Labbadia neuer Hertha-Trainer – mit ambitionierten Zielen

Berlin  Bruno Labbadia, "Hamburger des Jahres" von 2015, löst Alexander Nouri ab, der von seinem Aus aus den Medien erfährt.

Bruno Labbadia war von 2009 bis 2010 sowie von 2015 bis 2016 Trainer beim HSV.

Bruno Labbadia war von 2009 bis 2010 sowie von 2015 bis 2016 Trainer beim HSV.

Foto: Christian Charisius/dpa

Bruno Labbadia ist neuer Trainer von Hertha BSC. Der HSV-HSV-Coach löst mit sofortiger Wirkung den bisherigen Cheftrainer Alexander Nouri ab. „. Hertha BSC ist ein Verein mit einem klaren, ambitionierten Plan für die Zukunft. Wir haben große Lust, Teil dieses Plans und der Weiterentwicklung zu sein“, ließ sich Labbadia in einer Vereinsmitteilung zitieren. „Es liegt viel Arbeit vor uns.“

Labbadia soll Hertha nach Europa führen

Offenbar traute die Berliner Clubführung Nouri den Klassenerhalt nicht zu, sollte es nach der Wiederaufnahme der Bundesliga-Saison zu einem erneuten Abrutschen des Teams kommen. Der 54 Jahre alte Labbadia erhält nun einen Vertrag bis 2022. Der "Hamburger des Jahres" von 2015 bringt zudem seinen langjährigen Vertrauten Eddy Sözer als Co-Trainer mit. Als Zielsetzung strebt der Club nicht weniger als das internationale Geschäft nach dem Klassenerhalt im Sommer an.

Schon im vergangenen November galt Labbadia als möglicher Covic-Nachfolger. Genau wie Wunschlösung Nico Kovac. Den früheren Bayern-Trainer konnten die Berliner aber offenbar noch immer nicht von einem Engagement in seiner Geburtsstadt überzeugen.

Hertha: Nouri folgte auf das Klinsmann-Chaos

Labbadia ist bei Hertha bereits der vierte Trainer in der laufenden Spielzeit. Die Berliner waren mit dem glücklosen Ante Covic in die Saison gestartet, der 44-Jährige musste jedoch bereits Ende November gehen und wurde spektakulär vom früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann abgelöst.

Zwar verbesserte sich die Situation unter dem Weltmeister von 1990 für eine kurze Zeit, doch Klinsmann spürte nicht genug Rückendeckung und warf nach nicht mal drei Monaten hin. Sein Auftritt löste vor allem viel Trubel und am Ende auch viel Ärger aus. Nach Klinsmanns abruptem Rücktritt wurde dessen Assistent Alexander Nouri zum Chefcoach ernannt und sollte eigentlich bis zu Sommer in der Verantwortung bleiben. Nun folgte die erneute Kurskorrektur.

Der frühere Werder-Trainer Nouri konnte seit seiner Beförderung Mitte Februar nur bedingt überzeugen und schaffte es nicht, Hertha entscheidend aus der Abstiegszone zu führen. Mit 28 Punkten aus 25 Begegnungen steht der Club nur auf Platz 13 und hat lediglich sechs Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone – zu wenig für die eigenen Ansprüche. Auch Nouris Co-Trainer Markus Feldhoff soll keine Zukunft bei den Berlinern mehr haben.

Nouri erfuhr aus den Medien vom Hertha-Aus

Laut "Kicker" wusste der 40 Jahre alte Nouri am Mittwochabend noch nicht, dass er abgelöst wird. Obwohl die Mannschaft bereits seit Montag wieder in Kleingruppen trainiert, befand sich Nouri demnach nicht in Berlin, sondern bei seiner Familie in der Nähe von Bremen. Die derzeitigen Einheiten, bei denen der Schwerpunkt vor allem im konditionellen Bereich liegt, leitete Athletiktrainer Henrik Kuchno. Zuvor stand das Team durch die Auswirkungen der Coronakrise mehr als drei Wochen lang nicht auf dem Trainingsplatz.

Wegen eines positiven Coronavirus-Tests bei einem Spieler musste sich die gesamte Hertha-Mannschaft zuletzt zeitweise für zwei Wochen in eine häusliche Quarantäne begeben und konnte nur individuell trainieren.

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