"Wichtiger Schritt": Augsburg streift Abstiegssorgen ab

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Augsburgs Trainer Heiko Herrlich jubelt beim Schlusspfiff.

Augsburgs Trainer Heiko Herrlich jubelt beim Schlusspfiff.

Foto: dpa

Augsburgs Stürmer Florian Niederlechner freute sich nach dem wichtigen wie glücklichen 1:0 (1:0)-Sieg beim FSV Mainz 05 auf ein schönes Bier auf der Rückfahrt im Mannschaftsbus.

"Alkoholfrei?", fragte ein Fernsehreporter. "Auf keinen Fall", antwortete der 30-Jährige nach dem Sonntagsspiel der Fußball-Bundesliga resolut. FC-Trainer Heiko Herrlich wird sicher nichts gegen ein paar Prozente im Bier nach dem Gewinn der drei Punkte gehabt haben.

Schließlich konnten die Bayern mit dem zweiten Sieg in den vergangenen neun Partien erst einmal die Abstiegssorgen abstreifen und den Abstand zum Tabellenvorletzten aus Mainz auf neun Punkte vergrößern. "Es war ein wichtiger Schritt. Er gibt uns Vertrauen und Selbstbewusstsein", sagte Herrlich mit Blick auf das Heimspiel am Samstag gegen Hertha BSC.

Zu verdanken hat er den Befreiungsschlag auch Niederlechner. Der Angreifer hatte blitzschnell reagiert, als der Mainzer Torwart Robin Zentner fatal patzte und ihm aus wenigen Metern den Ball zuspielte. Geistesgegenwärtig passte er sofort zu André Hahn (25. Minute) weiter, der den Ball nur ins leere Gehäuse einzuschieben brauchte. "Es ging heute nicht darum, schön zu spielen. Wir wollten einfach die drei Punkte mitnehmen", sagte Hahn.

Für die Mainzer hat dagegen mit der Niederlage nach drei unbesiegten Spielen die furiose Aufholjagd einen Dämpfer bekommen. Mit einem Sieg hätten sie ihren Abstiegsplatz verlassen. "Wir haben die Steilvorlage nicht nutzen können, wussten aber, dass es Rückschläge geben kann", meinte FSV-Sportdirektor und Ex-Augsburg-Trainer Martin Schmidt. "Ein echter Rückschlag ist es aber nur, wenn man sich vergräbt und nur nach Fehlern sucht."

Schon im Spiel sei man positiv geblieben, hätte bis zum Schlusspfiff gekämpft. "Wir mussten das Spiel machen, aber der Fehler hat die Aufgabe erschwert. Ansonsten wäre es wohl auf ein 0:0 hinausgelaufen", meinte er. "Selbst das Spiel zu machen, gehört zum nächsten Entwicklungsschritt."

Beim FC Schalke 04 kommt es nun am Freitag zum "Abstiegskracher" (Schmidt) gegen den Tabellenletzten. "Den Strich machen wir am Saisonende drunter und nicht nach 23 Spielen", sagte der Schweizer kämpferisch. Was die Rheinhessen bei den abgestürzten Königsblauen nach der Freistellung von Trainer Christian Gross und Sportvorstand Jochen Schneider zu erwarten haben, kann und will sich 05-Trainer Bo Svensson nicht vorstellen: "Das weiß ich nicht. Wir konzentrieren uns auf uns."

Nach dem folgenschweren Aussetzer kann sich der Mainzer Schlussmann Zentner, der viel Trost bekam, schnell bewähren. "Kein Vorwurf an Robin, wenn ein Torwart einen individuellen Fehler macht, ist es meistens ein Tor", sagte Mittelfeldspieler Kevin Stöger. "Wir wollten auch für ihn den Bock nach der Pause umstoßen. Das haben wir nicht geschafft. Wir dürfen sauer sein."

© dpa-infocom, dpa:210228-99-632702/3

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