CDU: Gifhorn soll über Fusion mitverhandeln

Gifhorn  Die Gifhorner Kreistags-Opposition wirft Landrätin Marion Lau (SPD) vor, ihre fusionswilligen Gesprächspartner in Wolfsburg und Helmstedt „weggebissen“ zu haben.

Gifhorns Landrätin Marion Lau (SPD) gerät wegen ihrer Ablehnung einer Fusion mit Wolfsburg und Helmstedt in die Kritik.

Foto: Rudolf Flentje

Gifhorns Landrätin Marion Lau (SPD) gerät wegen ihrer Ablehnung einer Fusion mit Wolfsburg und Helmstedt in die Kritik. Foto: Rudolf Flentje

Und Volkswagen setzt dem Vorwurf, „sich einen Landkreis kaufen zu wollen“, andere Motive entgegen.

Die Diskussion geht nach dem Leserforum in Helmstedt am Montag weiter. Mehr als 300 Bürger waren gekommen, um mit dem Wolfsburger Oberbürgermeister Klaus Mohrs und dem Helmstedter Landrat Matthias Wunderling-Weilbier (beide SPD) über die geplante Fusion zu diskutieren.

Die Helmstedter Chefin der CDU-Kreistagsfraktion, Dorothea Dannehl, sowie die Ex-Ministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) fordern, den Kreis Gifhorn als dritten Fusionspartner ins Boot zu holen. Nur so könne das neue Gebilde den bestehenden Arbeitsmarkt Helmstedt-Wolfsburg-Gifhorn abbilden. Auch die Gifhorner CDU-Kreistagsabgeordnete Ingrid Richter kritisiert nun, dass Gifhorns Landrätin Marion Lau nicht wenigstens zu Fusionsgesprächen bereit gewesen sei: „Unsere Landrätin hat die Partner weggebissen mit der Bemerkung, es gäbe einen entsprechenden Kreistagsbeschluss – das stimmte aber nicht.“

Lau bekräftigte am Dienstag, dass es keine Mehrheit für eine Fusion mit Wolfsburg und Helmstedt gebe. Auch wenn sie keine offiziellen Fusionsgespräche führe, so sei sie doch ständig im Austausch mit Mohrs und Wunderling-Weilbier.

Der überschuldete Kreis Helmstedt ist alleine nicht überlebensfähig – Wolfsburgs sprudelnden Steuereinnahmen eröffnen ihm eine Perspektive. Als eines der Wolfsburger Motive hatte Mohrs angeführt, für VW sei „ein 125.000-Einwohner-Städtchen“ zu klein. In der Folge gingen Zuschriften von Lesern ein, die dieses VW-Motiv kritisch sehen: „VW kauft sich einen Landkreis!“

Der VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh sagt aber, dass es bei der Fusion um die Bürger gehe: „Die Menschen in der Region brauchen gleichwertige Lebensbedingungen. So darf die Qualität zum Beispiel des Angebots bei der Kinderbetreuung nicht von der Finanzlage der Kommune abhängen, in der sie wohnen.“ Er sagt aber auch: „Ein Unternehmen wie Volkswagen benötigt ein attraktives und leistungsfähiges regionales Umfeld.“ Eine Fusion sei da ein Vorteil.

VW-Personalvorstand Horst Neumann erklärt gegenüber unserer Zeitung: „Wir engagieren uns für Arbeitsplätze und Lebensqualität in Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter und den umliegenden Landkreisen. Deshalb unterstützen wir alle Aktivitäten, die die Zusammenarbeit in der Region stärken – die geplante Fusion Wolfsburg-Helmstedt gehört dazu.“

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