Utoya

Das Attentat von 2011: Norwegens nationales Trauma

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Jedes Jahr im Juli erinnert Norwegen an das Massaker von Utoya.

Jedes Jahr im Juli erinnert Norwegen an das Massaker von Utoya.

Foto: Aleksander Andersen / picture alliance / dpa

Berlin/Oslo.  Im Juli 2011 ermordet ein Rechtsextremist in Oslo und auf Utoya 77 Menschen. Zehn Jahre später herrscht noch immer Fassungslosigkeit.

Der 22. Juli 2011, ein Freitag, ist fest ins kollektive Gedächtnis der Nation eingebrannt. Es ist der Tag, an dem das Land aus seiner Naivität erwachte, so sagen es viele Norwegerinnen und Norweger. Ein nationales Trauma.

Am 22. Juli 2011 explodiert gegen 15.30 Uhr im Regierungsviertel von Oslo in einem Van eine selbstgebaute Bombe. Die Wucht der Detonation ist so gewaltig, dass Gebäudeteile zerstört werden, acht Menschen sterben. Es herrscht blankes Chaos.

Oslo und Utoya: Rechtsextremist tötet 77 Menschen – darunter viele Minderjährige

Genau das wollte der rechtsextremistische Attentäter Andres Breivik erreichen. Er fährt mit seinem Auto zur nahe gelegenen Insel Utoya. Dort machen, wie in jedem Jahr, viele junge Menschen beim Sommercamp der sozialdemokratischen Jugendorganisation (AUF), ein paar Tage Urlaub.

Breivik, verkleidet sich als Polizist, sagt, er wolle die Jugendlichen und ihre Betreuer über den Anschlag im Regierungsviertel informieren und wird mit einem Boot zur Insel gebracht. Dort beginnt er zu töten. Mehr als eine Stunde lang erschießt er 69 überwiegend junge Menschen, 33 werden zum Teil schwerst verletzt - bis ein Sonderkommando ihn stoppt. Lesen Sie hier: Das Attentat von Utoya: „Ich dachte, ich sterbe jetzt“

Täter ohne Reue – Überlebende suchten sich Hilfe

Der Attentäter lässt sich widerstandslos festnehmen. Er wird zur Höchststrafe mit Sicherungsverwahrung verurteilt, zeigt bis heute keine Reue.

Auch zehn Jahre danach herrschen Fassungslosigkeit und Wut über das Massaker. So viele junge Menschen – hingerichtet von einem Norweger, von „einem von uns“, wie es heißt. Einige der Überlebenden haben sich zurückgezogen, andere haben die Hilfe von Psychologen gesucht oder Selbsthilfegruppen gegründet.

„Es ist nicht möglich, in ein normales Leben zurückzukehren“, sagte Freddy Lie. Seine Tochter Elisabeth starb auf Utoya, der Rechtsextremist hatte die 16-Jährige erschossen.

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