TV-Krimi

Wiener „Tatort“: Kommissar in Schimpf und Schande entlassen

Lesedauer: 3 Minuten
50 Jahre Tatort

50 Jahre Tatort

Am 29. November 2020 feiert 50. Geburtstag. 1146 Folgen aus 37 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Krimiserie zeigt nicht nur den Umgang mit dem Verbrechen, sondern zeichnet auch ein Bild der deutschen Gesellschaft und ihres Wandels

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Wien.  Der neuste „Tatort“ aus Wien handelt von einem übermächtigen Gegner und erzählt, wie rechte Seilschaften Staatsorgane unterwandern.

  • Der „Tatort“ am Sonntagabend kommt aus Wien
  • In Verschwörung“ geht es darum, wie rechtsgerichtete Seilschaften die Staatsorgane unterwandern
  • Ob sich der TV-Krimi lohnt, lesen Sie hier

Der Herr Kommissar sitzt im Arbeitsamt und schwitzt. Das liegt auch an der argen Sommerhitze in Wien. In dieser „Tatort“-Folge müssen alle immerzu trinken, transpirieren, duschen. Aber Franz Eisner (Harald Krassnitzer) schwitzt noch aus einem anderen Grund. Er ist nämlich arbeitslos. Gefeuert von der Polizei. In Schimpf und Schande.

Und das kam so: Der jüngste Tote, der beim Joggen zusammenbrach, war ein Spitzenbeamter. Und nicht nur die Staatsanwaltschaft, auch ein paar höhere Politiker möchten möglichst bald hören, dass das ein Herzinfarkt war. Eisner hat aber mal wieder so ein Bauchgefühl. Deshalb lassen er und seine Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) nicht locker. Auch wenn Eisner ja eigentlich gar nicht mehr richtig da ist, sondern auf dem Sprung in die Niederlande, Beförderung zu Europol.

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„Tatort“-Kommissar Eisner wird strafversetzt

Der Tote trainierte für Marathonläufe, in seinem Blut finden sich Spuren eines Dopingmittels. Die könnte er natürlich selbst genommen haben, aber die könnte ihm auch jemand in zu hoher Dosis untergejubelt haben. Etwa dessen ehemaliger Kollege Dr. Leytner (Matthias Franz Stein), der mit dem Toten einst als Dauer-Duo auch in krumme Geschäfte verwickelt war, dafür aber als Bauernopfer geschasst wurde. Der ist freilich nicht tief gefallen, sondern leitet jetzt einen dubiosen Verein namens „Sichere Zukunft“, dem auch Minister und der Polizeichef angehören und der über Sicherheits- und Überwachungstechnik verfügt, mit der man den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist.

Deshalb darf Eisner nicht nur nicht in die Niederlande, er wird vielmehr in eine Besenkammer strafversetzt und dann in Schimpf und Schande entlassen. Kollegin Fellner wiederum wird ein neuer Kollege zugeteilt, der auch von dem Verein kommt und sie eher überwacht, als dass er mit ihr arbeitet. „Verschwörung“ heißt die Folge, und wirklich wird einem da noch mal ganz anders heiß: weil hier erzählt wird, wie rechtsgerichtete Seilschaften hier die Staatsorgane unterwandern, ja längst mitbestimmen - und auch sabotieren können.

Eine sehr eindringliche Folge von Claudia Jüptner-Jonstorff (Regie) und Ivo Schneider (Drehbuch), bei dem Eisner natürlich trotzdem heimlich mit Fellner weiterarbeitet. Und Eisner die Sache so persönlich nimmt, dass nicht mal die Kollegin ihn stoppen kann.

„Tatort: Verschwörung“. ARD, 20.15 Uhr

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