Was tun, wenn man in Quarantäne ist?

Osterode.  Das Gesundheitsamt gibt Tipps, wie diese auch emotional schwierige Zeit zu überstehen ist.

Eine Frau arbeitet aufgrund der Ausbreitung des Coronaviruses von zuhause aus.

Eine Frau arbeitet aufgrund der Ausbreitung des Coronaviruses von zuhause aus.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Die Zahl der Personen, die – auch vorbeugend – in Quarantäne geschickt werden, steigt von Tag zu Tag. Die Maßnahmen sind, so informiert das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen, durch das Infektionsschutzgesetz gedeckt. So könnten die zuständigen Behörden Personen verpflichten, den Ort nicht zu verlassen oder bestimmte Orte nicht zu betreten, bis die notwendigen Schutzmaßnahmen durchgeführt sind. Für Menschen, die sich derzeit in Quarantäne befinden, gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verschiedene Tipps.

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Die Quarantänesituation ist eine Schutzmaßnahme. Sie kann aber auch eine Belastung sein, denn sie schließt potenziell erkrankte Personen von der Teilnahme am sozialen Leben weitgehend aus. Soziale Ressourcen, wie sie das Berufs- oder Familienleben bieten, sind reduziert. Wenn die Quarantäne länger dauert, kreisen die Gedanken häufig um die Krankheit und ihre möglichen Auswirkungen. Daher ist es wichtig, auf den Erhalt des eigenen psychischen Wohlbefindens zu achten. „Denken Sie daran, dass die vorbeugenden Hygiene-Maßnahmen wie Husten- und Nies-Etikette auch in der Quarantäne notwendig sind, besonders, wenn mehrere Personen in Ihrem Haushalt leben“, heißt es weiter.

„Vermutlich haben Sie plötzlich ungewöhnlich viel Zeit, da Sie nicht zur Arbeit gehen oder gewohnten Freizeitbeschäftigungen nachgehen können. Schaffen Sie sich eine Tagesstruktur und setzen Sie sich Ziele. Die Ziele sollten unter den gegebenen Umständen realistisch sein. Überlegen Sie, wie Sie die Zeit füllen können. Probieren Sie verschiedene Dinge aus wie lesen oder das Schreiben eines Tagebuchs. Bleiben Sie mit Familie und Freunden in Kontakt, etwa über Telefon und soziale Medien“, empfiehlt das Gesundheitsamt weiter.

„Bitten Sie Freunde oder Nachbarn, für Sie einzukaufen oder Medikamente zu besorgen. Auch die Gemeinden oder ehrenamtliche Helfer bieten häufig Unterstützung an. Sollten Sie einen Hund als Haustier haben, so bitten Sie Freunde oder Nachbarn, mit ihm für die Zeit der Quarantäne spazieren zu gehen. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, zögern Sie nicht, sich frühzeitig Hilfe und Unterstützung zu suchen. Ihre Familie oder Ihr weiteres soziales Umfeld können dafür ein wichtiger Rückhalt sein. Die Telefonseelsorge kann ebenfalls eine Anlaufstelle sein (Telefon 0800/1110111 oder 0800/1110222 oder 116123).“

Körperlich aktiv bleiben, ist ein weiterer Rat: „Auch auf begrenztem Raum kann Sport getrieben werden, etwa durch Übungen auf einem Stuhl oder auf dem Boden. Hierzu gibt es im Internet viele Hinweise und Anregungen. Bleiben Sie auch mental aktiv, etwa durch Lesen, Schreiben oder (Denk-)Spiele. Probieren Sie Entspannungsübungen aus, wenn Sie sich angespannt fühlen. Es gibt auch für Ungeübte Entspannungstechniken, die leicht erlernbar sind. Auch hierzu gibt es im Internet viele Hinweise und Anregungen.“

Unfreiwillig in häuslicher Quarantäne zu sein, könne verschiedene Reaktionen hervorrufen. Das seien normale Reaktionen auf die unnormale Situation. „Lassen Sie Ihre Gefühle zu“, rät das Gesundheitsamt. Und weiter: „Seien Sie kritisch: Es sind viele Falschinformationen im Umlauf. Informieren Sie sich bei vertrauenswürdigen Quellen, auf beim Robert-Koch-Institut (www.rki.de). Auch das Bundesgesundheitsministerium, die Landesministerien und die Gesundheitsämter stellen gesicherte Informationen bereit. Seriöse Ansprechperson ist auch der Hausarzt.“ Zum Medienkonsum wird geraten, diesen bewusst zu gestalten. „Setzen Sie sich feste Zeiten, in denen Sie neue Nachrichten und Informationen recherchieren. Bewahren Sie sich eine positive Grundhaltung und orientieren Sie sich an Werten, die Ihnen Halt geben.“

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