Erster Corona-Ausbruch in Kindergarten im Landkreis Göttingen

Duderstadt.  In Duderstadt sind sieben Menschen am Coronavirus erkrankt – mindestens 100 müssen in Quarantäne.

Die Kita bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

Die Kita bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

Foto: Pixabay (Symbol)

In der Kindertagesstätte St. Klaus in Duderstadt gibt es mehrere Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus. Deshalb bleibe die Einrichtung bis auf Weiteres geschlossen, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises Göttingen vom 30. August (wir berichteten). Angesteckt haben sich demnach Beschäftigte und Kinder. Die vorsorgliche Schließung habe der Caritasverband Südniedersachsen als Träger der Einrichtung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und dem Krisenstab des Landkreises Göttingen beschlossen, heißt es.

„Der Schutz der Menschen hat Vorrang. Deshalb haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen. Jetzt greifen die für einen solchen Fall vorbereiteten Maßnahmen“, erläutert Ralf Regenhardt, Vorstandssprecher des Caritasverbands. Nachdem bei einem Kind, das die Kita besucht, Symptome festgestellt worden waren, die den Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 nahelegten, ergab ein Test einen positiven Befund. Für sämtliche Kontaktpersonen, das Gesundheitsamt ermittelte 36, sei unverzüglich häusliche Quarantäne angeordnet worden, verbunden mit einem Reihentest. Da die Ergebnisse am Freitag noch nicht vorlagen, blieb die Kita bereits vorsorglich geschlossen.

Alle Kinder aus den vier Gruppen werden getestet

Das Ergebnis der Tests zeigte am Sonntag sechs weitere Infektionen bei Erzieherinnen und Kindern. Vier Kinder und drei Betreuer haben sich infiziert (Stand Sonntag). Alle Kinder aus den vier Gruppen der Einrichtung sowie die Beschäftigten und weitere Kontaktpersonen der Kategorie 1, das sollen bis zu 100 Personen sein, würden nun getestet. Sie alle seien unter Quarantäne gestellt. „Damit gewinnen wir ein klares Bild vom Infektionsgeschehen. Wir können Infizierten schnellstmöglich helfen und Nichtinfizierte effektiv schützen“, sagt die Leiterin des Krisenstabs, Kreisrätin Marlies Dornieden (CDU).

Kontaktpersonen müssen 14 Tage in Quarantäne

Zur Kategorie 1 gehören Personen, die mindestens 15 Minuten in einem unmittelbaren Kontakt mit einem infizierten Menschen gestanden haben. Sie müssen grundsätzlich 14 Tage in Quarantäne. Schwere Verläufe sind bisher in Duderstadt bei den Erkrankten nicht bekannt, niemand musste bis Sonntag ärztlich behandelt werden. Die neuen Testergebnisse sollen Mittwochabend vorliegen. „Dann müssen wir sehen, welche Entscheidungen zu treffen sind“, sagte Dornieden.

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Offenbar sind vorerst keine weiteren Einrichtungen, wie etwa Grundschulen, von Schließungen betroffen. Entsprechende Kontakte, beispielsweise durch Geschwister, seien nicht nachgewiesen. „Wäre das vom Gesundheitsamt festgestellt worden, würden wir diese Personen ebenfalls in die Testungen einschließen“, sagt Dornieden.

Der Corona-Ausbruch in der Duderstädter Kita ist im Landkreis Göttingen der erste in einem Kindergarten. „Wir können es schaffen, das Ausbruchsgeschehen lokal zu begrenzen und schnell zu beenden. Deshalb testen wir durch“, sagt Dornieden. Wichtig sei es freilich auch, dass sich alle betroffenen Personen an die Vorgaben halten.

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