Wolfsburg. Studierende forschen zu dem Wolfsburger Stadtteil. Ab November beziehen sie ihr Büro im Einkaufszentrum, um mit Bürgern in den Austausch zu kommen.

Trabantenstadt, Großsiedlungen, 23 Jahre Förderprogramm Soziale Stadt, Menschen aus rund 120 Nationen und eine vielfältige Sozio-Kultur: Westhagen ist ein Stadtteil mit Geschichte und Potential. Unterstützt durch das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg sowie das Stadtteil- und Kulturhausmanagement Westhagen wollen sich darum Studierende und Lehrende der Technischen Universität Braunschweig ab November für zwei Semester mit dem Stadtteil beschäftigen, heißt es in einer Mitteilung.

Im November soll demnach die erste Recherchephase beginnen. Hierfür seien die Studierenden immer montags bis einschließlich zum 27. November von 10.30 bis 17.30 Uhr in ihrem temporären Arbeitsraum gegenüber dem Stadteilbüro im Einkaufszentrum vor Ort. „Alle Westhagener*innen sind jederzeit willkommen vorbeizuschauen, um mehr über das Projekt zu erfahren oder den eigenen Blick auf Westhagen und persönliche Geschichten aus dem Stadtteil zu teilen“, schreibt die Stadt Wolfsburg.

Westhagen im Fokus: Projekt der Technischen Universität Braunschweig

Das Projekt mit dem Titel „Beziehungsweisen Westhagen“ wird vom Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt (GTAS) der Technischen Universität Braunschweig unter der Leitung von Professor Tatjana Schneider durchgeführt. Das GTAS forscht unter anderem zu Themen der gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung, zur Zukunft der Vorstädte und zu den Schnittstellen zwischen Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Ziel und Anspruch des Projektes sei nicht die Nachfolge oder Fortführung des Förderprogramms Soziale Stadt. „Das Projekt bietet in der aktuellen Übergangsphase einen wertvollen Außenblick und die Sichtbarmachung des Status Quo“, erklärt Erster Stadtrat und Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide.

„Wir wollen die sozialen, ökonomischen und ökologischen Dimensionen des Stadtteils verstehen und uns mit Westhagen als einem Ort beschäftigen, der einerseits stellvertretend für viele ähnliche Quartiere in Deutschland steht und andererseits viele eigene Geschichten über das Ankommen, Bleiben oder auch Weiterziehen erzählen kann“, erläutert Tatjana Schneider die Herangehensweise des GTAS.

Esther Orant, Projektleiterin des Forum Architektur, ergänzt: „Durch den Blick der Studierenden können wir spannende Einsichten, Impulse und konzeptionelle Ansätze gewinnen für die weitere Gestaltung der Stadtteilarbeit.“

Studentische Arbeiten werden 2024 in Westhagen präsentiert

Eine Präsentation der studentischen Arbeiten, die zwischen November und Februar entstehen werden, sei laut Stadt nach einer Arbeitsphase an der Hochschule für Mitte Februar 2024 in Westhagen geplant. Ab April kommenden Jahres wird eine weitere Gruppe von Studierenden kleine Projekte entwickeln, die bei milden Temperaturen ebenfalls im Stadtteil präsentiert werden sollen.