Daniel Theis nach Ulm? Die Phantoms protestieren

Braunschweig  Der Basketball-Nationalspieler hat beim Rivalen für drei Jahre unterschrieben. Aber die Braunschweiger pochen auf einen gültigen Vertrag.

Daniel Theis im Phantoms-Trikot – solche Bilder werden wohl der Vergangenheit angehören.

Foto: Frank Rieseberg

Daniel Theis im Phantoms-Trikot – solche Bilder werden wohl der Vergangenheit angehören. Foto: Frank Rieseberg

Phantoms-Nationalspieler Daniel Theis wechselt nach Ulm. Zumindest hat dies der Ligarivale der Braunschweiger Basketballer gestern per Pressemitteilung verkündet. In Braunschweig sieht man das anders: „Daniel hat einen Vertrag bei uns“, betont Sportdirektor Oliver Braun.

Da der Agent des 20-Jährigen, Ex-Nationalspieler Ademola Okulaja, schon seit längerem versuchte, das Supertalent von den Phantoms wegzulotsen, lässt sich bei der neuen Entwicklung nicht wirklich von einer Überraschung sprechen. Dennoch ist Braun nach eigener Aussage gestern überrascht worden, als die Ulmer eine kurze Nachricht schickten, sie würden eine Stunde später eine Pressemitteilung in Sachen Theis veröffentlichen.

Gespräche mit dem Vizemeister und Europapokal-Teilnehmer habe es nicht gegeben, betont der Phantoms-Sportdirektor und erregt sich über die Umgangsformen des Konkurrenten. Zudem habe Theis vergangene Woche ein konstruktives Gespräch mit dem neuen Trainer Kostas Flevarakis geführt. Die Phantoms hofften, damit das leidige Wechselthema beendet zu haben.

Laut Ulms Manager Thomas Stoll hat Theis aber nach Saisonende von einer Ausstiegsoption Gebrauch gemacht, sein Arbeitsverhältnis mit den Phantoms fristgerecht beendet und einen Dreijahresvertrag in Ulm unterzeichnet. Zumindest die ersten beiden Punkte sehen die Braunschweiger anders, weshalb sich nun die Rechtsanwälte mit dem Fall befassen werden.

„Ich wäre sehr enttäuscht, wenn Daniel uns wirklich verlässt“, sagt Braun und betont, dass er nicht an einer möglicherweise fälligen Ablösesumme, sondern an dem Spieler interessiert ist. „Wozu bilden wir die Leute hier aus? Wir lassen doch keinen Braunschweiger weggehen“, sagt er trotzig. Geht Theis, der mit dem deutschen U-20-Nationalteam zur Europameisterschaft nach Slowenien geflogen ist, stünden die Phantoms als große Verlierer da.

Schließlich hatte Braun Flevarakis gerade deshalb als Trainer ausgewählt, weil der willens ist, Theis und das andere Braunschweiger Ausnahmetalent, Dennis Schröder, als mittragende Elemente ins Team einzubauen. Zudem war Theis ein Platz in der Viererrotation auf den zwei großen Positionen fest zugesagt worden. Ein Grund auch, warum die Phantoms den Vertrag mit Rich Melzer aufgelöst hatten. „Wir haben unsere ganze Personalplanung auf Daniel ausgerichtet“, betont Braun. Man werde weiterhin alles für den Verbleib des Spielers tun und habe ihm aufgrund seines gesteigerten Marktwerts längst ein deutlich verbessertes Vertragsangebot vorgelegt.

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