Die Lions feuern den Abwehr-Trainer

Braunschweig  Das enttäuschende Abschneiden der Footballer hat erste Konsequenzen gefordert. Defense-Coordinator Dave Easley ist nicht mehr für die Lions tätig.

Cheftrainer Phil Hickey (links) und Defense-Coach Dave Easley haben künftig nichts mehr zu besprechen.

Foto: Frank Rieseberg

Cheftrainer Phil Hickey (links) und Defense-Coach Dave Easley haben künftig nichts mehr zu besprechen. Foto: Frank Rieseberg

Für den Kanadier übernimmt Bastian Kypke die Chefrolle in der Abwehr. Der ehemalige Top-Passverteidiger der Lions hatte schon die vergangenen Jahre diese Position inne und gilt in Deutschland als anerkannter Experte für diesen Trainerjob. Allerdings war es Kypke aus beruflichen Gründen nicht möglich, diese Saison weiterzumachen. Für die restlichen fünf Saisonspiele nach der vierwöchigen Sommerpause stellt er sich aber zur Verfügung.

„Das geht nur, wenn die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt wird. Aber mit Ini Umanah und Maik Mauer waren wir ja ein eingespieltes Team. Es wird ein überschaubarer Aufwand sein, unsere Zusammenarbeit zu reaktivieren“, sagte Kypke gestern. Auch Mauer gehörte bislang dieses Jahr nicht zum Trainerstab der Lions.

„Wir haben mit Dave vereinbart, dass jeder seine eigenen Wege geht. Wir waren nicht zufrieden. Aber auch er war unzufrieden“, erklärte Cheftrainer Phil Hickey, der damit bereits den zweiten Eckpfeiler seiner Führungsriege verloren hat, die er sich selbst zusammengestellt hat.

Vergangene Woche erst hatte völlig überraschend Quarterback Michael Herrick erklärt, dass er aus persönlichen Gründen nach Hause fliegen will und nach der Sommerpause auch nicht wiederkommt.

Hickey traf diese Entscheidung ins Mark. „Als Herrick in den ersten Spielen für uns nicht das zeigte, was ich von ihm auf Videos gesehen habe, hat jeder gesagt: Schick ihn nach Hause. Aber ich habe immer zu Herrick gehalten, weil ich selbst Quarterback war, nach wie vor von seiner Leistungsfähigkeit überzeugt bin und es als eine Ehrensache betrachtet habe, mit Herrick weiterzumachen, ihn so hinzubekommen, wie wir ihn brauchen. Und dann verlässt er uns zwei Tage nach der Wechselfrist. Das hat mich persönlich tief getroffen“, sagte Hickey.

Vielleicht hat er deshalb mit Easley nicht so viel Geduld gehabt. Denn schon seit Wochen beklagen sich immer mehr Abwehrspieler über ständig geänderte Vorgaben. Besonders kurzfristig vor Spielen hat Easley vieles, was besprochen war, gern noch einmal umgekrempelt. Dieses Chaos drückte sich auch in Punkten aus. Die Abwehr, früher stets ein Prunkstück der Braunschweiger, kassierte so viele Touchdowns wie lange nicht.

„Die Unzufriedenheit im Team war zuletzt extrem groß. Ich musste da etwas reparieren“, erklärte Hickey, warum er dem Kanadier, der menschlich in Braunschweig überhaupt kein Problem hatte, den Laufpass gab. In seiner Heimat gilt er fachlich als ein hoch angesehener und verdienter Abwehrtrainer.

Easley hat es aber nicht geschafft, seine Arbeitsweise anzupassen. In Kanada war er es gewohnt, mit Leuten zu arbeiten, die Football im Blut haben und täglich trainieren. In Deutschland aber traf er weitgehend auf pure Amateure, die auch schon mal mit Grundtechniken zu kämpfen haben.

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