Elektrische Zahnbürsten: Fünf aktuelle Modelle im Test

Berlin.  Fünf elektrische Zahnbürsten mit Schall oder Rotation im Test: So überraschend günstig ist der Preis-Leistungs-Sieger aus der Drogerie.

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Eine einfache Handzahnbürste scheint für ein gesundes Lächeln oft nicht mehr auszureichen – jedenfalls dann, wenn man seine Zahnärztin oder seinen Zahnarzt fragt. IMTEST, das Testmagazin der Funke Mediengruppe, hat deshalb fünf elektrische Zahnbürsten von 23 bis 350 Euro getestet.

Die Auswahl an elektrischen Zahnbürsten ist riesig. Sie werden empfohlen, wenn die Mundhygiene mit manuellen Bürsten nicht ausreicht und so fehlende manuelle Fähigkeiten ausgeglichen werden sollen. Aber: Bei Menschen, die sehr intensiv putzen und zudem ein empfindliches Zahnfleisch haben, kann es durch elektrische Bürsten zu einem Rückgang des Zahnfleisches („Rezession“) kommen.

Hier gilt es, die Empfehlungen des Herstellers genau zu beachten oder sich die Handhabung durch eine Fachkraft in der Mundhygiene genau erklären zu lassen. Viele elektrische Zahnbürsten sind darum mittlerweile mit einer Druckkontrolle ausgestattet – zu starkes Schrubben wird mit einem Piepton oder Vi­brieren geahndet.

Schall oder kein Schall: Auf die Technik kommt es an

Elektrische Zahnbürsten lassen sich in rotierend-oszillierende Zahnbürsten und Schallzahnbürsten – oft mit dem Zusatz „Sonic“ – einteilen. Bei der rotierend-oszillierenden Bürste handelt es sich um einen runden Bürstenkopf, der mittig auf dem Zahn platziert wird. Durch die Rotation des Bürstenkopfs um die eigene Achse und den schnellen Wechsel der Bewegungsrichtung wird der Zahn gesäubert.

Hingegen ist bei der Schallzahnbürste der Bürstenkopf länglich und erinnert an die Handzahnbürste. Hier bewegen sich ausschließlich die Bürsten. Die Zähne werden daher auch nicht mittels Schallwellen gereinigt, sondern die Putzleistung wird durch die hochfrequent schwingenden Borsten unterstützt.

Die eigentliche Putzwirkung erfolgt ohne manuellen Druck, sondern über die gerichteten Schaumwellen der Zahnpasta. Hier hat insbesondere die Philips Sonicare DiamondClean mit 62.000 Bürstenkopfbewegungen überzeugt.

Bessere Zahnbürsten-Modelle warnen bei zu viel Druck

Die Sonicare verfügt über fünf unterschiedliche Programme in jeweils drei Intensitätsstufen sowie Andruckkontrolle und Timer. Ein ergonomisches, sehr ansprechendes Design sowie ein langes Handstück ermöglichen eine gute Abdeckung des gesamten Mundraums.

Die Zahnbürste kommt mit einem Reiseetui, das auch als Ladegerät dient, und einem praktischen und schönen Ladeglas für zu Hause. Die passende App gibt Auskunft zur Putzleistung. Dies alles hat natürlich seinen Preis mit aktuell 205 Euro.

Elektrische Zahnbürsten: So günstig sind die Modelle vom Drogeriemarkt

Deutlich günstiger ist die Sonic Electric Toothbrush von Fairywill mit 24 Euro. Sie verfügt auch über fünf verschiedene Programme, arbeitet aber nur mit 40.000 Bewegungen pro Minute. Der verbaute Nickel-Metallhydrid-Akku kann bei Über- oder Tiefentladung kaputtgehen.

Auch Drogeriemärkte bieten elek­trische Zahnbürsten als Eigenmarken zu Preisen zwischen 25 und 30 Euro an. Im Test waren die Modelle Prokudent Sonic von Rossmann sowie die Dontodent Sonic Power von dm. Letztere verfügt sogar über vier Programme und drei Intensitätsstufen.

Ebenfalls gibt es verschiedene Timer-Funktionen und einen Drucksensor. Die Schwingungen betragen allerdings nur 31.000 pro Minute, was in der Putzleistung fühlbar ist. Die Drogeriemarkt-Modelle punkten aber mit deutlich günstigeren Bürstenaufsätzen.

Smarter putzen mit App-Anbindung kostet mehr

Ein ganz besonderes Modell ist die Oral-B iO. Sie ist die einzige rotierend-oszillierende Bürste im Test. Mit einem stolzen Preis von 350 Euro ist sie der Ferrari unter den Zahnbürsten. Die einfach installierbare App verbindet sich per Bluetooth mit dem Handstück und bietet genaue Kontrolle.

Der Putzfortschritt kann live in der App verfolgt werden, und am Ende strahlen alle Zähne in der Visualisierung in Weiß – die Zahnbürste will Spaß machen und die ganze Familie zum Putzen animieren.

Alle Daten werden gespeichert, sodass man eine Veränderung in den Putzgewohnheiten sehen kann. Das kleine integrierte OLED-Display im Handstück gibt zudem Rückmeldung, wenn man mal ohne Smartphone putzt. In der Tat liegt die Bürste sehr gut in der Hand und ist für eine rotierend-oszillierende Bürste in der Nutzung angenehm leise.

Fazit: Zwei elektrische Zahnbürsten überzeugen am meisten

Die Oral-B iO und die Sonicare von Philips sind in Handhabung, Qualität und Ergebnis auf höchstem Niveau, die iO ist dank innovativer Technologie und sehr guter App einen Tick voraus und verdienter Testsieger. Nur der sehr hohe Preis verursacht definitiv Schmerzen.

Elektrische Zahnbürsten im Test: Ergebnisse im Überblick

1. Platz: Oral-B iO – Procter & Gamble

  • Preis: 350,- Euro
  • Der Ferrari unter den Testkandidaten: Schnell, sehr komfortabel, sehr effektiv, aber auch sehr teuer.
  • + Integriertes Display für Kontrolle ohne App. Handlich und leise.
  • - Sehr teuer in der Anschaffung und beim Kauf neuer Bürstenköpfe.
  • Ergebnis: sehr gut 1,4
  • IMTEST Test Sieger Siegel Ausgabe 6-2020

2. Platz: Sonicare 9000 DiamondClean – Philips

  • Preis: 205,- Euro
  • Die sehr edle und handliche Schallzahnbürste glänzt durch einfache Bedienung und intuitive (App-)Kontrolle, ist aber teuer.
  • + Hohe Putzfrequenz. Reiseetui mit integriertem Ladestation.
  • - Hohe Anschaffungskosten. Ersatzbürsten sind sehr teuer.
  • Ergebnis: gut 1,6

3. Platz: Dontodent Sonic Power – dm

  • Preis: 30,- Euro
  • Die dm-Marke ist günstig, einfach zu handhaben und hat viele Putzprogramme. Die Putzfrequenz ist aber eher niedrig.
  • + Günstig. Vier Putzprogramme und drei Intensitätsstufen.
  • - Niedrige Putzfrequenz. Teuerste Ersatzköpfe unter den Günstigsten.
  • Ergebnis: gut 2,3

4. Platz: Prokudent Sonic – Rossmann

  • Preis: 23,- Euro
  • Ein solides Schnäppchen von Rossmann – auch die Ersatzbürsten sind günstig. Die Putzleistung ist aber dafür etwas geringer.
  • + Geringe Anschaffungskosten, günstige Ersatzbürstenköpfe.
  • - Niedrige Putzfrequenz. Keine Andruckkontrolle, kein Drucksensor.
  • Ergebnis: gut 2,5
  • IMTEST Preis Leistungs- Sieger Siegel Ausgabe 6-2020

5. Platz: Fairywill FW 507 - Fairywill

  • Preis: 24,- Euro
  • Der Verkaufsschlager von Amazon ist einfach zu bedienen, wirkt aber auch nicht sehr wertig. Die Putzleistung ist auch nur mäßig.
  • + Einfache Handhabung. Interdentalbürste im Lieferumfang.
  • - Keine Ladestation, Putzprogramme kaum unterscheidbar.
  • Ergebnis: befriedigend 3,0

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