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"The Masked Singer": Tagesschau-Sprecher fliegt in Folge 1

| Lesedauer: 6 Minuten
Wer verbirgt sich unter dem Chili-Kostüm? Dieser Promi muss in der ersten Show "The Masked Singer" verlassen.

Wer verbirgt sich unter dem Chili-Kostüm? Dieser Promi muss in der ersten Show "The Masked Singer" verlassen.

Foto: ProSieben/Willi Weber

Berlin  Beim Staffelauftakt traten fünf maskierte Promis auf, doch zwei beeindruckten das Rateteam besonders – und zwar nicht nur durch Gesang.

Mit Samstagabendshows bei ProSieben ist es wie mit Besuchen bei der Verwandtschaft. Man weiß, dass es lang wird und die Vorfreude hält sich in Grenzen, doch am Ende muss man zugeben: Eigentlich war es doch ganz schön. So ist es auch beim Auftakt der fünften Staffel von "The Masked Singer". Die Show unterhält drei Stunden lang mit Gesang, aufgeregtem Rätselraten und fantastischen Kostümen. Doch zwei Performances stechen besonders hervor.

Die Show beginnt zunächst in zügigem Tempo: Matthias Opdenhövel, der vielleicht vielseitigste Moderator des deutschen Fernsehens, tritt im grauen Anzug auf die Bühne, tippt kurz den Pokal an, stellt das Rateteam vor – Ruth Moschner, Rea Garvey, Alvaro Soler – und grüßt das Studiopublikum: "Schön, dass ihr alle da seid, ihr müsst dreieinhalb Stunden durchklatschen."

Zehn Kandidatinnen und Kandidaten singen bei "The Masked Singer”

Genau wie die ausgedehnte Sendezeit haben sich auch die Spielregeln nach den ersten vier Staffeln "The Masked Singer" nicht geändert: Zehn Kandidaten und Kandidatinnen treten maskiert auf die Bühne und singen nach kurzen Einspielfilmen mit Hinweisen etwas vor. Anschließend soll das Ratetrio tippen, welche Promis sich unter den Kostümen verbergen – und in welchem Bereich der deutschen Medienwelt sie normalerweise ihre Gagen verdienen.

Der schönste Teil der Show ist dabei bei weitem nicht der Gesang, sondern die detailreichen Kostüme. So stellt Opdenhövel die fünf Figuren aus der ersten Show-Halbzeit vor: eine Mülltonne, aus der später ein blau-grünes Plüschmonster mit spitzen, roten Nägeln steigt (vermutlich männlich, kein Sänger). Ein Amor-Mops mit einer aquamarinfarbenen Schärpe und einem Köcher voller Pfeile auf dem Rücken (ziemlich sicher professionelle Sängerin). Ein lädierter Teddy, aus dem die Füllung durch zahlreiche Löcher ausbricht (weiblich, Urteil von Soler: "Wenn du singst, ist es echt ein bisschen creepy"). Eine Chili, die so glitzert, dass jedes Vegas-Showgirl beeindruckt wäre (männlich, kein Sänger).

"The Masked Singer": Axolotl "Lotti" erobert Rea Garveys Herz

Besonders beeindruckt zeigt sich das Ratetrio von einem Axolotl in einem metallisch rosa schimmernden Kostüm mit Kiemenästen, die die Farbe wechseln. Bereits nach dem humorvollen Einspielvideo mutmaßen Moschner, Garvey und Soler, dass der "mexikanische Schwanzlurch" – Zitat Opdenhövel – aus dem Comedy-Bereich stammt. "Dieser quengelnde Unterton", sagt Moschner, "ich kenne diese Person". Die Quengel-Stimme singt "Oops! I did it again" von Britney Spears. Man hört: Ein Background im Comedy-Bereich ist vermutlich wahrscheinlicher als einer im Gesang.

Bei der Bewertung bewirft "Lotti", wie Garvey die Amphibie tauft, Opdenhövel mit Lametta und krault ihm energisch den Nacken. Das Rateteam lacht und bewirft das Publikum seinerseits mit Prominamen, die so durcheinander sind, dass man den Denkprozessen kaum folgen kann: Ist es Carolin Kebekus? Eine Person mit schweizerdeutschem Akzent? Moderator Elton? All das werden die Zuschauenden in einer anderen Folge erfahren, denn "Lotti" kommt eine Runde weiter.

Zwei Performances stechen heraus

In der zweiten Hälfte droht die Show schließlich, träge zu werden, und um es mit der Verwandtschafts-Allegorie zu sagen: Man fühlt sich wie nach dem Essen bei der Oma, der dritte Teller war definitiv zu viel, man hängt auf dem Sofa fest und kommt weder vor noch zurück. Nun also, "The Masked Singer", zweite Halbzeit, es singen und tanzen: ein Stinktier mit Gentleman-Allüren, das eine überdimensionale Nase auf zwei Beinen über die Bühne wirbelt, ein Hammerhai im neonfarbenen Taucherkostüm, eine abgespacte Raupe mit sehr kraftvoller Stimme.

Dann zeigt "The Masked Singer" zwei Auftritte, für die es sich gelohnt hat, wachzubleiben: der Phönix und die Heldin. Während Letztere, bekleidet in Kriegerinnenmontur, mit klarer Stimme und inmitten von Nebelschwaden Nirvanas "Smells Like Teen Spirit" ins Mikrofon haucht, rollt der Phönix in einem üppigen, über und über von schillernden Flammen bedeckten Kostüm auf die Bühne.

Phönix im Rollstuhl liefert den beeindruckendsten Auftritt

Die beeindruckendste Performance liefert dabei zweifellos der mystische Vogel, wie er den Song "Firestarter" von The Prodigy ins Publikum schreit. Das ist auch den Reaktionen des Ratetrios zu entnehmen: "Who the fuck are you?", fragt Garvey. “Das berührendste Kostüm", urteilt Moscher, "ich bin gerade am Zittern." Soler dagegen fühlt sich an einen berühmten Berliner Techno-Club erinnert: "Als wäre er gerade aus dem Berghain gekommen."

Beim Rätseln weist Moschner darauf hin, dass sich der Kandidat die ganze Zeit über auf einem Gefährt fortbewegt hat. "Vielleicht ist das jemand, der im Rollstuhl sitzt?", überlegt sie. "Ein Schauspieler, der vor vielen Jahren einen Unfall hatte?" Ob es tatsächlich Samuel Koch ist, wird eine spätere Sendung zeigen, denn auch der Phönix wird in die nächste Runde gewählt.

Am Ende ist es die Chili, die es nicht in Runde Zwei schafft. Unter dem Kostüm verbirgt sich der Moderator Jens Riewa. "Wir waren einmal auf Malle, vor vielleicht fünfzehn Jahren. Aber so [wie damals] tanzt du immer noch", sagt Garvey. "Ein Hoch auf die Kostümbildner!", schwärmt Riewa dagegen. Dann führt die Moderatorin Annemarie Carpendale noch von der "The Masked Singer"-Bühne in das nächste Prosieben-Format. Das Publikum klatscht. Der lange Abend ist vorbei.

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