„Leidenschaftlich und deutsch“

Braunschweig  Seat präsentierte die neue Generation vom Typ Ibiza

Der neue Seat Ibiza vor der nächtlichen Kulisse Barcelonas. Im südwestlich liegenden Martorell, wird er gebaut.

Foto: Seat

Der neue Seat Ibiza vor der nächtlichen Kulisse Barcelonas. Im südwestlich liegenden Martorell, wird er gebaut. Foto: Seat

Image – dieser Begriff wird heutzutage ja fast überstrapaziert. Aber ohne dies „gewisse Etwas“, ohne eine bestimmte Ausstrahlung, die den Kunden animiert, kommt wohl kein Produkt mehr aus. Und Autos, die von vielen Menschen als Teil der eigenen Persönlichkeit angesehen werden, schon gar nicht.

Wie soll man eigentlich Seat charakterisieren? Dominik Hohberg, der Kommunikations-Chef der spanischen Marke, ist seiner Sache sicher: „Leidenschaftlich und deutsch. Das sehen auch die Spanier so.“

Piëchs Ziel: Wie Alfa Romeo

Seat gehört seit 1986 zu Volkswagen, ist aber nach wie vor das Sorgenkind des Konzerns, weil die Ertragssituation nicht zufriedenstellen kann. Dabei hat es nicht an Engagement gefehlt, das Blatt zu wenden. Ende der 1990er-Jahre hatte der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch die Idee, aus Seat das zu formen, was Alfa Romeo früher war: Eine mediterrane Marke mit Design-Charme und mit Sportlichkeit. Walter de Silva gab dem Styling Mittelmeer-Frische. Seats machten im Rennsport Furore und distanzierten gar – noch dazu mit Dieselmotoren im Bug – die favorisierten BMW-Dreier in der Tourenwagen-WM. Und Hightech aus dem VW-Baukasten schuf die Basis für Kundenzufriedenheit. Dennoch: Der Weg zu schwarzen Zahlen bleibt steinig.

Im Heimatland liegt der Marktanteil der spanischen Marke nur bei 10 Prozent. Das könnte möglicherweise damit zu tun haben, dass Seat in der Franco-Diktatur ein Staatsunternehmen gewesen ist. In den Autos werkelte anfällige Fiat-Technik. Der Name war also belastet. Ähnlich wie vielleicht Trabant oder Wartburg in der ehemaligen DDR. Nachdem sich der Markt öffnete, gierten die Spanier nach anderen Marken.

In Deutschland ist Seat inzwischen eine voll akzeptierte, sympathische, jugendlich wirkende Marke. Besonders das Modell Ibiza. Dieser Erfolgstyp, von dem seit 1984 rund 4,5 Millionen Stück produziert worden sind, kam jetzt rundherum aufgefrischt auf den Markt. Zu Preisen zwischen 10 990 Euro für den 1.2 mit 60 PS/44 kW und 21 865 Euro für den 150 PS/110 kW starken Ibiza ST Kombi FR.

Mit Bügelfalte auf der Haube

FR steht für Formula Racing, soll einen kraftvoll-sportlichen Eindruck vermitteln. Das ist auch der Fall. Unser Diesel quirlte auf seinen Alu-Rädern handlich und flott durch das Gewimmel. Er ist sparsam, wie man das von VW-Motoren kennt, und besticht durch originelles Styling.

Kanten prägen die Karosse. Diese Kantigkeit – selbst die Motorhaube trägt in der Mittel eine Bügelfalte – geben dem Ibiza eine spezielle Note.

Die Daten: Seat Ibiza 1.6 TDI FR

Länge/Breite/Höhe424/169/145 cm

Motor4-Zyl.-Diesel, 1598 ccm

Leistung105 PS/77 kW

Beschl. 0-100 km/h10,5 Sek.

Höchstgeschwindigkeit 188 km/h

CO2-Wert (Norm)109 g/km

Normverbrauch4,2 l/100 km (Diesel)

Leergewicht/Zuladung1170/451 kg

Basispreis (Fünftürer) 19 525 Euro

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