurde Thunberg seekrank, aber das sei „zu erwarten“ gewesen. Im Vordergrund stehe ja ohnehin die Botschaft des Trips. „Ich denke, die Menschen nehmen die Klimakrise langsam ernster.“

Der Start der Reise fällt übrigens fast genau auf den Jahrestag des Beginns von Thunbergs Protestaktion: Am 20. August 2018 hatte sich die damals 15-Jährige vor den Stockholmer Reichstag gesetzt, um eine ehrgeizigere Klimaschutzpolitik Schwedens sowie ein Einhalten der Pariser Klimaziele einzufordern.

10.29 Uhr: Das Boot ist mit einem GPS-Sender ausgestattet und kann entsprechend verfolgt werden. Dazu gibt es eine Karte von Marine Traffic, auf der sich die Jacht verfolgen lässt.

Vor der Abfahrt auf den etwa zweiwöchigen Törn, die gegen 16 Uhr deutscher Zeit geplant ist, wird es im Hafen um 14.30 Uhr deutscher Zeit eine Pressekonferenz mit Greta und dem Hamburger Skipper Boris Herrmann (38) geben.

Herrmann wird ein kurzes Statement zu den aktuellen und unterwegs zu erwartenden Bedingungen machen, und mit Greta Fragen der mehr als 70 internationalen Medienvertreter beantworten.

7.24 Uhr: Unsere Reporterin Johanna Rüdiger hatte am Dienstagabend die Gelegenheit, sich an Bord der „Malizia“ umzuschauen. Ihr Video zeigt, wie es auf dem Spezialboot aussieht.

5.12 Uhr: Heute soll es losgehen mit der großen Überfahrt. Wenn alles nach Plan läuft, sticht das Team um Thunberg am frühen Nachmittag (gegen 15.00 Uhr MESZ) im südenglischen Plymouth in See. Der genaue Startpunkt in dem Hafen etwa drei Zugstunden südwestlich von London ist aber vom Wetter abhängig - und die Vorhersagen sind derzeit nicht optimal.

Für die Mittagsstunden ist zu kräftiger Wind vorhergesagt, was das Ablegen um mehrere Stunden verzögern könnte. Am späten Nachmittag könnte Herrmann eine kleine Lücke zur Abfahrt nutzen, bevor eine weitere Front durchkommen soll.

Auf dieser Google-Karte ist der Startpunkt, die Mayflower Marina, zu sehen.

Dienstag, 13. August: Skipper Herrmann ist beeindruckt von Greta

22.21 Uhr: Greta Thunberg wird vom britischen „GQ“-Magazin mit einem Preis für ihren Einsatz im Kampf gegen die Erderhitzung und die drohende Klimakatastrophe ausgezeichnet. Auf dem Cover der Oktober-Ausgabe des Männer-Stil-Magazins ist die 16-Jährige mit weißem Hemd und schwarzem Jackett zu sehen, darauf prangt in weißer Schrift die Frage: „Can you hear me?“ (Kannst Du mich hören?). Dabei zeigt sie mit ernstem Blick in die Kamera.

Der „Game Changer of the Year“-Preis soll Thunberg im Rahmen der britischen Men-of-the-year-Gala am 3. September verliehen werden.

15.41 Uhr: Wie Boris Herrmann auf seinem Instagram-Account bekanntgab, möchte er die Fahrt von Plymouth nach New York auch nutzen, um Daten über die Umweltbelastung des Meeres zu erfassen. Speziell dafür hat er ein Bordlabor unter Deck seiner Hochseeyacht, mit dem Co2-Werte im Ozean gemessen werden können.

15.28 Uhr: Kinder und Jugendliche mit Asperger-Syndrom wie Greta Thunberg brauchen oftmals feste Tagesabläufe. Wie schwer wird es für die Klimaaktivistin zwei Wochen auf hoher See? Wir haben die Frage einem Jugendpsychiater gestellt. Er meint: „Wenn sich Greta für so eine Reise entschieden hat, gehe ich davon aus, dass sie sich einen zweiwöchigen Segeltrip selbst zutraut. Sie ist ja auch in den letzten Monaten schon in viele verschiedene Länder gereist, was für gewöhnlich eine große Herausforderung für Menschen mit diesem Krankheitsbild darstellt.“

11.19 Uhr: „Heute laufen auf der „Malizia II“ die letzten Vorbereitungen vor der großen Reise nach New York. Einem pünktlichen Start steht von Seiten der Crew nichts im Wege – insofern das Wetter mitspielt.

Wie Thomas Bruns vom Deutschen Wetterdienst vermeldet, werden am Mittwoch in Plymouth Höchsttemperaturen von 19 Grad erwartet. „Die morgendlichen Regenschauer werden gegen Nachmittag zwar nachlassen, jedoch wird es den ganzen Tag über bewölkt sein. An der See weht am Mittwoch laut dem Wetterexperten ein starker Wind aus Südwest bis Süd. Die Wellen auf dem Wasser werden zwei Meter hoch.“

8.45 Uhr: Profisegler Boris Herrmann ist beeindruckt von der Entschlossenheit der jungen Klimaaktivistin: „Sie ist bereit, das Unbekannte und ein Stück weit auch Unkontrollierbare für ihre Mission in Kauf zu nehmen“, sagte der Skipper. „Das zeigt, wie weit Greta für ihre Botschaft bereit ist zu gehen.“

Viel Komfort werde die 16-jährige Schwedin auf der Hochseejacht „Malizia“ nicht genießen können. „Eine Rennjacht ist nie komfortabel, sondern bietet im Bestreben um Leichtigkeit nur die minimalste Ausstattung“, sagte der Segelprofi.

Herrmann und sein Co-Skipper Pierre Casiraghi, Sohn von Prinzessin Caroline von Monaco, wollen Thunberg, deren Vater und einen Filmemacher ab Mittwoch nach Amerika bringen. Der exakte Startzeitpunkt hängt vom Wetter ab.

Montag, 12. August – Greta auf „Malizia II“: Erste Probefahrt steht an

19 Uhr: Die Reise könnte für Greta Thunberg zu einer extrem großen Herausforderung werden – vor allem, wenn sie unter der Seekrankheit leidet. Bislang hat die Klimaaktivistin keine Segelerfahrung – abgesehen von einer kurzen Probefahrt. Falls sie also bei ihrer Reise Übelkeit überkommt, gibt es einige Tricks, um die Beschwerden zu lindern.

Um der Bewegungskrankheit auf dem Schiff vorzubeugen , hilft es, sich auf den Horizont zu konzentrieren, frische Luft einzuatmen und „wie der Kapitän unterwegs zu sein“, erklärt Professor Michael Strupp, Oberarzt an der Neurologischen Klinik und dem Schwindel- und Gleichgewichtszentrum der Ludwig-Maximilian-Universität München, unserer Redaktion. Auch Schlaf kann die Symptome lindern.

18.15 Uhr: Auf der „Malizia II“ geht es langsam in die heiße Endphase. Skipper Boris Herrmann hat mit Greta Thunberg und ihrem Vater Svante bereits eine kleine Probefahrt unternommen. Zusammen haben sich die drei angesehen, wie sich das Wetter und die Meeresströmungen auf ihrer Reise entwickeln.

Für eine schnelle und sichere Überfahrt ist es für Herrmann und seine Crew sehr wichtig, dass weder eine Flaute noch ein Sturm herrscht. Sehen kann man die Prognosen in einem sogenannten Wetter-Routing, wie Lina Nagel vom Deutschen Segler-Verband erklärt. Beim Wetter-Routing werden großräumige Wettermodelle und -entwicklungen dargestellt.

Nach jetzigem Wetterstand werden Greta Thunberg und die Crew am Mittwoch um 15 Uhr in Plymouth starten. Allerdings kann sich der Reisebeginn auch noch um bis zu vier Stunden nach hinten verschieben, wie der Pressesprecher der „Malizia II“, Andreas Kling, mitteilte.

15.01 Uhr: Bevor Greta Thunberg die große Reise über den Ozean antritt, hat sie am Montag zum ersten Mal die Jacht betreten, die sie in die USA bringen soll. Zusammen mit ihrem Vater Svante und dem Skipper Boris Herrmann erkundete sie das Schiff und bekam eine erste Einführung in die aktuelle Wetterlage, wie in einem Video auf Facebook zu sehen ist.

Es ist das erste Mal, dass die 16-Jährige ein Segelschiff betreten hat, wie Boris Herrmann dem „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Für Montag steht auch noch eine kurze Probefahrt vor der Küste Englands an.

11.56 Uhr: Der Termin ist offiziell: Am Mittwoch sticht Greta Thunberg in See, es geht von der Mayflower Marina im englischen Plymouth ab nach New York – per Boot. Laut der Presseeinladung ist geplant, dass sie um 14 Uhr Ortszeit (15 Uhr deutscher Zeit) sticht. Einziger Hinderungsgrund könnte extrem schlechtes Wetter sein. Ein bisschen Regen sei dagegen noch kein Grund.

Sonntag, 11. August: Boot ist Sportjacht – mit wenig Komfort

16.16 Uhr: Vor der großen Reise von Greta Thunberg werden immer mehr Details zur Route, der Jacht und der Besatzung bekannt. Die Route für Gretas Reise zum Klimagipfel in New York mit der Jacht startet wohl in Plymouth in Südengland.

Das Boot ist eine Sportjacht, die wenig Komfort bietet. Die Bordwände sind sehr dünn, um Gewicht zu sparen, doch das führt zu lauten Geräuschen unter Deck – etwa wenn Wellen gegen das Boot schlagen. Diese versucht die Crew um Boris Herrmann aus Hamburg so gut wie möglich zu durchschiffen.

Hier gibt es alle wichtigen Fragen und Antworten zu Gretas Bootstour . Zum Beispiel geht Greta Thunberg nicht mehr zur Schule, um sich komplett für den Klimaschutz einsetzen zu können. Die 16-Jährige nimmt ein Sabbatjahr und will danach wieder zur Schule gehen.

Samstag, 10. August – Vor England besucht Greta Thunberg Hambacher Forst

21.34 Uhr: Greta Thunberg hat vor ihrer großen Reise über den Atlantik zu den Vereinten Nationen in New York noch ein riesiges Erdloch besucht: den Braunkohletagebau Hambach im Rheinischen Revier. Auch den angrenzenden Hambacher Forst, der teilweise von Umweltaktivisten besetzt wird, besuchte sie. „Es war so gewaltig, so verheerend und es macht mich irgendwie traurig“, sagte Thunberg am Samstag.

Die Braunkohle trage mit zur ökologischen Krise bei. Um die Klimaziele zu erreichen, dürfe Deutschland keine weitere Kohle verbrennen, sagte sie unter Hinweis auf Wissenschaftler. Sie fühle auch mit den Menschen, die wegen des Tagebaus wegziehen müssten.

Greta im Hambacher Forst

Durch die Vergrößerung des Abbaugebietes sind in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Bewohner umgesiedelt und ganze Ortschaften neu gegründet worden.

(ac/dpa)

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