VfL geht im Derby unter – 0:4-Pleite gegen Hannover

Wolfsburg  Der VfL ist nach dem Auftaktsieg in Stuttgart hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Im Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 verloren die „Wölfe“ zu Hause nach blamabler Leistung mit 0:4 (0:2).

„Das war ein Tag, an dem von Anfang an nichts ging. Das ist vor allem für unsere Fans bitter, weil es ein Derby war“, sagte VfL-Trainer Felix Magath. Er hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 1:0-Erfolg beim VfB auf zwei Positionen umgestellt. Vieirinha ersetzte den nach Fulham abgewanderten Ashkan Dejagah, der vor dem Spiel sehr emotional vor 29 451 Zuschauern in der VW-Arena verabschiedet wurde. Außerdem stand Josué für Robin Knoche in der Startelf. Die Problemzone defensives Mittelfeld konnte Magath mit dieser Maßnahme aber nicht beheben. Nach einem ordentlichen und engagierten Beginn verloren die Wolfsburger mehr und mehr den Faden. Vor allem im Zentrum zeigte sich, dass die Kombination Josué und Marcel Schäfer keine gute Lösung ist.

„Unser Mittelfeld war nicht Herr der Situation. Josué hatte einen rabenschwarzen Tag“, gab Magath nach der Partie zu. Das Duo im defensiven Mittelfeld wirkte unabgestimmt und offenbarte zahlreiche Schwächen im Pass- und Stellungsspiel. Das führte unter anderem zum 0:2 durch Artur Sobiech (26. Minute). Josué spielte einen katastrophalen Fehlpass, den Sergio da Silva Pinto erlief und auf Jan Schlaudraff weiterleitete. Der setzte Szabolcz Huszti in Szene, der wiederum Sobiech bediente. Ein wunderbarer Spielzug, bei dem die Wolfsburger nur Zuschauer waren.

Sie sollten es noch einige Male an diesem Nachmittag sein. Vor dem 0:2 hatte Karim Haggui die 96 per Kopf in Führung gebracht (10.). In dieser Szene hatten die beiden Brasilianer Naldo und Fágner den besten Blick gehabt, griffen aber nicht ein.

Bis zur Pause bestand für die Wolfsburger aber immerhin noch die Chance, dieses Spiel noch zu drehen. Zwar hatte 96 die Partie weitestgehend im Griff, doch die Gäste gingen zu sorglos mit ihren Möglichkeiten um. Auf der anderen Seite hatte Ivica Olic die einzige VfL-Chance, schoss aus spitzem Winkel aber über das Tor (23.).

Magath handelte in der Halbzeit. Er brachte Knoche für Josué. Besser wurde es dadurch nicht. Innerhalb von vier Minuten schenkten die Hannoveraner überforderten „Wölfen“ zwei weitere Tore ein. Leon Andreasen traf per Kopf (52.), genauso wie Sobiech wenig später (56.). Vorbereiter war jeweils Huszti, der alle vier 96-Treffer auflegte.

Richtig bitter wurde es danach für den 20-jährigen Knoche. Er erlaubte sich innerhalb kurzer Zeit zwei gelbwürdige Fouls und musste mit Gelb-Rot vom Platz (66.). Zu zehnt versuchten sich die Wolfsburger in Schadensbegrenzung. Das gelang. Allerdings nur, weil die siegessicheren Gäste deutlich das Tempo aus der Begegnung nahmen und teils fahrlässig mit ihren Chancen umgingen. Der VfL war am Ende mit dem 0:4 noch gut bedient.

Doch die Wolfsburger richteten in ihrer Analyse den Blick nach vorne. „Ich bin überzeugt, dass wir gegen Augsburg wieder ein gutes Spiel machen“, sagte Naldo. Und Magath ergänzte: „Das ist keine Weltuntergangssituation.“

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