Coronavirus: Klopapier wird zunehmend online bestellt

Berlin.  Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt: Klopapier wird in der Corona-Krise online gekauft. Der Handel verändert sich.

Hamsterkäufe wegen Coronavirus: Gibt es Grund zur Panik?

Konserven, Nüsse, Reis und Nudeln, Getränke, Toilettenpapier und Desinfektionsmittel – die Menschen in Deutschland horten haltbare Lebensmittel und andere wichtige Dinge. Die Verbreitung des Coronavirus treibt die Verbraucher zu Hamsterkäufen.

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Zu Hause auf dem Sofa bleiben und Engpässe im Supermarkt vermeiden: Für den Onlinehandel bietet die Corona-Krise die Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen und Waren anzubieten, die zuvor dem stationären Handel vorbehalten blieben.

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die unserer Redaktion exklusiv vorliegt, hat sich angeschaut, wie sich das Interesse an den typischen Corona-Krisen-Gegenständen entwickelt hat.

Corona-Krise: Klopapier ist ein digitaler Renner

Das Ergebnis: Nudeln wurden schon vor Corona online gesucht und bestellt – Klopapier hingegen ist erst seit Corona digital ein großes Thema. Prognosen des Handelsverbands Deutschland (HDE) aus dem Januar gingen für 2020 von einem Gesamtumsatz im Einzelhandel von rund 557 Milliarden Euro aus. Der Onlinehandel sollte rund 63 Milliarden Euro, also gut elf Prozent, dazu beitragen.

Die Corona-Krise führt nun dazu, dass diese Prognosen vermutlich nach oben korrigiert werden müssen. Onlinehändler könnten also zu den Profiteuren der Krise gehören. Vorausgesetzt, die Onlinehändler verfügen über ausreichend personelle Ressourcen und logistische Strukturen, um die stark gestiegene Nachfrage zu bedienen, schreiben die IW-Forscher. Mittlerweile bieten auch viele Supermärkte Lieferservices an.

Onlinehandel: Bisher hatten Verbrauchsgüter nur geringen Anteil

Im Offlinehandel, also in den Supermärkten vor Ort, trugen Verbrauchsgüter wie Drogerieartikel, Tiernahrung oder Lebensmittel mit 42,5 Prozent mit Abstand den größten Teil zum Gesamtumsatz 2018 bei.

Im Onlinehandel dagegen machten diese Produkte 2018 nach Angaben des IW lediglich einen Anteil von 8,4 Prozent aus. Doch jetzt werden auch Lebensmittel zunehmend online gekauft. Tatsächlich wurden die Begriffe „Konserven, Klopapier und Desinfektionsmittel“ vor Januar 2020 bei der Internetsuchmaschine Google laut IW kaum gesucht.

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Online-Suchanfragen stiegen rapide an

Die Sorge, kein Klopapier mehr zu bekommen, macht sich nun aber online immer mehr bemerkbar. Erst innerhalb des vergangenen Monats stiegen die Suchanfragen rapide an. „Klopapier“ verzeichnete am 14. März seinen Höhepunkt, der Begriff „Nudeln“ hingegen wurde relativ oft über den gesamten Zeitraum gesucht.

Jedoch konnte auch hier analog zu Klopapier am 14. März die höchste Suchanfrage verzeichnet werden. Fazit der Forscher: „Die wachsende Bedeutung des Onlinehandels im Bereich der Verbrauchsgüter dürfte die Krise jedoch überdauern.“ Ein Ökonom sieht in Hamsterkäufen wegen des Coronavirus indes eine Gefahr.

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