Zehn EU-Staaten von Afrikanischer Schweinepest betroffen

Berlin.  In immer mehr EU-Staaten breitet sich die Afrikanische Schweinepest aus. Die EU-Kommission lobt nun aber explizit deutsche Behörden.

Vor allem Wildschweine übertragen die Afrikanische Schweinepest.

Vor allem Wildschweine übertragen die Afrikanische Schweinepest.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Schon zehn der 28 EU-Staaten sind nach Angaben der EU-Kommission von der weltweit grassierenden Afrikanischen Schweinepest betroffen. Die Seuche sei eine drängende Herausforderung, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides unserer Redaktion.

Dank der Maßnahmen der Kommission und der Mitgliedstaaten sei sie aber auf begrenzte Flächen in der EU beschränkt. Brüssel habe für die Bekämpfung der Seuche bereits mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „In einem Fall, Tschechien, wurde die Krankheit sogar vollständig ausgerottet“, fügte sie hinzu.

Nach Daten aus dem Meldesystem der EU-Kommission handelt es sich bei den aktuell betroffenen Staaten um Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Polen, Slowakei, Italien und Belgien.

Afrikanische Schweinepest: EU-Kommissarin lobt deutsche Behörden

Kyriakides lobte, die deutschen Behörden seien seit Jahren mit Präventionsmaßnahmen und Sensibilisierungskampagnen „sehr aktiv“. Auch wenn das Virus in Deutschland bisher nicht aufgetreten sei, stehe die Kommission in ständigem Kontakt mit den Behörden hierzulande. Zu Forderungen aus Deutschland, zum Schutz vor der Schweinepest verstärkt Zäune an den Grenzen aufzustellen, äußerte sie sich aber zurückhaltend. Ein solches Vorgehen sollte immer als eine von vielen anderen Kontrollmaßnahmen eingesetzt werden, meinte sie.

Brandenburg baut Wildschwein-Zaun an Grenze zu Polen
Brandenburg baut Wildschwein-Zaun an Grenze zu Polen

Die Kommissarin sagte, sie könne die Besorgnis deutscher Landwirte vor einer Ausbreitung der Seuche verstehen. „Ich kann ihnen versichern, dass die Bekämpfung der Schweinepest für die Kommission und die Mitgliedstaaten von Anfang eine Priorität darstellt“, betonte sie. Es sei auch wichtig zu betonen, dass die Krankheit in keiner Weise den Menschen betreffe. Die EU-Kommissarin erklärte, die Schweinepest sei eine globale Bedrohung. Sie rief deshalb dazu auf, „eine stärker globale und vor allem gemeinsame Antwort auf die Bedrohung zu geben“.

Kyriakides sagte, sie habe für diesen Freitag eine internationale Konferenz im Rahmen der Grünen Woche in Berlin einberufen, um gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit Experten und Politikern aus aller Welt über die Bedrohung zu beraten.

Schlagzeilen zur Schweinepest hatte es zuletzt gegeben, weil Bayern eine Prämie für erschossene Tiere mit Schweinepest erhöht hatte.

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