Dax bricht ein – Minus 7,36 Prozent zum Handelsauftakt

Frankfurt/Main.  Die Sorgen um die Ausbreitung des Coronavirus werden immer größer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis reagieren mit großen Verlusten.

Der Verlauf des Leitindex Dax an der Frankfurter Börse am vergangenen Freitag.

Der Verlauf des Leitindex Dax an der Frankfurter Börse am vergangenen Freitag.

Foto: Andreas Arnold / dpa

Der Kursrutsch an der deutschen Aktienbörse beschleunigt sich: Der Leitindex Dax verlor am Montag zum Handelsauftakt 7,36 Prozent und fiel auf einen Stand von 10.692,29 Punkten. Als Grund gilt die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und die befürchteten Folgen für die Weltwirtschaft. Zuvor waren die Börsen in Asien eingebrochen. Der japanische Leitindex Nikkei verlor gut 5 Prozent.

Auch der Rohölpreis fiel um etwa 30 Prozent, das war der größte Preisverfall seit dem Golfkrieg 1991. Auslöser dafür war die Nachricht, dass sich das Ölkartell Opec und seine Kooperationspartner nicht auf eine weitere Beschränkung der Rohölproduktion einigen konnten.

Viele Anleger flüchteten bereits aus Aktien in als sicher geltende Staatsanleihen. In Ländern wie Deutschland und den Niederlanden gaben die Renditen deutlich nach. Die Rendite zehnjähriger deutscher Anleihen fiel um 0,13 Prozentpunkte auf minus 0,846 Prozent. Besonders stark stiegen die Kurse von US-Anleihen. Bereits am Freitag hatten die US-Staatspapiere deutlich zugelegt. Insbesondere langlaufende Anleihen legten weiter kräftigt zu

Dagegen wurden italienische Staatsanleihen zu Beginn der Woche massiv verkauft. Hier stieg die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen um 0,22 Prozentpunkte auf 1,29 Prozent.

Niedriger Rohölpreis setzt mehrere Währungen unter Druck

Auch am Devisenmarkt setzten Anleger auf sichere Häfen. Neben dem Euro profitierten der Schweizer Franken und der japanische Yen. Währungen von Ländern, die stark vom Rohöl abhängig sind, gerieten dagegen unter Druck. So fielen norwegische Krone, der kanadische Dollar aber auch der US-Dollar. Auch der Goldpreis legte im frühen Handel zu.

An der Leitbörse in Tokio stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte am Montag um mehr als 1000 Punkte unter die Marke von 20.000 Punkten auf den tiefsten Stand seit 14 Monaten. Zum Handelsende notierte das Börsenbarometer einen Abschlag von 1050,99 Punkten oder 5,07 Prozent beim Stand von 19 698,76 Zählern.

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Japanische Exporttitel gerieten zudem durch ein Anziehen des Yen gegenüber dem Dollar unter Druck. Auch an anderen Börsenplätzen der Region gaben die Kurs teils deutlich nach. Die Aktienkurse an der Börse in Seoul rutschten um mehr als vier Prozent. Der Leitindex ging um 85,45 Punkte oder 4,2 Prozent auf den Schlussstand von 1954,77 zurück. In China büßte der Shanghai Composite Index deutlich um 3,01 Prozent auf 2943,29 Punkte ein. Der Shenzhen Component Index ging mit einem Verlust von 4,09 Prozent bei 11.108,55 Punkten aus dem Markt.

Coronavirus und Grippe im Vergleich
Coronavirus und Grippe im Vergleich

Die Notierungen für Rohöl aus der Nordsee und für US-Öl fielen am Montagmorgen um jeweils etwa 30 Prozent. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 32,83 US-Dollar. Damit lag der Preis 12,44 Dollar niedriger als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI sackte um 12,44 Dollar auf 28,84 Dollar.

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(dpa/afp/br)

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