„Maischberger“: USA-Expertin schließt einen Putsch nicht aus

Berlin.  Bei Maischberger bestimmten Zukunftsfragen die Sendung. Wie geht es in den USA nach der Wahl weiter und wie mit Corona in Deutschland?

Lesedauer: 6 Minuten
Skandale und Gäste-Rankings: Diese fünf Dinge muss man über Polit-Talkshows wissen

Ob "Anne Will", "Hart aber Fair", “Maybrit Illner“ oder “Maischberger“: Polit-Talkshows prägen unsere politischen Debatten. Fünf Dinge, die man über dieseTalkshows wissen muss.

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  • Kommt es in den USA nach der Wahl zu einer friedlichen Machtübergabe von Donald Trump an Joe Biden?
  • Darüber sprach Sandra Maischberger am Mittwoch mit ihren Gästen
  • Es wurde deutlich: US-Präsident Trump ist auch nach seiner Abwahl unberechenbar

Sandra Navidi ist besorgt um ihre Wahlheimat, die Vereinigten Staaten : „Ein militärischer Putsch ist nicht ausgeschlossen“, kommentiert die Wirtschaftsfachfrau die ersten Schritte des noch amtierenden US-Präsidenten nach der Wahl.

Für Navidi laufen die Fäden des „autoritären Systems“ von Donald Trump in den Tagen nach dem Wahlsieg seines Herausforderers Joe Biden zusammen, erklärt sie bei „Maischberger: Die Woche“.

Für Nikolaus Blome ein ausgeschlossenes Szenario: „Donald Trump wird das Weiße Haus verlassen und das neue System unter Joe Biden wird blendend funktionieren.“ Auch der ehemalige deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) schließt einen gewaltsamen Putsch aus. Er bemüht im Hinblick auf die aktuelle Lage einen Vergleich zum Film, den Donald Trump aus eigener Erfahrung kennt: „Ich glaube wir sind im Abspann. Da laufen halt nochmal die Namen durch.“

USA: Republikaner als „Verlierer der Woche“

Wie geht es in den Vereinigten Staaten weiter? Für die Gäste von Sandra Maischberger keine einfach zu beantwortende Frage. Während Nikolaus Blome und Sigmar Gabriel klar von einer friedlichen Machtübergabe ausgehen, will Sandra Navidi das „Worst-Case-Szenario“ nicht ausschließen. Lesen Sie dazu: Verlorene US-Wahl: Plant Donald Trump einen Wahlmänner-Coup?

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Die Verlierer der Woche verorten die Gäste dann allerdings in trauter Eintracht bei den Republikanern. Gleichzeitig ist für Nikolaus Blome der US-Außenminister Mike Pompeo einer der Gewinner der Woche. Pompeo hatte am Dienstag in einem Interview mit „Fox News“ einen reibungslosen Übergang zur zweiten Regierungsperiode von Donald Trump versprochen.

„Maischberger. Die Woche“ – Das waren die Gäste:

  • Sigmar Gabriel (SPD) – Ehemaliger Deutscher Außenminister
  • Dieter Hallervorden – Schauspieler und Theaterleiter
  • Markus Peichl – Medienexperte und Corona-Überlebender
  • Sandra Navidi – US-Expertin und Unternehmensberaterin
  • Christina Berndt – Wissenschaftsjournalistin bei der „Süddeutschen Zeitung“
  • Nikolaus Blome – Politikchef von „RTL / n-tv“

Gabriel: „Die USA unter Biden sind auf einem guten Weg“

„Das ist so surreal, dass es schon wieder gut ist“, analysiert Nikolaus Blome . Der Politikchef von RTL/n-tv versucht schon in seinem Anfangsstatement, die Gemüter zu beruhigen. Das amerikanische System habe auf die Versuche Trumps, es zu untergraben, geantwortet. „Joe Biden ist jemand, der exemplarisch für das funktionierende System steht.“

Auch Sigmar Gabriel wähnt die USA unter Biden auf einem guten Weg – vor allem im Bezug auf die Allianzen mit den Verbündeten in Europa: „Es wird möglich sein, mit ihm Kompromisse zu finden.“

Allerdings dürfe Deutschland nicht vergessen, dass es auch Pflichten habe. Als Beispiel nennt er die Forderung der USA, dass Deutschland zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes ins Militär stecken müsse. Und der ehemalige Außenminister überrascht mit einer Forderung:

„Warum stecken wir nicht 1,5 Prozent ins Militär – und 0,5 Prozent in den Schutz der osteuropäischen Nato-Mitglieder?“ Dieser Schritt würde den USA die deutsche Kompromissbereitschaft zeigen und ein deutliches Zeichen in Richtung Russland schicken.

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Pandemie: Zulassung für Corona-Impfstoff noch in diesem Jahr?

Im zweiten Teil der Sendung sprechen Maischbergers Gäste dann ausführlich über das Coronavirus und dessen Auswirkungen auf verschiedene Teile der Gesellschaft. Die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt von der „Süddeutschen Zeitung“ macht nach den erfolgreichen Tests des Corona-Impfstoffes „BNT162b2“ der deutschen Firma Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer Hoffnung:

„Wenn die Daten so positiv bleiben, wird der Impfstoff noch dieses Jahr in Europa zugelassen“, sagte Berndt. Allerdings sei eine gesellschaftliche Debatte über die Priorisierung der Impfungen wichtig – und diese hätte viel früher beginnen müssen, da es „mindestens Monate“ bis zur wirksamen Durchimpfung der Gesellschaft dauern würde. Lesen Sie dazu: Impfstrategie: Wer wird zuerst gegen Corona geimpft?

Corona: Hallervorden klagt gegen „Lockdown“ in der Kultur

Keine guten Aussichten für den Schauspieler und Theaterchef Dieter Hallervorden . Dessen Theater bleiben bis auf weiteres geschlossen. Er hält diese politische Entscheidung für willkürlich und klagt deshalb dagegen.

„Die Politiker, die sich sonst so gerne im Rampenlicht der Kultur sonnen, sind dieselben, die sie jetzt so schmählich behandeln.“ Für Hallervorden müsse richterlich entschieden werden, „welchen Stellenwert Kultur in Deutschland hat“.

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Peichl bei „Maischberger“: „Nicht auf ‚Querdenken‘-Humbug hören“

Der Galerist und Medienexperte Markus Peichl sieht das etwas anders – was vor allem daran liegt, dass er Corona überlebt hat. Die schweren Nachwirkungen der Krankheit hätten ihn umgestimmt. Nun sei er deutlich vorsichtiger mit dem Thema – auch wegen seiner Symptome .

Unter „Desorientierung, Gedächtnisverlust und Einschränkungen des Sichtfeldes“ habe Peichl gelitten. Gerade deswegen müsse die Politik verantwortungsbewusst handeln. Und vor allem nicht auf den „Humbug“ hören, der bei der „Querdenken“-Bewegung gesagt werde.

In den letzten Wochen bei Maischberger:

Atemnot, Haarausfall und neurologische Probleme: Eine Corona-Patientin sprach in der vorigen Folge „Maischberger“ über beängstigende Langzeitfolgen: „Maischberger“: Corona-Patientin hat wochenlang Haarausfall. In der Woche vorher erklärte Sahra Wagenknecht, warum sie der Corona-Warn-App nicht traut. Dafür erntete sie Kritik von Frank Thelen.

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