Treueherzen bis Payback: „WISO“ entlarvt Verkäufer-Tricks

Berlin  Sind Prämienkäufe mit Payback-Karte billig? Ständiger Räumungsverkauf in einem Laden? Die ZDF-Sendung „WISO“ untersucht Verkaufstricks.

Wolfgang Trepper und Anastasia Zampounidis sind die „KonsumAgenten“ in der ZDF-Sendung „WISO“.

Wolfgang Trepper und Anastasia Zampounidis sind die „KonsumAgenten“ in der ZDF-Sendung „WISO“.

Foto: Anja Roßmann / ZDF / Anja Roßmann

Der Sommerschlussverkauf hat begonnen. Aber nicht alles, was billig scheint, ist es auch. Und das gilt nicht nur für das Ende der Modesaison. Räumungsverkauf, Payback und schwankende Online-Preise: Um Kunden zum Kauf zu bewegen, setzen Anbieter auf eine ganze Reihe von Tricks. Die ZDF-Verbrauchersendung „WISO“ hat einige von ihnen unter die Lupe genommen.

• Räumungsverkauf

Mit riesigen roten Schildern wirbt ein Berliner Matratzenladen mit „Räumungsverkauf“. Manch ein Kunde mag sich denken, dass es sich um ein einmaliges Angebot handelt, und schnell zugreifen wollen. Tatsächlich ist der „Räumungsverkauf“ eine beliebte Masche. Mit versteckter Kamera machen die „KonsumAgenten“ von „WISO“ den Test. Denn obwohl der besuchte Laden mit „Räumungsverkauf“ wirbt, zieht das Geschäft aus den Räumlichkeiten nicht aus. Auf Nachfrage finden die Reporter heraus, dass die Inhaber dem „Räumungsverkauf“ den Zusatz „wegen Namensänderung“ verpasst haben. So ändert sich nur der Name des Ladens, während der Inhaber und das Produktsortiment bleiben. Hier wird nichts geräumt, und ein Schnäppchen lässt sich dabei wohl kaum machen.

Payback-Karte

Supermärkte und Drogerien wie dm, Rewe oder Aral werben gerne mit der Payback-Karte. Dabei wird jeder Einkauf mit Punkten belohnt, die sich später in Einkaufsgutscheine oder Prämien umwandeln lassen. Zuerst muss man aber erst einmal fleißig einkaufen. Denn erst ab 200 Punkten gibt es eine Belohnung – zu der man auch noch eine Zuzahlung machen muss. Aber ist das dann wirklich noch eine Prämie? Oder ein überteuerter Kauf? Die „KonsumAgenten“ machen den Test, und suchen sich die Prämie eines Auto-Navi aus. Um diesen zu erhalten, muss man zusätzlich zu den gesammelten 200 Punkten auch noch rund 150 Euro hinzu zahlen. Eine kurze Recherche ergibt aber, dass das Navi im Internet bei einem anderen Anbieter deutlich billiger zu haben ist, nämlich für rund 135 Euro. Ähnlich verhalte es sich mit Prämienprogrammen, die über Treueherzen oder -punkte funktionieren. Kaum einmal sind die Prämien wirklich günstiger als bei anderen Anbietern – trotz Prämien. Ein gutes Geschäft sieht anders aus.

• Wechselnde Online-Preise

Anhand eines Fernsehers verfolgen die „KonsumAgenten“ die schwankende Preisentwicklung im Online-Angebot von den Anbietern Otto, Mediamarkt und Amazon. In 17 Tagen kostet das gleiche TV-Modell bei den verschiedenen Anbietern zwischen 883,99 Euro (Otto) und 699 Euro (Amazon). Wie sind solche Schwankungen und Unterschiede möglich? Die Preisschwankungen bei den Online-Händlern scheinen rein willkürlich.

Im Interview mit den „KonsumAgenten“ sagt der Preis-Analyst Stefan Bures: „Das ist ein völlig normales Verhalten im Online-Handel.“ Denn die Preise werden nach mathematischen Algorithmen bestimmt. Variablen sind dabei etwa die Preise der Konkurrenz, der Lagerbestand des Anbieters, sogar Wochentag und Uhrzeit spielen eine Rolle. Ein feststehender Preis gehört demnach der Vergangenheit an. Da wird der günstige Kauf mehr oder weniger zum Glücksfall.