Bayer akzeptiert im Streit um Glyphosat einen Vergleich

Kansas City.  Bayer einigt sich mit US-Klägern in einem Streit um den Unkrautvernichter Glyphosat. Das größte Problem des Chemieriesen aber bleibt.

Bayer ist im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken von Glyphosat-Unkrautvernichtern zu einer Lösung gekommen.

Bayer ist im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken von Glyphosat-Unkrautvernichtern zu einer Lösung gekommen.

Foto: Oliver Berg / dpa

Der umstrittene Wirkstoff Glyphosat hat dem deutschen Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer eine Klagewelle beschert: Nun hat sich der Leverkusener Dax-Konzern in einem Rechtsstreit mit US-Sammelklägern auf einen Vergleich geeinigt. In dem Verfahren ging es um angeblich irreführende Vermarktung von Glyphosat-Unkrautvernichtern. Bayer erklärte sich bereit, 39,6 Millionen Dollar (35,8 Millionen Euro) zu zahlen, wie am Montag (Ortszeit) aus Gerichtsunterlagen hervorging.

Vor Gericht wurde verhandelt, ob der 2018 für mehr als 60 Milliarden Dollar von Bayer übernommene US-Saatgutriese Monsanto Gesundheitsrisiken auf den Etiketten seines Unkrautvernichters Roundup verschleiert hat. Die Einigung mit den US-Klägern schließt auch bestimmte Änderungen bei der Beschriftung des Produkts ein.

Bayer erzielt Vergleich – Klagen wegen Krebsrisiken dauern an

In einer Stellungnahme begrüßte Bayer den Vergleich als Lösung zur Zufriedenheit aller Parteien. Das zuständige Gericht in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri muss dem Kompromiss aber noch zustimmen. Der Einigung waren mehr als zwei Jahre lange Rechtsstreitigkeiten in mehreren Bundesgerichtsbezirken vorangegangen.

Einen direkten Zusammenhang mit der US-Klagewelle gegen Bayer wegen angeblicher Krebsrisiken von Monsanto-Unkrautvernichtern wie Roundup gibt es nicht. Hier dauerten die Vergleichsverhandlungen weiter an, aber es gebe noch keine Gewissheit über eine Einigung, so der Konzern. Zuletzt war Bayer nach eigenen Angaben mit rund 48.600 US-Klagen wegen angeblicher Krebsgefahren konfrontiert.

Dax-Konzern hat die ersten drei Prozesse verloren

Bei diesen Fällen hatte Bayer die ersten drei Gerichtsprozesse in den USA verloren und hohe Schadenersatzurteile kassiert. Allerdings will der Konzern die Schuldsprüche in Berufungsverfahren aufheben lassen. Hinter den Kulissen laufen schon länger Vergleichsgespräche unter der Aufsicht des US-Staranwalts Ken Feinberg. Analysten rechnen mit einer Einigung, die Bayer rund zehn Milliarden Dollar kosten könnte. (max/afp)

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