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CDU sucht Chef: Merz offenbar zur Kandidatur bereit

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Die CDU sucht einen Chef. Wer traut sich das höchste Parteiamt zu? Seit Samstag läuft die Bewerbungsphase

Die CDU sucht einen Chef. Wer traut sich das höchste Parteiamt zu? Seit Samstag läuft die Bewerbungsphase

Foto: Arno Burgi / dpa

Berlin.  Die Partei sucht einen Laschet-Nachfolger. Seit Samstag können Interessenten ihre Bewerbung einreichen. Das sind mögliche Kandidaten.

Wer beerbt den Noch-Parteichef Armin Laschet? Nach dem historischen Debakel bei der Bundestagswahl will sich die CDU neu aufstellen. Im Januar soll die neue Parteispitze gewählt werden. Doch bis dahin gibt es für Anwärterinnen und Anwärter einiges zu tun. Zuerst müssen sie ihre Bewerbung einreichen. Die Nominierungsphase hat begonnen.

Mehreren Unionspolitikern wie Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Jens Spahn werden Ambitionen auf den Parteivorsitz nachgesagt. Die geben sich jedoch recht verschwiegen. Bis jetzt: Nach Berichten des "Spiegels" hat Merz seine Kandidatur angedeutet. "Ich neige dazu, das zu tun", sagte der Politiker demnach am Samstagabend bei einem Auftritt vor dem Bundesverband der Lesben- und Schwulen in der Union (LSU).

Als weitere potenzielle Kandidaten gelten der Fraktionschef Ralph Brinkhaus und der Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann. Bislang alles Männer aus Nordrhein-Westfalen, noch hat sich kein Kandidat offiziell erklärt. Eine Frau sucht man unter den aussichtsreichsten Kandidaten vergebens.

Vorsitz-Kandidatur: Merz, Röttgen und Spahn nahmen bereits teil

Für Friedrich Merz wäre es nicht die erste Kandidatur: Bereits zweimal wollte er Chef der Union werden. 2018 musste er sich in der Stichwahl gegen Annegret Kramp-Karrenbauer geschlagen geben. Vergangenen Januar verlor er gegen Laschet. Wagt er einen dritten Anlauf?

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn nahm bereits im Rennen um den Vorsitz teil. Vor drei Jahren schied er allerdings nach dem ersten Wahlgang aus.

Es ist nicht allzu lange her, da musste sein Parteikollege Norbert Röttgen auf dem Parteitag im Januar 2021 eine ähnliche Niederlage einstecken. Damals kandidierte er gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Landespolitikerin Ellen Demuth im Team, die seine Chefstrategin geworden wäre. In diesem Jahr gäbe es kein Gespann Röttgen/Demuth. Grund seien „unterschiedliche Auffassungen über die personelle Neuaufstellung der Partei“, so Demuth gegenüber NTV.

Merz und Röttgen laut Umfrage am beliebtesten

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Civey“ für den „Spiegel“ deutet auf ein Rennen zwischen Merz und Röttgen hin. Demnach würden sich 26 Prozent aller Befragten Röttgen als Vorsitzenden wünschen. Merz erhielt 23 Prozentpunkte.

Linnemann, Brinkhaus und Spahn liegen abgeschlagen dahinter. Unter den Unionsanhängern ergibt sich hingegen ein etwas anderes Bild: Merz kommt bei den Parteisympathisanten auf 37 Prozent, Röttgen folgt klar dahinter mit 24 Prozent.

Die Bewerbungsfrist endet am 17. November. Im Dezember werden die rund 400.000 Parteimitglieder dann befragt, wer die Nachfolge von Laschet antreten sollte. Ein Novum in der Partei.

Die Union nutzt die Befragung auch, um neue Mitglieder zu gewinnen. Auf Twitter schrieb sie am Mittwoch: „Jetzt Mitglied werden und mitbestimmen, wer die oder der nächste Vorsitzende der CDU Deutschlands wird.“

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