R. Kelly muss Freitag vor Gericht: Kinderpornografie-Vorwurf

Berlin.  R. Kelly muss sich am Freitag erstmals vor Gericht verantworten. Vorgeworfen wird ihm unter anderem Produktion von Kinderpornografie.

US-Sänger R. Kelly (l.) war vor etwa zwei Wochen in Chicago verhaftet worden.

US-Sänger R. Kelly (l.) war vor etwa zwei Wochen in Chicago verhaftet worden.

Foto: Ashlee Rezin / dpa

Der R’n’B-Sänger R. Kelly muss am Freitag zum ersten Mal vor einem Gericht in New York erscheinen. Bei dem Termin gehe es darum, das weitere Vorgehen festzulegen, teilte das Gericht im Stadtteil Brooklyn am Montag mit.

Kelly war vor rund zwei Wochen in Chicago festgenommen worden, ein Richter dort hatte angeordnet, dass der 52-Jährige vorerst in Haft bleiben müsse.

R. Kelly vor Gericht wegen Kinderpornografie und Erpressung

Die Vorwürfe wiegen schwer – es geht unter anderem um die Produktion von Kinderpornografie und Behinderung der Justiz. Hinzu kommen fünf Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft im New Yorker Stadtteil Brooklyn, unter anderem Erpressung.

Der Musiker („I Believe I Can Fly“) soll Mitarbeiter, darunter Bodyguards und Assistenten, angestiftet haben, Mädchen für illegale sexuelle Handlungen zu gewinnen.

Hat R’n’B-Sänger Minderjährige verführt?

Kelly ist bereits seit geraumer Zeit im Fokus von Ermittlungen und Verhandlungen. In diesem Jahr wurde er bereits in zehn Fällen des sexuellen Missbrauchs angeklagt. Ein Richter hatte ihm unter anderem jeglichen Kontakt zu Minderjährigen untersagt. Drei der Frauen, die ihn belastet hatten, waren zum Zeitpunkt der gemeldeten Taten zwischen 13 und 16 Jahre alt.

2008 war Kelly in einem Kinderporno-Verfahren freigesprochen worden. 2019 wurde ein Video sichergestellt, dass ihn beim Sex mit einer 14-Jährigen zeigt. Alte und neue Missbrauchsvorwürfe holten ihn ein. Im diesjährigen Verfahren hatte Kelly seine Unschuld beteuert und war in seinem ersten TV-Interview ausgerastet.

Serie und Buch thematisieren die mutmaßlichen Abgründe in R. Kellys Leben

Der amerikanische Journalist Jim DeRogatis hatte ein Buch veröffentlicht, in dem er zahlreiche mutmaßliche Opfer zu Wort kommen ließ – auch die Dokumentations-Reihe „Surviving R. Kelly“ fokussierte sich auf die Frauen, die den Vorwurf erhoben, der ehemals erfolgreiche Sänger habe sie missbraucht. In der Dokumentation wird auch erklärt, Kelly habe ein mutmaßliches Opfer zum Schweigen bringen wollen.

Details zu den neuen Vorwürfen sind derzeit noch nicht bekannt, Kellys Anwalt hatte gegenüber der „New York Times“ keine Angaben machen wollen. (ses)

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