Cannabis-Legalisierung

Klimaschutz: Wie klimaschädlich ist der Anbau von Cannabis?

| Lesedauer: 2 Minuten
Die wichtigsten Infos über Cannabis

Die wichtigsten Infos über Cannabis

Die Ampel-Koalition plant Cannabis zu legalisieren. Die Pflanze wird unter anderem als Rauschmittel, Heilmittel oder in Kosmetik genutzt. Ein Überblick zu den wichtigsten Infos über die vielseitig nutzbare Pflanze.

Beschreibung anzeigen

Berlin  In Deutschland könnte Cannabis legalisiert werden. Zumindest sind das die Pläne der Ampel. Doch ist der Anbau schädlich fürs Klima?

Die mögliche Legalisierung von Cannabis, die von den Parteien der Ampel-Koalition beschlossen wurde, ist aktuell ein großes Diskussions-Thema. Was spricht für, was gegen eine kontrollierte Abgabe der Droge? Ein Punkt, der die Euphorie möglicherweise dämpfen könnte: Der Anbau der Pflanzen ist offenbar schädlich fürs Klima.

Und damit nicht genug – der Indoor-Anbau ist offenbar so schädlich wie Kohleabbau, aus dem die Ampel-Parteien noch schneller als geplant aussteigen wollen, wie es im Koalitionsvertrag regelt ist. Zu der Erkenntnis kommt zumindest eine Studie der Colorado State University in Fort Collins.

So viele Treibhausgase stößt der Indoor-Anbau von Cannabis aus

Das Forschungsteam "Nature Sustainability" untersuchte dazu die Treibhausgasemissionen von Cannabis-Gewächshäusern in den USA. Dort boomt die Produktion: Seitdem Colorado als erster US-Bundesstaat Cannabis legalisierte, wuchs der Markt enorm. Der Anbau in Gewächshäusern ist dort die Norm, da man die Pflanzen so über das ganze Jahr unter gleichen Verhältnissen züchten kann. Außerdem lässt sich so der Verbrauch von Strom, Wasser und Materialien nachvollziehen.

Mithilfe dieser Daten hat die Forschungsgruppe den Ausstoß von Treibhausgasen von mehr als 1000 Standorten in den USA kalkuliert. Allein im US-Bundesstaat Colorado sorgte der Indoor-Anbau von Cannabis für den Ausstoß von 2,6 Megatonnen CO2-​Äquivalenten in einem Jahr. Lesen Sie auch: Klimaschutz-Ranking: So steht Deutschland international da

Neben Kohlenstoffdioxid (CO2) gibt es auch noch weitere Treibhausgase wie etwa Methan (CH4). Um die Erwärmungswirkung eines Treibhausgas-Gemisches durch eine einzige Zahl angeben zu können, wird die Wirkung dieser Treibhausgase auf die Erderwärmung in die äquivalente Menge von CO2 umgerechnet – das ist das CO2-​Äquivalent, auch GWP-Faktor (Global Warming Potential-Faktor) genannt.

Welche Alternative gibt es zum Indoor-Anbau?

Zum Vergleich: Im US-Bundesstaat Colorado betrug das jährliche CO2-​Äquivalent der Kohleindustrie 1,8 Megatonnen – also weniger als beim Indoor-Anbau von Cannabis. Die Forschenden plädieren für eine Reduktion der Treibhausgase, etwa durch Anbau im Freien oder durch den Einsatz von energiesparenden LED-Lampen.

Allerdings ist zu sagen, dass eine einzelne Studie noch keinen Aufschluss darüber geben kann, wie klimaschädlich der Anbau von Cannabis wirklich ist – vor allem auf einer globalen Skala. Generell ist dieses Gebiet der Wissenschaft noch nicht wirlich erschlossen, was damit zusammenhängt, dass Cannabis noch nicht lange und nur in sehr wenigen Teilen der Welt legal angebaut werden darf.

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (1)