Rewe: Warum Barilla-Produkte in den Märkten knapp werden

Düsseldorf.  Viele hamstern derzeit Nudeln aus Coronavirus-Angst. Doch die Abwesenheit von Barilla-Produkten bei Rewe hat einen anderen Grund.

Diese Lebensmittel-Vorräte empfehlen Experten für den Ernstfall

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt Lebensmittel für zehn Tage vorrätig zu haben. Dabei sollten alle wichtigen Nährstoffe abgedeckt werden.

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  • Wer bei Rewe nach Barilla-Nudeln sucht, wird derzeit nicht fündig – und das liegt nicht am Coronavirus
  • Die Supermarktkette hat die Nudelprodukte des italienischen Herstellers aus seinem Sortiment genommen, um gegen steigende Preise zu protestieren
  • Die Entscheidung von Rewe kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Supermarktregale durch Hamsterkäufe wegen des Coronavirus bereits leerer geworden sind
  • Erst vor wenigen Wochen machte der vorübergehende Verzicht von Edeka auf etliche Produkte des Getränkeriesen Coca-Cola Schlagzeilen

Markenherstellern um Preis- und Lieferkonditionen gekommen. Erst vor wenigen Wochen machte der vorübergehende Verzicht von Edeka auf etliche Produkte des Getränkeriesen Coca-Cola Schlagzeilen.

Bei vielen Supermarkt-Kunden sind Nudeln in diesen Tagen ein gefragtes Produkt. Die Angst vor dem Coronavirus lässt viele Deutsche ihre Vorräte mit lange haltbaren Produkten aufstocken. Das Ergebnis sind leere Regale bei Aldi, Lidl und Co. Bei Rewe kommt nun ein anderes Problem erschwerend hinzu.

Die Supermarktkette lässt einen Teil seiner Regale ganz bewusst frei: Dort, wo eigentlich Produkte des Pasta-Herstellers Barilla stehen sollten, finden Kunden derzeit oft nur noch Leere vor. Grund dafür seien die vom italienischen Unternehmen geforderten Preiserhöhungen, hieß es bei Rewe in Köln.

Rewe folgt bei Barilla-Bann dem Vorbild von Edeka

Trotz langer Verhandlungen habe man sich mit Barilla nicht auf einen angemessenen Einkaufspreis verständigen können, betonte der Lebensmittelhändler in einem Informationsblatt, dass in einem Rewe-Markt an einem weitgehend leergefegten Nudelregal angebracht war. „Daher verzichten wir auch in Ihrem Interesse an stabilen Preisen vorübergehend auf eine Belieferung mit dem Artikel.“

Barilla betonte, die Preiserhöhung sei Rewe schon im November mitgeteilt worden und stehe in keinem Zusammenhang zur aktuellen Coronavirus-Situation.

Coronavirus sorgt für Hamsterkäufe

In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Handelsketten und bekannten Markenherstellern um Preis- und Lieferkonditionen gekommen. Erst vor wenigen Wochen machte der vorübergehende Verzicht von Edeka auf etliche Produkte des Getränkeriesen Coca-Cola Schlagzeilen. Edeka und Netto: Warum Coca-Cola in den Märkten knapp wird.

Schon 2018 ging Edeka rigoros gegen Preiserhöhungen vor: Edeka gegen Nestlé: Preiskampf der Lebensmittel-Riesen. Erst Monate später legten Nestlé und Edeka ihren Handelsstreit bei.

Dass nicht nur bei Rewe, sondern auch bei anderen Discountern und Supermärkten einige Produkte nicht zu finden sind, liegt unter anderem auch an der Ausbreitung des Coronavirus: In manchen Regionen ist es schon zu Hamsterkäufen gekommen. (dpa/cho)

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