Wolfsburg. Ein Bündnis an Umweltschützern hatte zur Protestfahrt aufgerufen. Start war am Wolfsburger Bahnhof, Ziel auf dem Marktplatz in Lüneburg.

Für die einen ist sie eine unverzichtbare weitere Nord-Süd-Verbindung, für die anderen ein Vorhaben, das unbedingt verhindert werden müsse: Der Weiterbau der A 39 von Wolfsburg aus Richtung Norden. Vor allem Wirtschaft- und Industrie fordern ihn, ein Bündnis aus Umweltschutzverbänden ist dagegen. Von Freitag bis Sonntag fand eine Fahrrad-Protesttour von Wolfsburg aus statt. Ziel war der Marktplatz in Lüneburg.

An die 60 Protestler reisten per Zug an

Etwa 60 Protestler waren aus allen Teilen der Region und darüber hinaus per Zug nach Wolfsburg gekommen, um vom Bahnhof aus zunächst Richtung Tappenbeck, dem ersten Etappenort im Landkreis Gifhorn zu radeln. Jonas Korn vom Organisationsteam unterstrich: „Es geht darum, ein weiteres Zeichen zu setzen. Unser Protest richtet sich gegen den weiteren Autobahnneu- und -ausbau. Wir stehen für eine sozial- und klimagerechte Verkehrswende.“ Statt weiterer Autobahnen brauche es besseren öffentlichen Verkehr. Zum Beispiel durch Taktverdichtung und Reaktivierung von Schienen. „Es braucht eine Mobilitätsgarantie, sodass jeder Mensch jedes Ziel zu jeder Zeit ohne eigenen Pkw erreichen kann. Nur so kann die Autoabhängigkeit gebrochen und Mobilität für alle Menschen erreicht werden,“ forderte Korn, der im Verkehrsclub Elbe-Heide organisiert ist.

Auch interessant

2023 sei ein weiteres Jahr der Extremwetterereignisse gewesen, erklärten die Protestler vor dem Wolfsburger Hauptbahnhof. Die zunehmende Klimakatastrophe erzeuge oder verstärke Dürren, Überschwemmungen, Brände. Insbesondere im Verkehrsbereich verfehle die Bundesregierung seit Jahren ihre selbst gesteckten Klimaziele. Dennoch sei der Neubau von hunderten Kilometern Autobahn geplant. Damit würden nicht nur massiv Landschaften und Ökosysteme geschädigt und Ressourcen verbraucht, sondern auch Gelder und Arbeitskräfte für Verkehrsprojekte gebunden, die der Verkehrswende entgegenwirkten. Vom ersten Etappenort nach Tappenbeck, wo es Gespräche mit Vertretern des Ortes gab, ging es weiter in Richtung Knesebeck im Nordkreis und von dort über Uelzen nach Lüneburg, wo die Tour am Sonntag endete.

Bund unterstreicht notwendige Infrastruktur für steigende Nutzerzahlen

Die Autobahn GmbH des Bundes, in deren Hände Planung und Umsetzung des Milliardenprojektes liegt, erklärt, dass mit dem Weiterbau der A 39 notwendige Infrastruktur entsprechend steigender Nutzerzahlen geschaffen werde. Es soll eines der größten noch umzusetzenden Neubauprojekte der Bundesrepublik Deutschland werden. Die A 39 verläuft bisher von Seevetal bei Hamburg bis Lüneburg. Sowie zwischen Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter, wo sie in die A 7 mündet. Das Projekt wird auch als A 39-Lückenschlussprojekt zwischen Lüneburg und Wolfsburg bezeichnet.

Mehr wichtige Nachrichten aus Wolfsburg lesen:

Täglich wissen, was in Wolfsburg passiert: